Diplomarbeit, 2004
174 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Allgemeine psychologische Grundlagen
2.1 Emotionspsychologie
2.1.1 Definition Emotion
2.1.2 Ansatz differentieller Emotionen
2.1.3 Wirkungen von Emotionen
2.1.4 Emotionen in der Werbung
2.2 Lernpsychologie
2.2.1 Definition Lernen
2.2.2 Konditionierung
2.2.2.1 Klassische Konditionierung
2.2.2.2 Emotionale Konditionierung
2.2.2.3 Operante Konditionierung
2.3 Informationsaufnahme und -verarbeitung
2.3.1 Gesellschaftlicher Kontext der Informationsaufnahme
2.3.2 Visuelle Informationsaufnahme
2.3.2.1 Aufbau des Auges
2.3.2.2 Foveales Sehen
2.3.2.3 Augenbewegungen
2.3.3 Informationsverarbeitung
2.3.3.1 Dreispeichermodell
2.3.3.2 Informationszuwendung und Reizselektion
2.4 Aktivierende Prozesse
2.4.1 Aktivierungskonzept
2.4.1.1 Unspezifische vs. spezifische Aktivation
2.4.1.2 Physiologie der Aktivierung
2.4.2 Nebenwirkungen der Aktivierung – der Vampireffekt
3. Humor
3.1 Definition Humor
3.2 Humorentstehungstheorien
3.2.1 Release- and Relief-Theories
3.2.1.1 Psychoanalytische Humortheorie von Freud
3.2.1.2 Arousal-Theory von Berlyne
3.2.2 Superiority and Disparagement-Theories
3.2.3 Ambivalence Theories
3.2.4 Incongruity Theories
3.3 Humorvolle Werbung
3.4 Witztechniken
3.4.1 Assoziation
3.4.2 Transposition
3.4.3 Transformation
3.4.4 Umkehrung
3.4.5 Übertreibung
3.4.6 Parodie
3.4.7 Punning
3.4.8 Verkleidung
3.4.9 Satire
3.4.10 Erzählung
3.4.11 Aneignung
3.5 Wirkung humorvoller Elemente in der Werbepräsentation
3.5.1 Beurteilungsebene humorvoller Stimuli
3.5.1.1 Sympathie und Akzeptanz - affektive Ebene
3.5.1.2 Glaubwürdigkeit - kognitive Ebene
3.5.2 Verarbeitungsebene humorvoller Stimuli
3.5.2.1 Aufmerksamkeit
3.5.2.2 Verständlichkeit der Werbebotschaft
3.5.2.3 Lern- und Gedächtnisleistung
3.5.2.3.1 Allgemeine Befunde
3.5.2.3.2 Wearout-Effekt
3.5.2.3.3 Vampireffekt
3.5.2.4 Produktbeurteilung
3.6 Einflussgrößen der Werbewirkung humoriger Stimuli
3.6.1 Produkteigenschaften
3.6.2 Kontextfaktoren
3.6.2.1 Humortyp
3.6.2.2 Werbemedien
3.6.2.3 Werbeumfeld
3.6.3 Konsumentenbezogene Faktoren
3.6.3.1 Alter
3.6.3.1.1 Kinder
3.6.3.1.2 Jugendliche
3.6.3.1.3 Senioren
3.6.3.2 Geschlecht
3.6.3.3 Bezugsgruppen und Subkulturen
3.6.3.4 Persönlichkeitstypen
3.6.3.5 Kulturelle Zugehörigkeit
3.7 Humorvolle Werbung vor dem Werberat
3.8 Konzipierung humoriger Werbung
4. Empirischer Teil der Diplomarbeit
4.1 Einleitung
4.1.1 Theoretischer und empirischer Forschungsstand
4.1.2 Entwicklung der Fragestellung
4.1.3 Allgemeine Hypothesen
4.2 Methode
4.2.1 Operationalisierung
4.2.1.1 Operationalisierung der unabhängigen Variablen
4.2.1.2 Pretest-Humorgehalt
4.2.1.3 Pretest-Zeit
4.2.1.4 Operationalisierung der abhängigen Variable
4.2.1.5 Positionseffekt
4.2.2 Untersuchungsdesign
4.2.2.1 Konkretisierung der Hypothesen
4.2.2.2 Versuchsplan
4.2.3 Störvariablen
4.2.3.1 Merkmale der Versuchspersonen
4.2.3.2 Situationsmerkmale
4.2.4 Versuchspersonen - Stichprobe
4.2.5 Materialien
4.2.6 Untersuchungsdurchführung
4.2.7 Ergebnisse
4.2.7.1 Humorgehalt und Erinnerungsleistung
4.2.7.1.1 Präsentationsdauer 3 Sekunden
4.2.7.1.2 Präsentationsdauer 7 Sekunden
4.2.7.2 Präsentationsdauer und Erinnerungsleistung
4.2.7.3 Werbewitz- vs. Markenerinnerung
4.2.7.4 Präsentationsreihenfolge und Erinnerungsleistung
4.2.8 Diskussion
4.2.8.1 Hypothesenprüfung
4.2.8.2 Methodisches Vorgehen
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Humor als Gestaltungselement in der Werbung auf die Erinnerungsleistung der Konsumenten. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob der Einsatz von Humor die Aufmerksamkeit und Erinnerung positiv beeinflusst oder ob er durch den sogenannten "Vampireffekt" die Markenbotschaft in den Hintergrund drängt.
Die Inkongruenz-Theorie
Die Inkongruenz-Theorie ist ein stark kognitiv geprägtes Konzept, welches sich auf frustrierte Erwartungen stützt. Dabei werden zwei normalerweise unvereinbare Ideen in einen überraschenden und unerwarteten Zusammenhang gebracht. Die Ursprünge dieses Denkansatzes gehen auf Kant (1724-1804) und Schopenhauer (1830-1852) zurück. Humor resultiert nach deren Auffassung daraus, dass ursprünglich eine ernste Interpretation der Situation erfolgt, die plötzlich von einer völlig anderen Perspektive verdrängt wird. Die ursprüngliche Erwartung platzt wie eine Seifenblase und weicht einer angenehmen Erfahrung, die von Lachen begleitet wird. Das Bewusstsein der Unangemessenheit zwischen der Vermutung und der sich bietenden Realität führt nach Schopenhauer zum Lachen.
Das Erkennen der unvermuteten Situation und die daran anschließende Verarbeitung des Widerspruchs zwischen subjektiver Erwartung und dargestelltem Inhalt führt dazu, dass die gezeigte Situation als witzig und lustig wahrgenommen wird. Solange die Auflösung des Widerspruches zumindest vor dem Hintergrund der individuellen Alltagsrealität plausibel ist, gilt im Allgemeinen der Zusammenhang, dass eine Situation als umso witziger empfunden wird, desto größer der zu beseitigende Widerspruch war.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zurückhaltende Nutzung von Humor in der deutschen Werbung und definiert das Ziel, die Auswirkungen dieses Stilmittels empirisch zu untersuchen.
2. Allgemeine psychologische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert theoretische Basisinformationen aus der Emotions- und Lernpsychologie sowie der Informationsverarbeitung und Aktivierungsforschung.
3. Humor: Es werden Humorentstehungstheorien, verschiedene Witztechniken und die Wirkungsweise humorvoller Elemente auf die Werbepräsentation theoretisch dargelegt.
4. Empirischer Teil der Diplomarbeit: Vorstellung und Diskussion einer eigenen explorativen Untersuchung zur Erinnerungswirkung von Humor bei unterschiedlichen Präsentationsbedingungen.
5. Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfragen unter Berücksichtigung der praktischen Relevanz.
Humor, Werbung, Werbewirkung, Erinnerungsleistung, Vampireffekt, Konsumentenpsychologie, Emotionspsychologie, Konditionierung, Informationsverarbeitung, Aktivierung, Witztechniken, Inkongruenz-Theorie, Markenerinnerung.
Die Arbeit untersucht, wie humorvolle Elemente in Werbeanzeigen die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Erinnerungsleistung von Konsumenten beeinflussen.
Die zentralen Themen umfassen psychologische Grundlagen wie Emotionen und Lernen, Humortheorien, die Werbekonzeption sowie eine empirische Untersuchung der Werbewirkung.
Das Ziel ist es, Chancen und Risiken von Humor in der Werbung zu identifizieren und zu klären, ob Humor die Erinnerung an die Marke fördert oder durch den "Vampireffekt" schwächt.
Es handelt sich um eine explorative empirische Untersuchung, bei der die Wirkung von Werbeanzeigen mit unterschiedlichem Humorgehalt auf die Erinnerungsleistung der Rezipienten getestet wird.
Der Hauptteil erörtert psychologische Prozesse der Informationsaufnahme, grundlegende Humortheorien sowie Witztechniken und präsentiert die Ergebnisse der empirischen Studie.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Werbehumor, Vampireffekt, Informationsverarbeitung, Konsumentenverhalten und Erinnerungsleistung.
Sie besagt, dass Humor durch das Auflösen eines kognitiven Widerspruchs entsteht, wenn eine ursprüngliche Erwartung durch eine unerwartete, aber plausible Wendung ersetzt wird.
Die Studie zeigt, dass bei einer längeren Präsentationsdauer (7 Sekunden) die Erinnerungsleistung im Vergleich zu einer kürzeren Dauer (3 Sekunden) signifikant steigt.
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