Bachelorarbeit, 2015
36 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Motivation
2.1 Intrinsische Motivation
2.2 Extrinsische Motivation
3. Der Verdrängungseffekt
3.1 Kognitive Evaluationstheorie
3.2 Theorie des prosozialen Verhaltens von Bénabou und Tirole
4. Empirische Belege
4.1 Das Laborexperiment „Click for Charity”
4.2 Feldexperiment zum Bau von Endlagern für Atommüll
4.3 Ergebnisse der Metaanalyse von Deci, Koestner und Ryan
5. Implikationen der Erkenntnisse
5.1 Anreizsetzung im Bereich prosozialer Aktivitäten
5.2 Anreizsetzung außerhalb des Bereichs prosozialer Aktivitäten
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den sogenannten Verdrängungseffekt, bei dem extrinsische Anreize die intrinsische Motivation einer Person senken oder vollständig verdrängen können, und leitet daraus Implikationen für die Anreizsetzung in verschiedenen Lebensbereichen ab.
3.1 Kognitive Evaluationstheorie
Die kognitive Evaluationstheorie (KET) wurde von den Psychologen Deci und Ryan in den 1980er Jahren auf Basis verschiedener Studien entwickelt. Sie ist ein Teilbereich der bereits erwähnten Theorie der Selbstbestimmung und wurde mittlerweile durch zahlreiche empirische Belege bekräftigt. (Deci & Ryan 2000b) Unter anderem die Ergebnisse der in Kapitel 4 thematisierten Metaanalyse von Deci, Koestner und Ryan harmonieren mit deren grundlegenden Behauptungen. (Deci, Koestner & Ryan 1999)
In der KET sind Selbstbestimmung und Kompetenz als zwei zentrale psychologische Bedürfnisse genannt, welche die Grundlage für intrinsische Motivation sind. Menschen haben demnach das Bedürfnis, selbständig Entscheidungen zu treffen und sich für die Konsequenzen ihres Handels verantwortlich zu fühlen. Zusätzlich wollen sie sich beim Ausführen einer Tätigkeit als kompetent wahrnehmen. Laut Deci ist nun für das Auftreten des Verdrängungseffekts entscheidend, wie ein Anreiz durch den Empfänger interpretiert wird. Er hängt davon ab, inwieweit die wahrgenommene Selbstbestimmung bzw. Kompetenz des Empfängers beeinflusst wird. Kommt es zu einem Absinken, wird in der Folge die intrinsische Motivation verdrängt. (Deci, Koestner & Ryan 1999)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, ob und unter welchen Umständen extrinsische Anreize die intrinsische Motivation verdrängen, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Motivation: Dieses Kapitel definiert und unterscheidet die Grundbegriffe der intrinsischen und extrinsischen Motivation sowie die verschiedenen Ausprägungen von extrinsischen Anreizen.
3. Der Verdrängungseffekt: Hier werden theoretische Erklärungsmodelle, insbesondere die Kognitive Evaluationstheorie und die Theorie des prosozialen Verhaltens nach Bénabou und Tirole, vorgestellt.
4. Empirische Belege: Dieser Teil präsentiert praktische Studien, darunter das „Click for Charity“-Experiment, ein Feldexperiment zu Atommüll-Endlagern und eine umfassende Metaanalyse, um den Verdrängungseffekt zu belegen.
5. Implikationen der Erkenntnisse: Auf Basis der vorangegangenen Theorie und Empirie werden konkrete Handlungsempfehlungen für die Anreizsetzung in prosozialen und betriebswirtschaftlichen Kontexten abgeleitet.
6. Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Grenzen der aktuellen Forschung sowie den Bedarf an verbesserten Messmethoden.
Verdrängungseffekt, intrinsische Motivation, extrinsische Anreize, Kognitive Evaluationstheorie, prosoziales Verhalten, Reputationsmotivation, Selbstbestimmung, Kompetenz, Signalwirkung, Metaanalyse, Anreizsetzung, Altruismus, Feldexperiment, Laborexperiment, Eigenmotivation.
Die Arbeit untersucht das psychologische und ökonomische Phänomen, bei dem durch die Einführung externer Belohnungen (wie Geld) die ursprünglich vorhandene, innere Freude oder Motivation an einer Tätigkeit (intrinsische Motivation) abnimmt oder verdrängt wird.
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung der Motivation, dem prosozialen Verhalten, dem Einfluss von Reputation sowie der Analyse von Anreizsystemen in verschiedenen gesellschaftlichen und unternehmerischen Bereichen.
Ziel ist es zu untersuchen, unter welchen Bedingungen extrinsische Anreize zur Verdrängung von intrinsischer Motivation führen, und daraus praktische Richtlinien für das Setzen von Anreizen abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorieanalyse sowie der Auswertung empirischer Belege, bestehend aus spezifischen Laborexperimenten, einem Feldexperiment und einer Metaanalyse von 128 Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (KET und Bénabou/Tirole-Modell), die empirische Überprüfung durch verschiedene Experimente sowie die anschließende Ableitung von Implikationen für die Anreizgestaltung.
Wichtige Begriffe sind Verdrängungseffekt, intrinsische Motivation, extrinsische Anreize, Kognitive Evaluationstheorie, Reputationsmotivation und prosoziales Verhalten.
Sichtbarkeit ist entscheidend für das Reputationsanliegen: Akteure möchten sich selbst und anderen signalisieren, dass sie "gut" oder großzügig sind. Sinkt die Sichtbarkeit, verändert sich die Wirkung von Anreizen auf die Motivation.
Die KET unterscheidet, ob ein Anreiz primär kontrollierend wirkt (was die intrinsische Motivation eher senkt) oder informierend wirkt (was die wahrgenommene Kompetenz steigern und die Motivation stützen kann).
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass monetäre Anreize nicht pauschal effektiv sind; bei Tätigkeiten mit intrinsischem Potenzial können sie das Engagement oft eher schwächen, weshalb eine Einzelfallbetrachtung notwendig ist.
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