Examensarbeit, 2002
119 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Gegenstand, Ziel und Gliederung der Arbeit
2. Forschungsbereich Interkulturelle Wirtschaftskommunikation
2.1. Entwicklung und Stand der Forschung
2.2. Ansätze und methodologische Grundlage der Arbeit
2.2.1. Der Kontrastiv-pragmatische Ansatz
2.2.2. Interaktions-/prozeßorientierte Ansätze
2.3. Die Bedeutung interkultureller Kommunikation für die Wirtschaft
3. Begriffsdefinitionen
3.1. Die wechselseitige Verknüpfung von Kultur und Sprache
3.1.1. Der zugrundliegende Kulturbegriff
3.1.2. Sprache und Kommunikation
3.1.4. Interkulturelle versus intrakulturelle Kommunikation
3.2. Kommunikation in wirtschaftlichen Zusammenhängen
3.2.1. Wirtschaft
3.2.2. Interkulturelle Wirtschaftskommunikation
4. Allgemeine Voraussetzungen und Probleme fremdkultureller Begegnungen
4.1. Mißverständnisse
4.2. Lernersprachliche Defizite
4.3. Wahl der Kontaktsprache
4.4. Pragmatischer Transfer
5. Mündliche versus schriftliche Wirtschaftskommunikation: Eine Abgrenzung
5.1. Kulturbedingte Kommunikationsunterschiede im Bereich Mündlichkeit versus Schriftlichkeit
5.2. Der Geschäftsbrief
6. Verbale Kommunikation
6.1. Face-to-face-Kommunikation in Abgrenzung zu Telefongesprächen
6.2. Sprachliches Lexikon
6.3. Sprechakte
6.4. Sprechhandlungssequenzen
6.4.1. Begrüßung
6.4.2. Höflichkeit
6.4.3. Anredeformen
6.5. Konventionen des Diskursablaufs
6.6. Grad der Indirektheit
7. Paraverbale Kommunikation
7.1. Rhythmus und Lautstärke
7.2. Prosodie und Tonhöhe
8. Nonverbale Kommunikation
8.1. Gestik
8.2. Mimik und Blickkontaktverhalten
8.3. Körperhaltung
9. Extraverbale Elemente
9.1. Die Sprache des Raumes
9.2. Die Zeitsprache
9.3. Die Vertragssprache
9.4. Denkmuster
9.5. Kontextabhängigkeit in der Kommunikation
10. Kommunikativer Stil
10.1. Die Bedeutung von Kontextualisierungshinweisen
10.2. Stilunterschiede und ihre Relevanz für Mißverständnisse
11. Unterschiede im Rezipientenverhalten
11.1. Hörersignale
11.2. Rezipientenechos
12. Der Übersetzer als Vermittler
12.1. Problemfelder der Übersetzung
12.1.1. Lexikalisch-semantische Konventionen
12.1.2. Para- und nonverbale Konventionen
12.1.3. Konventionen pragmatischer Sprechhandlungen
13. Interkulturelle Kommunikation mit sprachlichen Hindernissen
13.1. Falsche Anrede als Auslöser für Mißverständnisse
14. Schlußbetrachtung
15. Verzeichnisse
Die Arbeit analysiert die interkulturell bedingten Kommunikationsprobleme in internationalen Wirtschaftsbeziehungen mit Fokus auf die direkte mündliche Interaktion, um ein theoretisches Verständnis für das Zustandekommen von Missverständnissen zu schaffen.
13.1. Falsche Anrede als Auslöser für Mißverständnisse
In verschiedenen Kulturen haben wirtschaftliche Beziehungen unterschiedlichen Charakter; während in Asien der formelle Rahmen eine große Rolle spielt, gehört zur amerikanischen Geschäftsbeziehung auch die persönliche Beziehung.
Der interkulturell-agierende Manager kann nicht davon ausgehen, daß sein Anredesystem in allen Ländern angemessen ist. Während in vielen englischen Kulturen Offenheit, Gleichheit und Nähe in wirtschaftlichen Beziehungen großgeschrieben werden, sind die Asiaten im Vergleich formeller und zurückhaltender orientiert.
Mr. Richardson geht mit einem guten Gefühl aus dem Gespräch. In seinen Augen ist die persönliche Anrede mit dem Vornamen, sowie das Lächeln seines asiatischen Kollegen ein gutes Zeichen für eine erfolgreiche weitere Zusammenarbeit. Im Gegensatz zu Mr. Chu; er geht mit einer sehr distanzierten Haltung aus dem Gespräch. Seine Einschätzung über die weiteren geschäftlichen Beziehungen ist wohl eher negativ. Ausschlaggebend ist zum einen die, von Mr. Richardson gewählte Anredeform. Insbesondere amerikanische Manager bevorzugen schon beim ersten Business-Meeting die persönliche Anrede mit dem Vornamen (Just call me Andy). Im asiatischen Kontext ist aber eine solche Beziehung undenkbar. Hierarchie, Status und Grad der Vertrautheit spielen eine große Rolle. Mr Chu würde dementsprechend die unpersönliche Anrede (Mr. Chu/Mr. Richardson) in diesem Kontext bevorzugen.
1. Einleitung: Stellt den Forschungsgegenstand, das Ziel und die Gliederung der Arbeit vor, mit Fokus auf interkulturelle Missverständnisse in der Wirtschaft.
2. Forschungsbereich Interkulturelle Wirtschaftskommunikation: Erläutert die Entwicklung des Forschungsbereichs, zentrale methodische Ansätze und die Relevanz interkultureller Kommunikation für die heutige globale Wirtschaft.
3. Begriffsdefinitionen: Definiert die zentralen Termini wie Kultur, Kommunikation, interkulturelle Kommunikation und Wirtschaft im Hinblick auf den Untersuchungsrahmen.
4. Allgemeine Voraussetzungen und Probleme fremdkultureller Begegnungen: Diskutiert die Unsicherheiten in fremdkulturellen Begegnungen, die Rolle von Missverständnissen und den Einfluss von lernersprachlichen Defiziten.
5. Mündliche versus schriftliche Wirtschaftskommunikation: Eine Abgrenzung: Grenzen beide Kommunikationsformen voneinander ab und beleuchtet die Rolle von Kulturbedingtheiten und des Geschäftsbriefs.
6. Verbale Kommunikation: Analysiert face-to-face-Interaktionen, Sprechakte und Konventionen des Diskursablaufs in interkulturellen Kontexten.
7. Paraverbale Kommunikation: Untersucht den Einfluss von Rhythmus, Lautstärke, Prosodie und Tonhöhe auf die interkulturelle Verständigung.
8. Nonverbale Kommunikation: Behandelt die Bedeutung von Gestik, Mimik und Körperhaltung als Teil des kulturellen Kommunikationsrepertoires.
9. Extraverbale Elemente: Analysiert den Einfluss von Raumverhalten, Zeitkonzepten, Vertragsgestaltung und kulturellen Denkmustern.
10. Kommunikativer Stil: Führt in die Theorie der kulturellen Stile ein und diskutiert die Bedeutung von Kontextualisierungshinweisen.
11. Unterschiede im Rezipientenverhalten: Widmet sich der Rolle von Hörersignalen und Rezipientenechos in interkulturellen Gesprächssituationen.
12. Der Übersetzer als Vermittler: Beleuchtet die verantwortungsvolle Rolle des Sprachmittlers bei der Überbrückung kultureller Differenzen.
13. Interkulturelle Kommunikation mit sprachlichen Hindernissen: Illustriert anhand eines konkreten Fallbeispiels (amerikanisch-chinesische Kommunikation) die Auswirkungen von Missverständnissen bei der Anrede.
14. Schlußbetrachtung: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und formuliert Konsequenzen für den Fremdsprachenunterricht.
Interkulturelle Kommunikation, Wirtschaftskommunikation, interkulturelle Kompetenz, Sprachwissenschaft, Wirtschaftsbeziehungen, Missverständnisse, kontrastive Pragmatik, interaktionale Soziolinguistik, Kontextualisierung, verbale Kommunikation, nonverbale Kommunikation, fremdkulturelle Begegnungen, Dolmetschen, Übersetzen, kulturelle Distanz.
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Interkulturalität auf interpersonale Kommunikationssituationen im wirtschaftlichen Kontext.
Die Themenfelder umfassen den Forschungsbereich der interkulturellen Wirtschaftskommunikation, die linguistische Analyse verschiedener Kommunikationsebenen sowie die Untersuchung von Missverständnissen und Interaktionsproblemen.
Das Ziel ist es, einen Überblick über Problembereiche der interkulturellen Kommunikation in der Wirtschaft zu geben und kritisch zu analysieren, welche kommunikativen Probleme in direkten Interaktionen zwischen internationalen Geschäftspartnern auftreten können.
Die Arbeit nutzt eine ansätze-übergreifende Methode, die sich primär an der kontrastiven Pragmatik und dem interaktionistischen Ansatz (interaktionale Soziolinguistik) orientiert.
Der Hauptteil analysiert die verbalen, paraverbalen, nonverbalen und extraverbalen Dimensionen der Kommunikation sowie den Einfluss von kommunikativen Stilen und dem Rezipientenverhalten auf die Verständigung zwischen international agierenden Managern.
Zentrale Begriffe sind u.a. Interkulturelle Kompetenz, interkulturelle Wirtschaftskommunikation, interkulturelle Missverständnisse, Kontextualisierung, Sprachmittler und kulturelle Distanz.
Es dient als Referenzpunkt in der Diskussion um Bedeutungsschichten von Aussagen, auch wenn der Autor für die vorliegende Arbeit kritisch hinterfragt, ob es prozesshafte kontextgebundene Kommunikation ausreichend erklären kann.
Es veranschaulicht drastisch, wie selbst eine formal kleine Unstimmigkeit, wie die Wahl der Anredeform, aufgrund kultureller Unterschiede (Hierarchie vs. Offenheit) zu einem schwerwiegenden Vertrauensbruch in einer Geschäftsbeziehung führen kann.
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