Masterarbeit, 2015
100 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Struktur der Arbeit
2. Die Finanz- und Vertrauenskrise 2008 bis heute
2.1 Ursachen
2.2 Verlauf
2.3 Auswirkungen
3. Konventionelle Finanzprodukte
3.1 Das magische Zieldreieck der Geldanlage
3.2 Festverzinsliche Geldanlagen
3.3 Lebensversicherungen
3.4 Immobilien
3.5 Aktien
3.6 Fonds
3.7 Auswirkungen der Finanzkrise auf konventionelle Finanzprodukte
4. Alternative Investmentansätze
4.1 Die ungleiche Verteilung von Vermögen und Einkommen in der Welt
4.2 Das magische Zielviereck der Geldanlage
4.3 Formen von sozial verantwortlichen Geldanlagen
4.4 Mikrofinanzierungen als eine spezielle Form der nachhaltigen Geldanlage
4.4.1 Spende versus Investition
4.4.2 Anlageuniversum und Anlageprodukte
4.4.3 Wertschöpfungskette im Überblick
4.4.4 Mikrounternehmer – Der Sozialbeitrag
4.4.5 Mikrofinanz-Institut – Die Kreditvergabe
4.4.6 Sicherheiten bei der Vergabe von Mikrokrediten
4.4.7 Mikrofinanz-Investmentgesellschaft – Anlageziele der Fonds
4.4.8 Mikrofinanz als Anlageklasse
4.4.8.1 Grundlagen zur Mikrofinanz als Geldanlage
4.4.8.2 Mikrofinanz-Geldanlage im Portfoliokontext
4.4.9 Anleger
4.4.10 Produktkonzept
4.4.10.1 Investmentdesigns – ein Überblick
4.4.10.2 Mikrofinanz-Investmentfonds – Wettbewerbsanalyse
4.4.10.3 Investmentprozess
4.4.10.4 Angebotspolitik des Fondsanbieters
4.4.10.5 Mikrofinanz-Investmentfonds – Varianten
4.4.11 Kritische Betrachtung von Mikrofinanzierungen
4.4.12 Auswirkungen der Finanzkrise auf Mikrofinanzierungen
5. Vergleich von konventionellen Finanzprodukten und nachhaltigen Investmentansätzen
6. Umfrage
6.1 Methodische Vorgehensweise
6.2 Auswertung der Umfrageergebnisse
6.3 Kritische Betrachtung der Umfrageergebnisse
7. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern nachhaltige Investmentansätze, insbesondere Mikrofinanzierungen, konventionelle Finanzprodukte in Zeiten der Vertrauenskrise sinnvoll ergänzen können und ob sie das Potenzial besitzen, den Lebensstandard von armen Menschen nachhaltig zu verbessern.
4.4 Mikrofinanzierungen als eine spezielle Form der nachhaltigen Geldanlage
Muhammad Yunus gilt als Erfinder der Mikrokredite. Der Friedensnobelpreisträger von 2006 revolutionierte mit seiner Idee die Wirtschaftswelt und Entwicklungshilfe. Im Allgemeinen wird unter Mikrofinanz die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen an Kleinstunternehmen und Haushalte mit Niedrigeinkommen verstanden, die aufgrund von fehlenden Sicherheiten keine Möglichkeit haben, die Dienste lokaler Bank- und Kreditinstitute in Anspruch zu nehmen. Mikrofinanz ermöglicht damit diesen Bevölkerungsschichten, die überwiegend in Entwicklungs- und Schwellenländern anzutreffen sind, den Zugang zum offiziellen Finanzsektor und versetzt diese dabei in die Lage, sich wirtschaftlich und sozial besser zu stellen.
Das Prinzip von Mikrofinanzierungen ist denkbar einfach. In ärmlichen Gegenden ohne jegliche Infrastruktur kommen die Finanzdienstleistungen durch Mikrofinanz-Institute zu den Kunden. Hiermit wird durch die verschiedenen Darlehensformen der Aufbau einer eigenständigen und tragfähigen Existenz ermöglicht. Generell kommen dabei zwei Methoden, sogenannte Gruppen und Einzeldarlehen, bei der Vergabe von Mikrokrediten an Arme zur Anwendung. Kredite, die an Gruppen vergeben werden, bedürfen keiner Sicherheit. Diese werden beispielsweise von der Grameen Bank vergeben, die 1983 in Bangladesch von Muhammad Yunus gegründet wurde. Bei den Einzeldarlehen sind dagegen gewisse Sicherheiten erforderlich. Die Rückzahlungen erfolgen dabei ratenweise, sobald eine Schuld samt Zinsen zurückbezahlt ist, kann ein neuer Mikrokredit beantragt werden, um die Mikrounternehmen schrittweise zu vergrößern. Weltweit sind derzeit 90 Mio. Mikrokreditnehmer und Mikroeinleger bzw. Sparer vorhanden. Die ausgezahlten Kredite belaufen sich dabei auf 65 Mrd. US-Dollar, wobei der Durchschnitt der vergebenen Kredite bei 524 US-Dollar liegt. Insgesamt gibt es 10.000 Mikrofinanz-Institutionen, von denen in Afrika, Osteuropa, Asien und Lateinamerika 1.400 echte bestehen. Der Anteil weiblicher Kundinnen an den individuellen Darlehen betrug laut den 2006 MFI Benchmarks, die 704 Mikrofinanz-Institute umfassen, 51 Prozent und an den Gruppendarlehen 99,3 Prozent.
1. Einleitung: Beleuchtung des Vertrauensverlusts in Finanzmärkte nach der Krise 2008 und Einordnung von Mikrofinanz-Anlageprodukten als wachsendes Interessenfeld.
2. Die Finanz- und Vertrauenskrise 2008 bis heute: Analyse der Ursachen (u.a. Goldstandard-Aufhebung, billiges Geld) und der daraus resultierenden Banken- und Vertrauenskrise.
3. Konventionelle Finanzprodukte: Vorstellung klassischer Anlageformen und Diskussion der Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds nach 2008.
4. Alternative Investmentansätze: Betrachtung sozial verantwortlicher Geldanlagen mit besonderem Fokus auf Mikrofinanzierungen als Instrument der Hilfe zur Selbsthilfe.
5. Vergleich von konventionellen Finanzprodukten und nachhaltigen Investmentansätzen: Synopse der Unterschiede, insbesondere der Einbeziehung ethischer Faktoren in das traditionelle Anlagedreieck.
6. Umfrage: Empirische Untersuchung des Anlegervertrauens und der Einstellung von Finanzmarktakteuren zu nachhaltigen Investitionen.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Mikrofinanz als sinnvolle Portfolio-Beimischung unter Beachtung der Risiken durch Kommerzialisierung.
Finanzkrise 2008, Mikrofinanzierungen, konventionelle Finanzprodukte, nachhaltige Geldanlagen, Anlegerschutz, Sozialbeitrag, Rendite-Risiko-Profil, Portfoliodiversifikation, Mikrokredite, ethische Investments, Vertrauensverlust, Finanzsystem, Investmentfonds, soziale Rendite, Kapitalanlage.
Die Arbeit untersucht, ob nachhaltige Geldanlagen, insbesondere Mikrofinanzierungen, eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Finanzprodukten darstellen, um in Zeiten von Vertrauensverlusten sowohl Rendite als auch sozialen Nutzen zu erzielen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Finanzkrise 2008, der Funktionsweise konventioneller Anlagen, der Untersuchung der Mikrofinanz als Investmentklasse sowie einer empirischen Umfrage zum Anlegervertrauen.
Das Hauptziel ist zu erarbeiten, wie Anleger nach der Finanzkrise ihr Vertrauen in Finanzprodukte zurückgewinnen können und ob Mikrofinanzierungen hierbei eine attraktive Alternative mit einem dualen Renditeprofil bieten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche zu den theoretischen Grundlagen sowie einer ergänzenden quantitativen empirischen Umfrage unter 133 Teilnehmenden aus der Finanzbranche.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse der Finanzkrise, eine Darstellung konventioneller Produkte, eine detaillierte Wertschöpfungskettenanalyse der Mikrofinanzierung und eine Bewertung der Eignung von Mikrofinanzfonds als Portfolio-Diversifikationsinstrument.
Die zentralen Begriffe sind Finanzkrise 2008, Mikrofinanzierungen, nachhaltige Geldanlagen, Anlegerschutz und das duale Renditeprofil (ökonomische Rendite vs. sozialer Mehrwert).
Im Gegensatz zur Spende, bei der Kapital unwiderruflich abfließt, ist die Mikrofinanz ein Investitionsmodell. Der Kapitalgeber erwartet einen Rückfluss des Kapitals plus Zinsen, was den Anreiz zur produktiven und wirtschaftlichen Verwendung des Geldes schafft.
Die Kommerzialisierung ist ein kritisches Feld: Während sie Professionalität und Skalierbarkeit für Investoren bietet, besteht die Gefahr einer Zweckentfremdung weg von der Hilfe zur Selbsthilfe hin zur reinen Profitmaximierung, was den sozialen Mehrwert für Kreditnehmer gefährden kann.
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