Magisterarbeit, 2011
100 Seiten, Note: 16/20 (Sehr gut)
1 Einführung
1.1 „Die Verlobung in St. Domingo“: Zum geschichtlichen Hintergrund
1.2 Entstehungshintergrund von „Die Verlobung in St Domingo“
1.3 „Die Verlobung in St. Domingo“: Fiktion oder Realität?
1.4 Problemsphären der Novelle
1.4.1 Bedeutung der Begriffe Rache und Gewalt
1.4.2 Gewalt in Kleists „Die Verlobung in St. Domingo“
2 Zur Analyse der Gewalt in der Novelle
2.1 Verhältnisse und Konfliktverhältnisse: Congo Hoango und sein Herr
2.1.1 Die hemmungslose Wut von Congo Hoango
2.1.2 Congo Hoango und Babekan
2.1.3 Die Leichtgläubigkeit von Gustav von der Ried
2.2 Zur Rettung Gustav von der Rieds.
2.3 Frauenbilder in Kleists „ Die Verlobung in St. Domingo“
2.3.1 Babekan und Toni: perfekte Schauspielerinnen
2.3.2 Die nachtragende Sklavin und deren Rache an ihrem ehemaligen Herrn
2.3.3 Babekan und Gustav von der Ried
2.4 Frauen und die Gewaltlosigkeitsideologie in dem Werk
2.4.1 Toni, die Verkörperung von Gewaltlosigkeit
2.4.2 Tonis vergebliche Hingabe
2.4.3 Liebe als Wendepunkt der Erzählgeschichte
2.5 Misstrauen und Missverständnis: Toni und Gustav von der Ried
2.6 Menschenopfer als Ende der Feindseligkeiten.
3 Zur Analyse der Novelle und Kleists Lebensende
3.1 Perspektive oder Perspektivlosigkeit : Kleist und die Novelle
3.2 Erzähltechnik bei Kleist
3.3 Die Thematik der Gewaltlosigkeit im Anschluss an die Novelle
4 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die durch Gewalt und Rache geprägte Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ von Heinrich von Kleist. Das primäre Ziel ist es, die in der Erzählung dargestellten Konflikte zu analysieren und dabei die Möglichkeiten der Gewaltlosigkeit und Verständigung kritisch zu reflektieren, um die europäische beziehungsweise deutsche Tradition der Konfliktbewältigung in der Literatur mit afrikanischen Handlungsstrategien zu vergleichen.
Gewalt in Kleists „Die Verlobung in St. Domingo“
Anfangs handelt es sich um die Figur des Herrn Guillaume von Villeneuve, den Pflanzungsbesitzer. Man stellt fest, dass seine Macht über die Sklaven ihm nicht nur erlaubt, sich Congo Hoango und noch andere Sklaven zu kaufen, sondern auch Congo Hoango wieder die Freiheit zu schenken. Eine Art Willkür übt er Babekan gegenüber; erstens indem auf seine Veranlassung Babekan sechzig Peitschenhiebe gegeben werden und zweitens, als sie Congo Hoango, dem Aufseher seiner Pflanzung, als Frau attribuiert wird. Die von Kleist fortdauernd verarbeitete Gewalt lässt seinen Leser bestürzt, denn fast nichts Positives wird ihm auf den ersten Blick nach dem Lesen beigebracht.
Guillaume von Villeneuve erweist sich auf diese Weise in der Novelle als absolut unnachgiebiger Herr, der mit voller Macht über alles herrscht. Bemerkenswert ist hier auch zu notieren, dass er einen adligen Namen trägt. Was Herrn Strömli, Gustav von der Ried und Congo Hoango anbelangt, liegt unter den drei ein aufeinander bezogenes Handeln, denn schließlich sieht Congo Hoango ein, dass das Leben seiner zwei Söhne nun von den Weißen abhängt. Herr Strömli stellt auch fest, dass sie noch infolge Babekans Gnade, leben, da Babekan auf Gustavs Bitte nach dem Erzähler ihnen am Möwenweiher einen Korb Lebensmittel zuschickt. Durch den Korb Lebensmittel wird falsche Hoffnung Gustav vermittelt und er wird hinter das Licht geführt.
1 Einführung: Hinführung zum Thema Gewalt und Rache in Kleists Novelle unter Berücksichtigung historischer und biographischer Hintergründe sowie der eigenen Motivation des Autors.
2 Zur Analyse der Gewalt in der Novelle: Tiefgehende Untersuchung der Konfliktverhältnisse zwischen den Figuren, wobei physische und psychische Gewalt als Kernmotive herausgearbeitet werden.
3 Zur Analyse der Novelle und Kleists Lebensende: Verknüpfung der narrativen Strukturen der Novelle mit Kleists biographischem Hintergrund und seinem tragischen Suizid.
4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Reflexion über die Gewaltlosigkeit als erstrebenswertes Ziel und die Bedeutung von Kleists Werk für moderne Konfliktbewältigung.
Heinrich von Kleist, Die Verlobung in St. Domingo, Gewalt, Rache, Sklavenaufstand, Haiti, Konfliktbewältigung, Gewaltlosigkeit, Toni, Congo Hoango, Babekan, Gustav von der Ried, Literaturwissenschaft, Menschenrechte, Humanität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der literaturwissenschaftlichen Analyse der Gewalt und Rache in Heinrich von Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“.
Neben der Darstellung von physischer und psychischer Gewalt im Kontext des Sklavenaufstands auf Haiti stehen die Themen Vertrauen, Verrat, Täuschung und die Möglichkeiten gewaltfreier Konfliktlösung im Zentrum.
Ziel ist es, die Mechanismen der Gewalt in der Novelle offenzulegen und kritisch zu reflektieren, wie Möglichkeiten der Verständigung in einem solch destruktiven Umfeld bewertet werden können.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende literaturwissenschaftliche Textanalyse, ergänzt durch historische Kontexte, biographische Bezüge zu Kleist und philosophische Reflexionen zur Ethik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Gewaltverhältnisse zwischen den Charakteren, eine Untersuchung der Frauenfiguren sowie die Einordnung der Erzähltechnik in den Kontext von Kleists Denken.
Die wichtigsten Schlagworte sind Gewalt, Rache, Sklaverei, Humanität, Verrat, Kleist und Konfliktbewältigung.
Die Arbeit zieht eine Parallele zwischen dem gewaltsamen Ausgang der Novelle und Kleists Suizid, wobei sie Kleists Tod als eine Form von „Selbstbezichtigung“ oder „verschlüsseltem Eingeständnis“ interpretiert.
Sie werden als Akteurinnen analysiert, die einerseits durch Täuschungsmanöver (List) agieren, andererseits – besonders Toni – als ambivalente Figuren zwischen Gewaltakzeptanz und dem Streben nach Humanität dargestellt werden.
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