Masterarbeit, 2013
70 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Gegenstand und Ziel der Arbeit
1.2 Gliederung der Arbeit
2. Unterrichtsstörungen
2.1 Problemhorizont und Begriffsklärung
2.2 Erscheinungsformen von Unterrichtsstörungen
2.3 Häufigkeit der Erscheinungsformen
3. Untersuchungskriterien zur Bewertung der therapeutischen Ansätze
4. Psychotherapeutische Ansätze über Störverhalten
4.1 Psychotherapie – Definition und Eingrenzung
4.2 Tiefenpsychologischer Ansatz: Individualtherapie
4.2.1. Konzept der Individualtherapie
4.2.2. Individualtherapeutische Erziehungsprinzipien
4.2.3. Ursachen und Therapie von Verhaltensstörungen
4.2.4. Finalität von Störverhalten im Unterricht
4.2.5. Umgang mit Störverhalten im Unterricht
4.2.6. Wege der Prävention
4.2.7. Verwendbarkeit des individualtherapeutischen Ansatzes
4.3 Behavioristischer Ansatz: Verhaltenstherapie
4.3.1. Konzept der Verhaltenstherapie
4.3.2. Verhaltenstherapeutische Erziehungsprinzipien
4.3.3. Erklärung von Störungen aus der verhaltenstherapeutischer Sicht
4.3.4. Umgang mit Störungen und Unterrichtsgestaltung
4.3.5. Wirksamkeit der Verhaltensmodifikation
4.4 Humanistischer Ansatz: Gesprächspsychotherapie
4.4.1. Konzept der Gesprächspsychotherapie
4.4.2. Erziehung nach dem Grundsatz der humanistischen Pädagogik
4.4.3. Erklärung von Störverhalten aus der Perspektive der Gesprächspsychotherapie
4.4.4. Umgang mit Störungen und Unterrichtsgestaltung
4.4.5. Verwendbarkeit des gesprächspsychotherapeutischen Ansatzes
4.5 Systemischer Ansatz: Familientherapie
4.5.1. Konzept der Familientherapie
4.5.2. Erziehungsprinzipien nach dem Grundsatz der Familientherapie
4.5.3. Erklärung von Störverhalten aus systemischer Sicht
4.5.4. Umgang mit Störungen und Unterrichtsgestaltung
4.5.5. Verwendbarkeit des familientherapeutischen Ansatzes
5. Ergebnisvergleich der verschiedenen Ansätze
5.1 Ergebnisübersicht
5.2 Anwendung auf ein Fallbeispiel
6. Resümee
Die Arbeit untersucht psychotherapeutische Ansätze als Orientierungshilfe für Lehrkräfte, um Unterrichtsstörungen besser zu verstehen, ihnen schülerorientiert entgegenzuwirken und präventiv tätig zu sein. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse und dem Vergleich der vier Hauptrichtungen der Psychotherapie im schulischen Kontext.
4.2.1. Konzept der Individualtherapie
Die Individualtherapie (IT) stützt sich auf die Individualpsychologie Alfred Adlers (1870 bis 1937), eines Wiener Allgemeinmediziners und Psychotherapeuten (vgl. Grawe; Donati; Bernauer 1995, S. 236). Beeinflusst durch den südafrikanischen Philosophen und Politiker Jan Smuts, vertrat Adler eine holistische Sichtweise. So nimmt die Betrachtung des Menschen als Ganzes eine zentrale Rolle in seinen Theorien ein. Adler grenzte sich im Gegensatz zu Freud davon ab, die Persönlichkeit in einzelne Elemente, wie Triebe, Instanzen, etc. aufzuspalten (vgl. Kriz 1985, S. 50). Der Mensch ist nach Adler vielmehr im physischen als auch im sozialen Sinn im Kontext seiner Umgebung zu verstehen und wird durch individuelle Gegebenheiten und soziale Anforderungen beeinflusst.
Der Begriff der IT basiert daher auf dem lateinischen Wort „Individuum“, welches „Unteilbares“ bedeutet. (vgl. Boeree 2006, S. 17ff) Anders als Freud, vertrat Adler die These, dass die gesamtheitlichen seelischen Vorgänge ein „fiktives Endziel“ (Grawe; Donati; Bernauer 1995, S. 236) anstreben. Seine Theorie über den Aggressionstrieb im Menschen, der zum Ausdruck kommt, wenn Bedürfnisse nach Liebe, Sex, Essen, etc. nicht befriedigt werden, rief sogar Spannungen mit seinem Kollegen Freud hervor. Dieser beharrte auf der zentralen Position des Sexualtriebes in der psychoanalytischen Theorie. Später bezeichnete Adler den Ursprungstrieb im Menschen als das Streben nach Perfektion, welche sich in der Sehnsucht eines Menschen, seine Potentiale vollkommen auszuschöpfen und seinem Lebensideal stetig anzunähern, manifestiert.
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert das Thema Unterrichtsstörungen aus Lehrerperspektive und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, psychotherapeutische Ansätze als Orientierungshilfe zu nutzen.
2. Unterrichtsstörungen: Dieses Kapitel nähert sich dem Begriff der Unterrichtsstörung, klassifiziert verschiedene Erscheinungsformen und analysiert deren Häufigkeit.
3. Untersuchungskriterien zur Bewertung der therapeutischen Ansätze: Hier werden die Kriterien definiert, nach denen die Ansätze später bewertet werden: allgemeine Erziehungsgrundsätze, Ursachen, Interventionsmöglichkeiten und Prävention.
4. Psychotherapeutische Ansätze über Störverhalten: Dieses Kapitel stellt die vier Hauptrichtungen der Psychotherapie (Individualtherapie, Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie, Familientherapie) in Bezug auf ihre Konzepte, Erziehungsprinzipien, Ursachenerklärungen und Möglichkeiten zur Unterrichtsgestaltung vor.
5. Ergebnisvergleich der verschiedenen Ansätze: Dieses Kapitel vergleicht die Ansätze anhand von Tabellen und wendet die theoretischen Erkenntnisse exemplarisch auf ein Fallbeispiel an.
6. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung einer wertschätzenden Grundhaltung des Pädagogen.
Unterrichtsstörungen, Individualtherapie, Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie, Familientherapie, Pädagogische Psychologie, Störverhalten, Intervention, Prävention, Lehrer-Schüler-Beziehung, Klassenführung, Gemeinschaftsgefühl, Verhaltensmodifikation, Humanistische Pädagogik, Systemische Therapie
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Umgang von Lehrkräften mit Unterrichtsstörungen durch die Einbeziehung psychotherapeutischer Erkenntnisse.
Die zentralen Themen sind die Analyse von Unterrichtsstörungen, die theoretischen Ansätze der Psychotherapie und deren praktische Umsetzung im Schulalltag.
Das Ziel ist es, durch die Aufarbeitung psychotherapeutischer Theorien Hilfestellungen zu gewinnen, damit Lehrkräfte Problemverhalten besser verstehen, gezielter unterstützen und weiteren Störungen vorbeugen können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und einem Ergebnisvergleich verschiedener psychotherapeutischer Konzepte, ergänzt durch die Anwendung auf ein praxisnahes Fallbeispiel.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Störungen, die tiefgehende theoretische Analyse der vier therapeutischen Richtungen sowie deren direkte Anwendungsmöglichkeiten auf den Unterricht.
Zu den prägenden Begriffen gehören Unterrichtsstörungen, Interventionsmöglichkeiten, Prävention, Lehrer-Schüler-Beziehung und psychotherapeutische Ansätze.
Der systemische Ansatz betrachtet Störungen nicht isoliert als individuelles Problem des Schülers, sondern als Ausdruck einer Fehlfunktion innerhalb eines sozialen Bezugssystems (z.B. Familie).
In allen vier untersuchten Ansätzen wird Bestrafung als ineffektiv oder kontraproduktiv abgelehnt; stattdessen steht die Förderung erwünschten Verhaltens und die Stärkung der Selbsthilfekräfte im Fokus.
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