Examensarbeit, 2014
74 Seiten, Note: 1.3
1 EINLEITUNG
2 MEHRSPRACHIGKEIT
2.1 Funktionen der Sprache
2.2 Definition Mehrsprachigkeit
2.3 Spracherwerbstypen
2.3.1 Erstspracherwerb
2.3.2 Zweitspracherwerb
2.4 Mehrsprachigkeit durch Erst- und Zweitspracherwerb
2.4.1 Der Spracherwerbsprozess
2.4.2 Das Phänomen Interferenz und Code-Switching
2.4.3 Der Einfluss der Erstsprache auf folgende Spracherwerbsprozesse
3 DER SPRACHERWERB VON KINDERN MIT TÜRKISCHEM MIGRATIONSHINTERGRUND
4 DER BILDUNGSERFOLG VON KINDERN MIT TÜRKISCHEM MIGRATIONSHINTERGRUND IM DEUTSCHEN BILDUNGSSYSTEM
4.1 Amtliche Bildungsstatistiken
4.2 Schulleistungsstudien
5 ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR DEN BILDUNGSMISSERFOLG TÜRKISCHER KINDER UND JUGENDLICHER IN DEUTSCHLAND
5.1 Außerschulische Faktoren und ihr Einfluss auf die Bildungschancen
5.1.1 Kulturelle und sozioökonomische Defizite als Erklärungsansatz für den Bildungsmisserfolg
5.1.2 Minderheiten- bzw. Migrationsstatus als Erklärungsansatz für den Bildungsmisserfolg
5.2 Schulische Faktoren und ihr Einfluss auf die Bildungschancen
5.2.1 Institutionelle Diskriminierung
5.2.2 Effekte des mehrgliedrigen Schulsystems in Deutschland
6 DIE ROLLE DES SCHRIFTSPRACHERWERBS IM ZUSAMMENHANG MIT DEM BILDUNGSMISSERFOLG VON KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT TÜRKISCHEM MIGRATIONSHINTERGRUND
6.1 Unterschied von Alltagssprache zu Bildungssprache
6.2 Lesesozialisation im vorschulischen und schulischen Kontext
6.3 Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund durch mangelnde Unterstützung im schriftsprachlichen Zweitspracherwerb
7 SCHRIFTSPRACHLICHE SOZIALISATION IN ERST- UND ZWEITSPRACHE ALS BEDINGUNG FÜR BILDUNGSERFOLG?
7.1 Der Vergleich zu erfolgreicheren Migrantengruppen in Deutschland
7.2 Der Vergleich zu erfolgreicheren Kindern und Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund
8 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren, die den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem bestimmen, und analysiert insbesondere die Rolle der Mehrsprachigkeit sowie institutioneller Faktoren. Dabei wird der Hypothese nachgegangen, dass eine Kombination aus schulischen Strukturen und mangelnder Förderung der Bildungssprache zu Benachteiligungen führt.
Die Rolle des Schriftspracherwerbs im Zusammenhang mit dem Bildungsmisserfolg von Kindern und Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund
Die bisherige Untersuchung der Fachliteratur hat gezeigt, dass türkische Schüler in Deutschland im Vergleich zu ihren deutschen Mitschülern und auch im Vergleich zu anderen Migrantengruppen tatsächlich benachteiligt sind. Zu einem gewissen Teil kann diese Benachteiligung auf ungünstigere Startbedingungen zurückgeführt werden. Türkische Familien weisen vielfach sozioökonomische Defizite auf, das Bildungsniveau der Eltern ist geringer, das geringe Einkommen muss auf eine höhere Anzahl von Kindern verteilt werden, kulturelle Ressourcen sind im Vergleich weniger vorhanden. Dennoch haben auch türkische Eltern hohe, zum Teil sogar höhere Bildungsaspirationen an ihre Kinder als deutsche Familien. Eine an den türkischen Familien defizitorientierte Perspektive ist vielleicht ein Teil eines größeren Bildes, aber nicht das ganze Bild.
Diverse Schulleistungsstudien, in denen die Kompetenzen der Schülerschaft in verschiedenen Bereichen untersucht wurden, zeigen ein sich wiederholendes Ergebnis: Schüler mit Migrationshintergrund, vor allem aber türkische Schüler in Deutschland, erreichen im Vergleich nicht die Kompetenzniveaus, die Schüler ohne Migrationshintergrund erreichen. Diese Benachteiligung ist besonders im Bereich der Lesekompetenz zu erkennen. Andere Kompetenzbereiche bauen im Ansatz ebenfalls auf die Lesekompetenz auf, so dass die Benachteiligung in diesen Bereichen auf die Mängel in der Lesekompetenz zurückzuführen ist.
International vergleichende Schulleistungsstudien wie PISA oder IGLU haben besonders deutlich gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen der sprachlichen Kompetenz der mehrsprachigen Schülerschaft und den erbrachten Leistungen im mathematisch- naturwissenschaftlichen Bereich besteht.
1 EINLEITUNG: Einleitung in die Bildungsproblematik türkischer Kinder und Formulierung der Forschungsfrage.
2 MEHRSPRACHIGKEIT: Theoretische Grundlagen zur Mehrsprachigkeit sowie Erst- und Zweitspracherwerb.
3 DER SPRACHERWERB VON KINDERN MIT TÜRKISCHEM MIGRATIONSHINTERGRUND: Spezifika des Spracherwerbs bei Kindern mit türkischem Migrationshintergrund.
4 DER BILDUNGSERFOLG VON KINDERN MIT TÜRKISCHEM MIGRATIONSHINTERGRUND IM DEUTSCHEN BILDUNGSSYSTEM: Analyse der Bildungssituation anhand von Statistiken und Schulleistungsstudien.
5 ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR DEN BILDUNGSMISSERFOLG TÜRKISCHER KINDER UND JUGENDLICHER IN DEUTSCHLAND: Untersuchung außerschulischer und schulischer Faktoren inklusive institutioneller Diskriminierung.
6 DIE ROLLE DES SCHRIFTSPRACHERWERBS IM ZUSAMMENHANG MIT DEM BILDUNGSMISSERFOLG VON KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT TÜRKISCHEM MIGRATIONSHINTERGRUND: Bedeutung von Bildungssprache und Lesesozialisation.
7 SCHRIFTSPRACHLICHE SOZIALISATION IN ERST- UND ZWEITSPRACHE ALS BEDINGUNG FÜR BILDUNGSERFOLG?: Vergleich mit erfolgreicheren Gruppen und Diskussion bilingualer Modelle.
8 FAZIT: Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen.
Mehrsprachigkeit, türkischer Migrationshintergrund, Bildungserfolg, Bildungssprache, Lesekompetenz, Spracherwerb, institutionelle Diskriminierung, Schulleistungsstudien, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Bildungschancen, Lesesozialisation, Migrationsforschung, Deutsch als Zweitsprache, Schulsystem.
Die Arbeit untersucht die Gründe für das unterdurchschnittliche Abschneiden von Kindern und Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem.
Die zentralen Themen sind Mehrsprachigkeit, die Rolle der Bildungssprache, institutionelle Diskriminierung durch das Schulsystem und die Bedeutung der frühen Lesesozialisation.
Ziel ist es zu identifizieren, welche Faktoren den Bildungserfolg dieser Gruppe bestimmen und wie die Schule durch ihre Struktur zur Benachteiligung beiträgt.
Die Methode besteht in der systematischen Recherche und Auswertung vorhandener Forschungsliteratur, Bildungsstatistiken und Schulleistungsstudien.
Der Hauptteil analysiert theoretische Modelle der Mehrsprachigkeit, die Diskrepanz zwischen Alltagssprache und Bildungssprache sowie verschiedene Erklärungsmodelle für den Bildungsmisserfolg.
Wichtige Begriffe sind etwa Mehrsprachigkeit, Bildungssprache, institutionelle Diskriminierung, Lesesozialisation und der Migrationshintergrund.
Dies ist laut Autor kein Resultat mangelnder Begabung, sondern eine Kombination aus geringerer sozioökonomischer Ausgangslage, mangelnder früher Förderung und den selektiven, oft diskriminierenden Strukturen des deutschen Schulsystems.
Die Bildungssprache ist eine spezifische, dekontextualisierte Form der Sprache, die in der Schule erforderlich ist. Kinder, denen diese Förderung früh fehlt, haben große Schwierigkeiten, den Anforderungen des Fachunterrichts zu folgen.
Die Arbeit vergleicht türkische Schüler mit griechischen Schülern, da letztere im deutschen System erfolgreicher sind, was unter anderem auf eine stärkere Anerkennung und Förderung der Herkunftssprache zurückgeführt wird.
Gefordert werden Strukturreformen des Schulsystems, eine durchgängige Sprachbildung ab der Vorschule und eine Professionalisierung der Lehrerausbildung hinsichtlich interkultureller Kompetenzen.
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