Bachelorarbeit, 2015
79 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Musik und Jugend
2.1 Musik
2.1.1 Geschichte der Musik
2.1.2 Musiknutzung in der heutigen Zeit
2.2 Jugend
2.2.1 Geschichte der Jugend
2.2.2 Jugend in der modernen Gesellschaft
2.3 Bedeutung von Musik im Jugendalter
3. Musikalische Selbstsozialisation
3.1 Die Theorien Bourdieus
3.1.1 Der Habitus
3.1.2 Kapital und Klasse
3.1.3 Geschmack als Mittel zur Distinktion
3.2 Musikalische Sozialisation
3.3 Das Konzept der Selbstsozialisation
3.3.1 Das Modell des produktiv Realität verarbeitenden Subjekts
3.3.2 Selbstsozialisation
3.4 Das Konzept musikalischer Selbstsozialisation
3.4.1 Kritik am Konzept
4. Unsichtbare Bildungsprogramme in Jugendszenen
4.1 Jugendkultur(en), Subkultur und Szene
4.2 Der Kompetenz-Leitfaden
5. Heavy Metal
5.1 Die Szene und ihre Musik
5.2 Der Metal-Stil
5.3 Szenetreffpunkte und –Events
6. Das unsichtbare Bildungsprogramm der Heavy Metal-Szene
6.1 Basale szeneintern relevante Kompetenzen
6.2 Szeneintern relevante Kompetenzen zur Ressourcenschöpfung
6.3 Allgemein alltagspraktisch relevante Kompetenzen
6.4 Nicht-zertifizierte berufspraktisch relevante Kompetenzen
6.5 Quasi-zertifizierte berufspraktisch relevante Kompetenzen
6.6 Formal-zertifizierte berufspraktisch relevante Kompetenzen
7. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung von Musik und musikalischen Jugendszenen sowie deren Einfluss auf die Entwicklung und Sozialisation Jugendlicher zu analysieren. Dabei soll insbesondere das wissenschaftlich oft unterschätzte Potenzial der Heavy-Metal-Szene als Lernumfeld beleuchtet werden, um zu beweisen, dass die dort erworbenen Kompetenzen einen Mehrwert über die Szene hinaus bieten.
3.1.1 Der Habitus
Das zentrale Konzept, das in Bourdieus Soziologie immer wieder auftaucht, ist das des „Habitus“. Bourdieu hat den Begriff nicht erfunden, er wurde schon von Autoren unterschiedlichster theoretischer Herkunft verwendet, wie z.B. Hegel, Weber und Durkheim, aber keiner hat den Habitus-Begriff so stark geprägt wie er (vgl. Fröhlich 1994, S. 38).
Bourdieu geht davon aus, dass die Reproduktion von Klassenunterschieden, bzw. von Ungleichheiten, zustande kommt, indem Individuen durch die Struktur der Gesellschaft bestimmte Handlungsdispositionen ausprägen, die die Praxis dieser bestimmen, also Einfluss nehmen auf die Verhaltensweisen der Individuen. Dies wiederum führt dazu, dass die ursprüngliche Struktur immer wiederhergestellt wird. Der Habitus nimmt dabei die Form eines Vermittlers zwischen Struktur und Praxis ein. „Er ist definiert als ein System von Dispositionen, die als Denk-, Wahrnehmungs- und Beurteilungsschemata im Alltagsleben fungieren“ (Müller 1986, S. 163) und ist weiterhin für die Ausprägung eines Lebensstils verantwortlich (vgl. Bourdieu 1987a, S. 281). Er ist nicht nur strukturierende, im Sinne von die Praxis lenkende und Wahrnehmung organisierende, Struktur, sondern auch strukturierte Struktur (vgl. ebd., S. 279), da er durch gewisse Praxisformen, die wiederum durch sozialstrukturierte Dispositionen eingeschränkt sind, bestimmt wird.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, stellt die Zielsetzung der Arbeit dar und erläutert den Aufbau der theoretischen Abhandlung.
2. Musik und Jugend: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung von Musik und Jugend und analysiert die Funktionen, die Musik im Leben Jugendlicher einnimmt.
3. Musikalische Selbstsozialisation: Es wird in die Theorien von Pierre Bourdieu eingeführt und das von Renate Müller entwickelte Konzept der musikalischen Selbstsozialisation vorgestellt.
4. Unsichtbare Bildungsprogramme in Jugendszenen: Dieses Kapitel behandelt das Konzept von Hitzler und Pfadenhauer, welches als Erweiterung der Selbstsozialisationstheorie dient und den Kompetenz-Leitfaden einführt.
5. Heavy Metal: Hier wird die Heavy-Metal-Szene porträtiert, inklusive ihrer Geschichte, typischer Stile, Events und der Zusammensetzung ihrer Anhängerschaft.
6. Das unsichtbare Bildungsprogramm der Heavy Metal-Szene: Unter Anwendung des Kompetenz-Leitfadens wird untersucht, welche informellen Kompetenzen sich Jugendliche innerhalb der Heavy-Metal-Szene selbst aneignen.
7. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den positiven Einfluss von musikalischen Jugendszenen auf die persönliche Entwicklung Jugendlicher.
Musik, Jugendalter, Selbstsozialisation, Heavy Metal, Jugendszenen, Pierre Bourdieu, Habitus, Kompetenz, Sozialisation, Musikgeschmack, Distinktion, Bildung, Identitätsbildung, informelles Lernen, Szenegänger
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Musik für Jugendliche, insbesondere im Kontext von musikalischen Jugendszenen wie Heavy Metal, und wie diese Szenen zur Sozialisation und persönlichen Entwicklung beitragen.
Zu den zentralen Themen gehören die Musiksoziologie, Jugendforschung, das Konzept der Selbstsozialisation nach Renate Müller, Bourdieu’sche Klassentheorien sowie die Theorie der „unsichtbaren Bildungsprogramme“ in Szenen.
Ziel ist es, den Mehrwert von Jugendszenen aufzuzeigen, den negativen Vorurteilen gegenüber Heavy Metal wissenschaftlich zu begegnen und darzustellen, dass Jugendliche in Szenen wertvolle Kompetenzen für ihr Leben erwerben.
Es handelt sich um eine theoretische Abhandlung, die auf der Auswertung soziologischer Fachliteratur, Studien zum Musikverhalten und der Anwendung theoretischer Konzepte (z.B. Kompetenz-Leitfaden) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Bourdieu, Selbstsozialisation, Szenenbegriff), ein Porträt der Heavy-Metal-Szene und die anschließende Analyse des dortigen unsichtbaren Bildungsprogramms.
Die wichtigsten Begriffe sind musikalische Selbstsozialisation, Heavy Metal, Habitus, informelle Bildung, Szenen-Kompetenzen, Identitätsbildung und Distinktion.
Er beschreibt, dass Jugendliche in der Szene durch Eigeninitiative und informellen Austausch sehr konkrete alltags- und berufsrelevante Kompetenzen erlernen, die von offiziellen Institutionen oft nicht als Bildung anerkannt werden.
Kritiker bemängeln unter anderem die Gefahr der Trivialität (da jede Sozialisation einen Eigenanteil hat), eine zu starke Trennung von „Selbst“ und „Fremd“ sowie das Ausblenden der Kindheit und milieubedingter Ungleichheiten.
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