Bachelorarbeit, 2015
49 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Etymologie des Begriffs Zombi(e)
3. Ethnologische Ursprünge des Zombi
4. Von ersten Zombis in der Literatur zu Seabrooks The Magic Island
5. Vorläufer der Zombiefilme
6. Voodoo-Zombies
7. Romeros Zombies
8. Virus-Zombies
9. Neue Zombies
10. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die verschiedenen kulturellen Bedeutungen und Metaphern der Zombie-Figur im historischen Verlauf ihrer medialen Präsenz, mit einem klaren Fokus auf filmische Repräsentationen. Das primäre Ziel ist es, den konstanten Wandel des Konzepts Zombie – von den Ursprüngen im haitianischen Voodoo bis hin zu modernen virusbasierten oder postmodernen Varianten – im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext zu analysieren.
7. Romeros Zombies
Obwohl im Allgemeinen George A. Romero als Vater des Zombies in Hollywood angesehen wird, gab es zwischen den ersten Voodoo-Zombiefilmen wie WHITE ZOMBIE oder I WALKED WITH A ZOMBIE einige interessante B-Movies des US-amerikanischen Regisseurs Edward L. Cahn, die wichtige Entwicklungen des Zombiefilms vorweg nahmen.
CREATURE WITH THE ATOM BRAIN aus dem Jahre 1955 liefert eine „wichtige Verbindung zwischen Voodoo- und Hollywood-Zombie.“ In einer Art Frankensteins Monster-Szenario entstehen die Zombies hier durch radioaktive Strahlung. Ein mad scientist erweckt so Leichen zum Leben, die er dann als „willen- und eigenschaftslose“ Sklav_innen einem Unterweltsboss für seinen Rachefeldzug zur Verfügung stellt. Praktischerweise kann dieser die Zombies mittels einer Art Fernsteuerung kontrollieren. Der schwerfällige Gang der Untoten ist hier dem der späteren Romero Zombies sehr ähnlich, die Zombies in CREATURE WITH AN ATOM BRAIN sind jedoch übermenschlich stark und unverwundbar. Zwei Jahre später veröffentlicht Cahn einen weiteren Zombiefilm, in dem der Zombie sogar titelgebend ist: ZOMBIES OF MORA TAU verbindet das Zombie-Konzept mit „vampirische[n] Eigenschaften“ und führt so erstmals die Zombiefizierung durch einen Biss ein.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Aufstieg des Zombies vom Horror-Motiv zum popkulturellen Phänomen und definiert den Forschungsrahmen dieser Arbeit.
2. Etymologie des Begriffs Zombi(e): Dieses Kapitel widmet sich den verschiedenen Herleitungsversuchen des Begriffs in der Kolonialgeschichte der Karibik und Westafrikas.
3. Ethnologische Ursprünge des Zombi: Hier werden die historischen Wurzeln im haitianischen Voodoo und die soziokulturelle Bedeutung des Zombis als „sozialmythische Chiffre“ für Sklaverei analysiert.
4. Von ersten Zombis in der Literatur zu Seabrooks The Magic Island: Das Kapitel untersucht die literarischen Frühformen des Zombi-Konzepts und den Einfluss von William Seabrooks Reisebericht auf die Popularisierung in den USA.
5. Vorläufer der Zombiefilme: Hier werden frühe filmische Ansätze wie DER GEFANGENE VON DAHOMEY und DAS CABINET DES DR. CALIGARI analysiert, die Elemente des Zombiefilms vorwegnahmen.
6. Voodoo-Zombies: Dieses Kapitel behandelt die Anfänge des klassischen Zombiefilms in den 1930er und 1940er Jahren mit Filmen wie WHITE ZOMBIE und I WALKED WITH A ZOMBIE.
7. Romeros Zombies: Eine Analyse von George A. Romeros revolutionärem Beitrag zum Genre, insbesondere NIGHT OF THE LIVING DEAD, das neue Standards für den Horrorfilm setzte.
8. Virus-Zombies: Dieses Kapitel beleuchtet den Paradigmenwechsel durch das Virus-Szenario in Filmen wie 28 DAYS LATER und die Abkehr von der klassischen Untoten-Thematik.
9. Neue Zombies: Hier werden aktuelle Entwicklungen, die Diversifikation des Genres und die Integration des Zombies in diverse Filmgenres der letzten 10 Jahre untersucht.
10. Fazit: Das Fazit fasst die Medialität des Zombis als perfektes Vehikel für politische und gesellschaftliche Diskurse zusammen und reflektiert die zukünftige Bedeutung des Genres.
Zombie, Zombiefizierung, Voodoo, Horrorfilm, George A. Romero, Untote, Kapitalismuskritik, Popkultur, Virus-Zombie, Medialität, Sklaverei, Genre-Entwicklung, Filmgeschichte, Terror, Apokalypse.
Die Arbeit analysiert die kulturhistorische Entwicklung des Zombie-Konzepts von den Ursprüngen im haitianischen Voodoo bis hin zur heutigen popkulturellen Vielfalt, mit besonderem Fokus auf filmische Repräsentationen.
Zentrale Themen sind die Transformation der Zombie-Figur, die soziokulturelle Bedeutung des Untoten als Metapher für Sklaverei, Kapitalismus und gesellschaftliche Ängste sowie die Entwicklung filmischer Erzählmuster.
Ziel ist die historische Darstellung der verschiedenen Bedeutungen und Metaphern, die Zombies im Verlauf ihrer medialen Präsenz eingenommen haben, um den stetigen Wandel des Konzepts zu verdeutlichen.
Die Arbeit nutzt eine kulturhistorische und filmwissenschaftliche Analyse, um die Entwicklung des Zombie-Genres entlang der vier Kategorien Voodoo-Zombie, Romero-Zombie, Virus-Zombie und neue Zombies nachzuzeichnen.
Der Hauptteil behandelt die Etymologie und ethnologischen Wurzeln des Zombis, die filmischen Vorläufer, die Ära der klassischen Voodoo-Filme, Romeros entscheidende Neudefinition des Genres sowie neuere Entwicklungen wie Virus-Zombies und postmoderne Genre-Hybride.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Zombiefizierung, Kapitalismuskritik, Voodoo, Medialität, Untote, Horrorfilm und popkulturelle Allegorie charakterisiert.
Bei Romero findet eine Abkehr von diesem klassischen Schema statt, da der Zombie nicht mehr dem Befehl eines Hexenmeisters (bokor) untersteht, sondern als triebgesteuertes Individuum innerhalb einer Masse agiert.
Der Virus-Zombie, wie er etwa in 28 DAYS LATER auftritt, ist im Gegensatz zum klassischen Untoten biologisch infiziert und lebendig, was die Bedrohung eher als eine reale, epidemische Gefahr erscheinen lässt.
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