Diplomarbeit, 2004
139 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
1. Einleitung: Begründung des Themas
2. Eltern in der Frühförderung
2.1 Überblick über Frühförderung in Deutschland
2.1.1 Entwicklung der Frühförderung in Deutschland
2.1.2 Aufgaben und Ziele von Frühförderung
2.1.3 Grundsätze der Frühförderung
2.2 Elternbeteiligung in der Frühförderung
2.2.1 Laienmodell
2.2.2 Ko-Therapeuten-Modell
2.2.3 Partnerschaftlichkeitsmodell/Kooperationsmodell
2.3 Inhalte und Ziele der Elternarbeit
2.4 Was Eltern von der Frühförderung erwarten
2.5 Zufriedenheit der Eltern mit Frühförderung
2.5.1 Zufriedenheit – ein Konstrukt
2.5.2 Warum die Zufriedenheit der Eltern wichtig ist
2.5.3 Ergebnisse von Befragungen
3. Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung
3.1 Allgemeine Begriffsdefinition Qualität
3.2 Qualitätsdebatte in der sozialen Arbeit
3.2.1 Woher kommt die Diskussion um Qualität in der sozialen Arbeit?
3.2.2 Welche Effekte zeigt die Qualitätsdebatte?
3.2.3 Wurde nicht schon immer Wert auf Qualität gelegt?
3.2.4 Welche Entwicklungschancen bietet die aktuelle Qualitätsdebatte?
3.4 QM-Systeme und weitere Ansätze
3.4.1 Die Qualitätsnormenreihe DIN EN ISO 9000ff
3.4.2 TQM/EFQM
3.4.3 weitere Konzepte
3.4.4 Evaluation
3.4.5 Bedeutung der Konzepte für die Frühförderung
3.5 Ebenen von Qualität
2.5.1 Strukturqualität
3.5.2 Konzeptqualität
3.5.3 Prozessqualität
3.5.4 Ergebnisqualität
4. Elternbeteiligung am Prozess der Qualitätsentwicklung
4.1 Ausgangsüberlegungen
4.2 Ziel der Befragung
4.3 Die Arbeit der Beratungs- und Frühförderstelle der AWO Freiburg
4.4 Arbeit mit mehrfach belasteten Familien
4.5 Qualitätsentwicklung in der Beratungs- und Frühförderstelle der AWO Freiburg
4.6 Auswahl des Evaluationsinstruments
4.7 Entwicklung des Fragebogens
4.7.1 Exkurs empirische Sozialforschung
4.7.2 Aspekte, die der Fragebogen erfasst
4.7.3 Kritik am Fragebogen
4.8 Auswertung
4.8.1 Rücklauf
4.8.2 Ergebnisse
4.8.3 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
4.8.4 Wie werden die Ergebnisse den Eltern transparent gemacht?
5. Schluss
Anlagen
1. Elternfragebogen
1.1 Fragebogenversion „Frühförderung ist beendet“
1.2 Fragebogenversion „Frühförderung findet noch weiter statt“
2. Anschreiben an die Eltern
3. Auswertungsergebnisse
4. Fragebögen
4.1 Elternfragebogen der Interdisziplinären Frühförderstelle Stuttgart
4.2 Elternfragbogen der Heilpädagogischen Frühförderung Lebenshilfe Witten e.V.
4.3 Fragebogenentwurf Elternumfrage zur Versorgungssituation in der Frühförderung
4.4 Elternfragbogen der Überregionalen Arbeitsstelle Frühförderung Brandenburg
Literatur
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung und praktische Umsetzung von Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in der interdisziplinären Frühförderung. Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Eltern als gleichberechtigte Partner in den Qualitätssicherungsprozess einbezogen werden können, um so die Qualität der pädagogischen Arbeit aus einer nutzerzentrierten Perspektive zu evaluieren.
Was also bedeutet Partnerschaftlichkeit konkret?
Für eine gelingende Zusammenarbeit ist es notwendig, dass sowohl Fachleute als auch Eltern zu Beginn der Förderung und immer wieder in deren Verlauf Gelegenheit bekommen, ihre Erwartungen an Rahmenbedingungen und Förderprozess zum Ausdruck zu bringen und diese zu verhandeln. Eltern neigen (aus Überforderung) manchmal dazu, die Verantwortung für die Frühförderung ganz dem Fachpersonal zu überlassen und gerade dann ist es besonders wichtig, dass die Mitarbeiter ihre Minimalanforderung v.a. was die Kooperation der Eltern betrifft deutlich artikulieren. Einen geeigneten Rahmen für diese Aushandlungsphase stellt das Erstgespräch dar. Entscheidende Übereinkünfte die hier und auch im weiteren Prozess getroffen werden, sollten dann auch schriftlich fixiert werden.
PRETIS ist der Ansicht, dass aus einem gewissen Handlungsdruck heraus dieser Phase häufig zu wenig Beachtung geschenkt und sofort „lostherapiert“ werde, ohne dass es zu einer Diskussion der Minimalanforderungen (z.B. Einhalten der Termine) gekommen sei. Es könne aber „nicht davon ausgegangen werden, dass in bezug auf die Partnerschaftlichkeit ohne Abmachungen und Regeln gleiche Ziele verfolgt würden“ (PRETIS 1998, 14).
Er gibt verschiedene methodische Hinweise, wie Partnerschaftlichkeit konkret werden kann (PRETIS 1998, 14/15):
1. „Anknüpfen an vorhandene Bilder bei den Eltern: Was wissen die Eltern bereits über Frühförderung, was erwarten sie sich von Frühförderung, welche Bilder haben zuweisende Stellen vermittelt?“
2. „Erheben der Erwartungen der Eltern in bezug auf die Rolle und Funktion der Frühförderung, in bezug auf Partnerschaftlichkeit u.a.“
3. „Vorstellen des jeweiligen inhaltlichen und organisatorischen Konzeptes der Frühförderung.“
4. „Deklaration der Minimalanforderungen vonseiten der Frühförderin (Anwesenheit des Kindes, der Eltern (?), Raum-, Zeitstruktur). Partnerschaftlichkeit in der Frühforderung kann bedeuten, dass Frühförderung als sozialer Service auch vonseiten der Frühförderin aufgekündigt wird, wenn die Minimalanforderungen der Kooperation nicht mehr gewährleistet sind.“
1. Einleitung: Begründung des Themas: Diese Einleitung begründet das Forschungsinteresse der Autorin, Qualitätssicherung nicht als rein ökonomisches Steuerungsinstrument, sondern als einen partnerschaftlichen Prozess unter Einbeziehung der Eltern zu begreifen.
2. Eltern in der Frühförderung: Dieses Kapitel erörtert die historische Entwicklung der Elternbeteiligung in der Frühförderung, vom Laienmodell hin zu einem Partnerschaftlichkeitsmodell, und analysiert die spezifischen Erwartungen von Eltern.
3. Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung: Das Kapitel diskutiert die Relevanz der Qualitätsdebatte im Sozialwesen, stellt verschiedene Managementmodelle vor und differenziert die Qualitätsebenen (Struktur-, Konzept-, Prozess- und Ergebnisqualität) für den Frühförderkontext.
4. Elternbeteiligung am Prozess der Qualitätsentwicklung: Hier wird die empirische Elternbefragung an der Beratungs- und Frühförderstelle der AWO Freiburg dargestellt, inklusive der Entwicklung des Fragebogens und der Interpretation der gewonnenen Ergebnisse für die weitere Arbeit der Institution.
5. Schluss: Die Autorin resümiert, dass die Zufriedenheit der Eltern stark von der Beziehungsqualität abhängt und dass eine stärkere Einbindung der Eltern in Evaluationsprozesse zur nachhaltigen Qualitätssicherung unverzichtbar ist.
Frühförderung, Elternbeteiligung, Qualitätssicherung, Qualitätsentwicklung, Elternbefragung, soziale Arbeit, Partnerschaftlichkeitsmodell, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, AWO Freiburg, Evaluation, Kundenorientierung, Beratungsstelle
Die Arbeit behandelt die Qualitätsentwicklung und -sicherung in der interdisziplinären Frühförderung, wobei ein besonderer Fokus auf der Einbeziehung der Eltern liegt.
Zentral sind die theoretische Fundierung von Qualitätsmanagement im sozialen Bereich, die Bedeutung der Elternarbeit als Partnerschaft und die empirische Überprüfung dieser Konzepte durch eine Elternbefragung.
Das primäre Ziel ist es, zu eruieren, wie Eltern konkret an Qualitätssicherungsprozessen beteiligt werden können, um eine an ihren Bedürfnissen orientierte, qualitativ hochwertige Frühförderung sicherzustellen.
Die Autorin wählte einen empirischen Ansatz mittels einer schriftlichen, anonymisierten Elternbefragung, um standardisierte Daten zu verschiedenen Qualitätsaspekten zu erheben.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Auseinandersetzung mit Qualitätsebenen (Donabedian-Modell) und deren Adaption auf die Frühförderung sowie in die detaillierte Beschreibung der praktischen Evaluation an der AWO-Beratungsstelle.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Elternbeteiligung, Frühförderung, Qualitätsentwicklung, Kundenzufriedenheit und Beziehungsqualität.
Die Arbeit betont, dass bei sogenannten "Multiproblemfamilien" kulturelle und sprachliche Differenzen sowie eine soziale Distanz zu den Fachkräften die Zusammenarbeit erschweren, weshalb hier ein besonders sensibler, ressourcenorientierter Ansatz notwendig ist.
Das Erstgespräch dient als zentrale Aushandlungsphase, in der Erwartungen abgeglichen und verbindliche Regeln für die Kooperation festgelegt werden, was für den weiteren Erfolg des Förderprozesses maßgeblich ist.
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