Bachelorarbeit, 2013
42 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Rechtlich-politische Rahmenbedingungen
2.1 Notwendigkeit der Regulierung leitungsgebundener Industrien
2.2 Rechtliche Grundlagen und Entscheidungskriterien
2.3 Adressaten der Entflechtungsbestimmungen
2.4 Entflechtungsvorschriften
2.4.1 Buchhalterische Entflechtung
2.4.2 Informatorische Entflechtung
2.4.3 Operationelle Entflechtung
2.4.4 Rechtliche Entflechtung
2.4.5 Eigentumsrechtliche Entflechtung
2.5 Sonstige Regulierungsinstrumente
2.5.1 Netzzugangsregulierung
2.5.2 Netzentgeltregulierung
2.6 Die Bundesnetzagentur
3 Aktueller Forschungsstand zum Regulierungsmanagement
3.1 Zum Begriff des Regulierungsmanagements
3.2 Konzepte zum Regulierungsmanagement in der Telekommunikationsindustrie nach Landgrebe und Siemen
3.2.1 Proaktives Regulierungsmanagement zur Strategieentwicklung
3.2.2 Konzept des strategischen Regulierungsmanagements – Entwicklung einer Regulierungsstrategie
3.2.2.1 Analyse des Regulierers und des Regulierungsumfeldes
3.2.2.2 Analyse der regulatorischen Entscheidungssituation
3.2.2.3 Ableitung der regulierungsstrategischen Ziele
3.2.3 Organisatorische Gestaltung des Regulierungsmanagement
3.4 Operatives Management
4 Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine inhaltliche Definition des Begriffs "Regulierungsmanagement" zu erarbeiten und zu analysieren, wie dieses in Energieversorgungsunternehmen – insbesondere in der Gasbranche – operativ umgesetzt werden kann, um den Herausforderungen des Regulierungssystems zu begegnen.
2.4.1 Buchhalterische Entflechtung
Die buchhalterische Entflechtung ist im § 6b EnWG 2011 geregelt und verlangt von Energieversorgungsunternehmen die Führung getrennter Konten in ihrer Rechnungslegung für verschiedene Aktivitäten. Diese sind laut § 6b Abs. 3 EnWG für Gasversorgungsunternehmen
• Gasfernleitung,
• Gasverteilung,
• Gasspeicherung,
• Betrieb von LNG-Anlagen und
• Tätigkeiten außerhalb des Gassektors.
Durch die buchhalterische Entflechtung soll eine höhere Transparenz der Kostenzuordnung gewährleistet und eine bessere Vergleichbarkeit der Tarife möglich sein. Die durch die Kostenzurechnung erreichte Transparenz, so Hennemann (2008, S. 4), dient der Regulierungsbehörde vor allem dazu, Quersubventionierungen und Diskriminierung von Wettbewerbern aufzudecken.
Die Rechnungslegung des integrierten EVU hat nach den Entflechtungsvorschriften so zu erfolgen, als ob es sich bei den Konzernteilen um eigenständige Unternehmen handele (Henneman, 2008, S. 43). Die durch die buchhalterische Entflechtung getrennten Geschäftsbereiche werden vom Gesetzgeber wie Kapitalgesellschaften behandelt und müssen ungeachtet ihrer Rechtsform einen Jahresabschluss nach §§ 264 ff. und 316 ff. HGB aufstellen und prüfen lassen.
Die buchhalterische Entflechtung greift nicht in die Unternehmensstruktur ein, sondern bewirkt vielmehr eine virtuelle Trennung. Sie kann daher als transparenzschaffende jedoch zugleich eingriffsschwächste Vorschrift angesehen werden (Rasbach, 2009, S. 42).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Liberalisierung der Energiemärkte ein und erläutert die Notwendigkeit des Regulierungsmanagements aufgrund der staatlichen Eingriffe wie Entflechtung und Anreizregulierung.
2 Rechtlich-politische Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Grundlagen natürlicher Monopole sowie die Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen durch EU-Richtlinien und das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).
3 Aktueller Forschungsstand zum Regulierungsmanagement: Hier wird der theoretische Forschungsstand zum Regulierungsmanagement beleuchtet und Konzepte aus der Telekommunikationsbranche zur Anwendung auf die Energiewirtschaft adaptiert.
4 Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer proaktiven Strategiebildung sowie die Optimierung interner Geschäftsprozesse durch das Regulierungsmanagement.
Regulierungsmanagement, Energiewirtschaft, Gasbranche, Entflechtung, Unbundling, Anreizregulierung, Bundesnetzagentur, Energiewirtschaftsgesetz, strategisches Management, proaktives Regulierungsmanagement, Netzbetreiber, Informationsmanagement, Wettbewerb, Netzzugang, Netzentgelte.
Die Arbeit behandelt die Rolle des Regulierungsmanagements als notwendige strategische und operative Funktion für Energieversorgungsunternehmen in einem regulierten Marktumfeld.
Zentral sind die Auswirkungen der Entflechtungsvorschriften, die Anreizregulierung, die Rolle der Bundesnetzagentur sowie die strategische Ausrichtung von Unternehmen zur Einhaltung regulatorischer Anforderungen.
Ziel ist es, eine inhaltliche Definition des Regulierungsmanagements zu erarbeiten und Ansätze für dessen praktische Umsetzung in der Gasbranche aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Transfer theoretischer Konzepte aus der Telekommunikationsbranche auf die Energiewirtschaft, um Modelle für ein proaktives Regulierungsmanagement zu entwickeln.
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen, die verschiedenen Entflechtungsinstrumente, den aktuellen Forschungsstand zum Management-Begriff und die Entwicklung proaktiver Regulierungsstrategien.
Regulierungsmanagement, Unbundling, Anreizregulierung, Bundesnetzagentur, Energiewirtschaft und strategische Planung.
Ein proaktives Regulierungsmanagement sieht das Regulierungsumfeld als gestaltbar an und integriert es in die langfristige Strategie, während ein reaktives Management nur kurzfristig auf behördliche Vorgaben reagiert.
Die Anreizregulierung ersetzt die reine Kostendeckung durch Effizienzvorgaben und Erlösobergrenzen, was die Netzbetreiber unter massiven kaufmännischen Effizienzdruck setzt.
Es dient dazu, Dokumentations- und Veröffentlichungspflichten effizient zu erfüllen, Daten konsistent zu verwalten und Geschäftsprozesse durchgängig zu steuern, um Sanktionen zu vermeiden.
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