Bachelorarbeit, 2015
41 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
3 . Selbstbewusstsein und Sündenbewusstsein
3. 1 Der Begriff Angst
4. Die Erscheinungsformen dieser Krankheit
4.1 Uneigentliche Form der Verzweiflung
4.2 Eigentliche Form der Verzweiflung
4.2.1 Verzweifelt nicht man selbst sein wollen.
4.2.2 Verzweifelt man selbst sein zu wollen.
5. Die Möglichkeit der Freiheit
5.1 Der Weg zum Selbst
5. 2 Verzweiflung als Bestimmung des Geistes
6. Goffmans Grundbestimmung des Menschen
7. Stigma-Der Umgang mit einer beschädigten Identität.
7.1 Stigmata-Management
7.2 Informationskontrolle.
8. Die Konstruktion der Identität im Alltag- „Wir alle Spielen Theater“
8.1 Rolle
8. 2 Darstellung
8.3 Dramatische Gestaltung
8.3.1 Idealisierung
9. Zur Methodik der vergleichenden Analyse
9.1 Das Selbst bei Kierkegaard
9.2 Das Selbst bei Goffman
10. Analyse der Vergleichsthesen
10.1 Erste Vergleichsthese
10.2 Zweite Vergleichsthese
10.2.1 Angst und Verzweiflung bei Kierkegaard.
10.2.2 Angst und Verzweiflung bei Goffman
11. Schlussbetrachtung und Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Konstruktion des menschlichen Selbst bei Sören Kierkegaard und Erving Goffman, unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses von Angst und Verzweiflung auf die Identitätsbildung.
4.2.1 VERZWEIFELT NICHT MAN SELBST SEIN WOLLEN.
Die erste Form der Verzweiflung entsteht dadurch, dass das Selbst sich zwar gesetzt hat, sein Selbst aber nicht ertragen kann. Dieses setzt zwangsläufig zwei Sachen voraus: Zum einen muss das Individuum eine Vorstellung über Verzweiflung haben und zum anderen braucht es ein Bewusstsein über sein Selbst/Selbstbewusstsein (Kierkegaard 1997, S. 53). Wie oben beschrieben, werden diese zwei Grundvoraussetzungen durch einen Reflexionsprozess im Individuum eingeleitet, welcher eine Folge der Zerbrechlichkeit der Unmittelbarkeit ist: „Nun widerfährt diesem unmittelbaren Selbst etwas, es stößt ihm etwas zu, was es zur Verzweiflung bringt, (…). Der Unmittelbare wird durch einen Schlag des Schicksals dessen beraubt, was sein Leben ausmacht, (…), kurz er wird unglücklich.“(Zit. Kierkegaard 1997, S.58).
Mit dem Bruch der Unmittelbarkeit setzt nun nach Kierkegaard unmittelbar ein Reflexionsprozess im Individuum an. Das Individuum wird erst dann fähig, sich vom äußeren zu unterscheiden und gewinnt somit eine dunkle Vorstellung von sich selbst (Kierkegaard, S. 60). Nach Kierkegaard bestehen nun zwei Möglichkeiten, wie sich die Reflexionskraft des Selbst auf den Menschen auswirken kann. Wenn die Substitution der Unmittelbarkeit durch die Selbstreflexion nicht radikal genug ist, gewinnt das Individuum nur eine ungenaue Vorstellung von seinem Selbst. Es beginnt wieder, sein Selbst zu verdrängen bzw. zu vergessen. Das Individuum ist nun wieder komplett von außen gesteuert bzw. lebt in der Unmittelbarkeit: „So lange kommt er sozusagen nur dann und wann bei sich selbst zu Besuch, um nachzusehen, ob die Verzweiflung eingetreten sei. Und sobald sie eingetreten ist, zieht er wieder nach Hause zurück, ist wieder er selbst, wie er sagt, was aber nur besagen will, dass er anfängt, wo er aufgehört hatte-er war also bis zu einen gewissen Grad ein Selbst, und mehr wurde auch nicht.“ (Zit. Kierkegaard 1997, S.63).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des menschlichen Selbst ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zum Einfluss der Angst bei Kierkegaard und Goffman.
3 . Selbstbewusstsein und Sündenbewusstsein: Dieses Kapitel erläutert den qualitativen Sprung im Individuum und die damit einhergehende Entstehung des Selbstbewusstseins durch die Sünde.
3. 1 Der Begriff Angst: Hier wird Angst als dialektischer Zustand definiert, der erst nach dem Sündenfall auftritt und dem Geist die Freiheit aufzeigt.
4. Die Erscheinungsformen dieser Krankheit: Dieses Kapitel klassifiziert die verschiedenen Formen der Verzweiflung, insbesondere die uneigentliche und die eigentliche Form.
4.1 Uneigentliche Form der Verzweiflung: Diese Form beschreibt den Zustand der Unbewusstheit über das eigene Selbst, in dem das Individuum komplett von außen gesteuert wird.
4.2 Eigentliche Form der Verzweiflung: Hier werden die Formen der Verzweiflung analysiert, die aus Reflexionsprozessen resultieren, wenn das Individuum sein Selbst erkennt, aber nicht erträgt.
4.2.1 Verzweifelt nicht man selbst sein wollen.: Dieses Kapitel behandelt die Schwäche des Individuums, das sein Selbst trotz Erkenntnis verleugnet.
4.2.2 Verzweifelt man selbst sein zu wollen.: Hier wird der trotzige Versuch des Individuums analysiert, sein Selbst ohne den richtigen Maßstab aus eigener Kraft zu erschaffen.
5. Die Möglichkeit der Freiheit: Dieses Kapitel untersucht die dialektische Beziehung zwischen Möglichkeit und Notwendigkeit bei der Selbstwerdung.
5.1 Der Weg zum Selbst: Die verschiedenen Bewusstseinsstufen auf dem Weg zur Selbstwerdung werden hier näher beleuchtet.
5. 2 Verzweiflung als Bestimmung des Geistes: Hier wird argumentiert, dass Verzweiflung ein notwendiges, wenn auch nicht zwangsläufiges Stadium auf dem Weg zum Geist ist.
6. Goffmans Grundbestimmung des Menschen: Dieses Kapitel leitet über zu Goffmans mikrosoziologischem Ansatz der Identität.
7. Stigma-Der Umgang mit einer beschädigten Identität.: Hier werden die Auswirkungen von Stigmata auf die soziale Identität des Menschen diskutiert.
7.1 Stigmata-Management: Dieses Kapitel stellt Strategien wie Täuschung und Impression Management vor, mit denen Betroffene ihr Stigma zu verbergen versuchen.
7.2 Informationskontrolle.: Es werden Techniken zur Kontrolle sozialer Informationen erläutert, um das Risiko einer Entlarvung im Alltag zu minimieren.
8. Die Konstruktion der Identität im Alltag- „Wir alle Spielen Theater“: Dieses Kapitel führt in Goffmans Begriffe Interaktion, Darstellung und Rolle ein.
8.1 Rolle: Die Rolle wird als vorbestimmtes Handlungsmuster definiert, das durch soziale Erwartungen strukturiert ist.
8. 2 Darstellung: Dieser Abschnitt beschreibt das Gesamtverhalten eines Individuums vor einem Publikum und das Konzept der Fassade.
8.3 Dramatische Gestaltung: Die bewusste Betonung des Rollenverhaltens zur Wirkungskontrolle wird hier analysiert.
8.3.1 Idealisierung: Es wird erklärt, wie Individuen versuchen, sich an gesellschaftlich anerkannte Werte anzupassen, um eine Idealisierung zu erreichen.
9. Zur Methodik der vergleichenden Analyse: Dieses Kapitel legt die Thesen fest, auf denen der anschließende Vergleich zwischen den Autoren basiert.
9.1 Das Selbst bei Kierkegaard: Hier wird Kierkegaards Verständnis vom Selbst als Synthese und geistiger Prozess zusammengefasst.
9.2 Das Selbst bei Goffman: Dieses Kapitel fasst Goffmans Verständnis von Identität als sozial konstruiertes Produkt zusammen.
10. Analyse der Vergleichsthesen: Hier findet die detaillierte Gegenüberstellung der theoretischen Ansätze anhand der formulierten Thesen statt.
10.1 Erste Vergleichsthese: Analyse der Vorstellung, dass der Mensch kein fertig gesetztes Wesen ist und sich das Selbst aneignen muss.
10.2 Zweite Vergleichsthese: Diskussion der Bedeutung von Angst und Verzweiflung für die Konstitution des Menschen.
10.2.1 Angst und Verzweiflung bei Kierkegaard.: Konzentration auf die existenzielle Bedeutung dieser Gefühle in Kierkegaards Werk.
10.2.2 Angst und Verzweiflung bei Goffman: Untersuchung, wie Goffman Angst primär im Kontext von Interaktionsstörungen und Impression Management interpretiert.
11. Schlussbetrachtung und Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und reflektiert die Aktualität beider Ansätze für die moderne Identitätssuche.
Identität, Selbst, Existenzialismus, Symbolischer Interaktionismus, Angst, Verzweiflung, Stigma, Rolle, Darstellung, Sozialisation, Sören Kierkegaard, Erving Goffman, Freiheit, Geist, Impression Management
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Theorien von Sören Kierkegaard und Erving Goffman zur Konstruktion des menschlichen Selbst.
Die Schwerpunkte liegen auf der existenzialistischen Perspektive Kierkegaards sowie der mikrosoziologischen Sicht Goffmans auf Identität, Interaktion und die Rolle von Angst und Verzweiflung.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Autoren bei der Frage zu analysieren, wie das menschliche Selbst konstruiert wird und welchen Einfluss Gefühle wie Angst und Verzweiflung dabei spielen.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, bei der zentrale Thesen beider Autoren gegenübergestellt und kritisch auf ihre theoretischen Annahmen hin untersucht werden.
Im Hauptteil werden zunächst Kierkegaards Verständnis von Selbst, Angst und Verzweiflung sowie Goffmans Ansätze zu Stigma, Rolle und Darstellung detailliert dargestellt und anschließend in einem vergleichenden Teil analysiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Identität, Selbst, Angst, Verzweiflung, Stigma und soziale Konstruktion charakterisieren.
Für Kierkegaard ist Angst eine tief im menschlichen Geist verwurzelte Grundbedingung, die mit Freiheit verbunden ist, während Goffman Angst primär als Resultat von Interaktionsprozessen und der Furcht vor Entlarvung im sozialen Alltag sieht.
Der Vergleich dient dazu, zwei grundlegend verschiedene Ansätze – einen existenzialistischen, auf das Individuum fokussierten Ansatz und einen sozialwissenschaftlich-interaktionistischen – zur Erklärung menschlicher Identität einander gegenüberzustellen.
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