Masterarbeit, 2015
92 Seiten, Note: 1,3
1 | Einleitung
2 | Der Begriff des Plagiats
2.1 | Der juristische Aspekt des Plagiats: Verletzung des Urheberrechts
2.2 | Der literarische Aspekt des Plagiats: Unausgewiesene Verwendung von Fremdmaterial
3 | Helene Hegemanns Axolotl Roadkill
3.1 | Die Stilistik
3.2 | Die Rezeption
3.3 | Der Plagiatsvorwurf
3.4 | Exkurs: Airens Strobo
3.5 | Die Reaktionen auf den Plagiatsvorwurf
3.5.1 | Die Autorin
3.5.2 | Der Verlag
3.5.3 | Das Feuilleton
3.6 | Axolotl Roadkill: Ein Plagiat?
3.6.1 | Verletzung des Urheberrechts
3.6.2 | Keine freie Benutzung
3.6.3 | Schwierigkeit des Erkennens der Quelle
3.6.4 | Menge der Übernahmen
4 | Kulturelle Veränderungen durch die Digitalisierung und das Web 2.0
4.1 | Entstehen neuer Gattungen: Der Weblog
4.2 | Copy & Paste als Kulturtechnik
4.3 | Veränderung der Konzepte von Autorschaft
4.4 | Exkurs: Poststrukturalistische Theorie
4.5 | Kompatibilität mit dem Urheberrecht
4.5.1 | Kollision webbasierter Schaffensrealität mit der geltenden Rechtsnorm
4.5.2 | Zeitgemäße Tendenzen und Novellierung der Gesetzesgrundlage
5 | Autorschaftsmodelle in Zeiten des Web 2.0
5.1 | Airens Blog live
5.1.1 | live als literarischer linear-sequentieller Hypertext
5.1.2 | Intertextualität bei Airens literarischen Erzeugnissen
5.1.3 | Das von Airen vertretene Autorenmodell
5.2 | Helene Hegemanns Axolotl Roadkill
5.2.1 | Das um Hegemann aufgebaute Autorenmodell
5.2.2 | Intertextualität bei Axolotl Roadkill
6 | Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Plagiats im Kontext des digitalen Zeitalters und des Web 2.0, unter besonderer Berücksichtigung des Literaturkanons und moderner Autorschaftsmodelle. Im Zentrum steht die Analyse des Debütromans Axolotl Roadkill von Helene Hegemann, dessen Entstehungsprozess durch die umfassende, ungekennzeichnete Übernahme von Fremdmaterial aus Blogs und anderen Quellen geprägt ist, um zu klären, inwiefern diese Praxis als legitim oder als Urheberrechtsverletzung zu bewerten ist.
3.1 | Die Stilistik
Die Sprache des Romans ist umgangssprachlich, oft werden Wendungen der gesprochenen Sprache verwandt (z. B. „scheiße“, S. 7; „[n]ja“, S. 8; „[i]ch so“, S. 11 etc.). Hegemann spielt mit den Konventionen, wenn sie im Gegensatz dazu die im Text geäußerte direkte Rede, also gesprochene Sprache, in ihrer Ausgefeiltheit wie Schriftsprache wirken lässt (z. B. S. 12). Solche Kniffe sind jedoch selten. Die wirren und zusammenhangslosen Gedanken der Protagonistin gehen mit dem Inhalt des Buches konform, welches den Drogenkonsum und seine Auswirkungen bei Mifti thematisiert.
Axolotl Roadkill steht unter dem Motto des dem Privatsender Pro7 eigenen Slogans „We love to entertain you“ (S. 6). Die Autorin verwertet somit ein Produkt der Alltagswelt, nämlich das Trash-TV-Angebot des Privatfernsehsenders mitsamt der dazugehörigen Implikationen wie die mit Spielfilmen, Serien und Scripted Reality erfolgenden Unterhaltung, in ihrem Werk. Hieran lässt sich erkennen, dass es sich um einen Roman der Popliteratur handelt, der sich in seinem Vokabular und seiner Perspektive an der Medien- und Warenwelt orientiert und die Alltagskultur der Gegenwart abbildet.
1 | Einleitung: Einführung in den Literaturskandal um Helene Hegemanns Debütroman und Erläuterung des Schwerpunkts der Masterarbeit.
2 | Der Begriff des Plagiats: Theoretische Grundlegung des Plagiatsbegriffs mit Fokus auf die juristischen und literarischen Aspekte der fremden Aneignung.
3 | Helene Hegemanns Axolotl Roadkill: Analyse des Romans, der Rezeption und des Plagiatsvorwurfs durch Deef Pirmasens unter Einbeziehung des Vorlagentextes Strobo.
4 | Kulturelle Veränderungen durch die Digitalisierung und das Web 2.0: Untersuchung der neuen Produktionsbedingungen von Literatur im digitalen Raum und deren Konfliktpotenzial mit dem bestehenden Urheberrecht.
5 | Autorschaftsmodelle in Zeiten des Web 2.0: Vergleich der Autorschaftsmodelle von Airen und Hegemann und deren Vereinbarkeit mit klassischen Konzepten.
6 | Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Plagiatsvorwürfe und Ausblick auf die notwendige Anpassung von Rechtsnormen an die digitale Realität.
Plagiat, Urheberrecht, Axolotl Roadkill, Helene Hegemann, Web 2.0, Copy & Paste, Intertextualität, Autorschaft, Popliteratur, Digitalisierung, Strobo, Airen, Literaturtheorie, Poststrukturalismus, Kreativität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Plagiaten in der modernen Literatur, illustriert am Fall des Romans Axolotl Roadkill von Helene Hegemann, und stellt diese in den Kontext des digitalen Wandels.
Die zentralen Themen sind das Urheberrecht im Web 2.0, der Wandel von Autorschaft, literarische Textproduktion durch Copy & Paste und der Diskurs um "Kulturtechniken" im digitalen Raum.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob die von Hegemann angewandte Methode der Textübernahme im Web 2.0 als legitime intertextuelle Praxis oder als handfeste Urheberrechtsverletzung einzustufen ist.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Quellenvergleiche, Rezeptionsanalyse sowie die Untersuchung von Texten auf Grundlage medienphilosophischer und urheberrechtlicher Theorien kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Plagiaten, die detaillierte Untersuchung des Hegemann-Skandals inklusive der Reaktion des Feuilletons, eine Analyse der digitalen Produktionsbedingungen sowie einen Vergleich von Autorschaftsmodellen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Urheberrecht, Intertextualität, Web 2.0, Plagiat, digitale Autorschaft und Copy & Paste.
Hegemann propagiert ein Verständnis von Literaturproduktion, das als "Recht auf Kopieren" bezeichnet wird und die Autorschaft in einem kollektiven, intertextuellen Prozess sieht, während das traditionelle Modell den Autor als originären Schöpfer eines abgeschlossenen Werks definiert.
Airen lieferte mit seinem Blog und seinem Werk Strobo die Vorlage für die unkenntlich gemachten Textübernahmen in Hegemanns Roman, während Deef Pirmasens den Plagiatsvorwurf durch seine Recherche öffentlich machte.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das deutsche Urheberrecht in seiner aktuellen Form mit der webbasierten Schaffensrealität kollidiert, da es auf einem klassischen Verständnis von Werk und Urheber basiert, das der dynamischen Natur digitaler Texte nicht mehr vollständig gerecht wird.
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