Bachelorarbeit, 2014
44 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Handlungsfeld Schulseelsorge
2.1 Was ist Schulseelsorge? - Versuch einer Definition
2.2 Rahmenbedingungen
2.3 Notwendigkeit von Seelsorge in der Schule
2.3.1 Folgen der veränderten Lebenswelt
2.3.2 Auftrag der Kirche
2.4 Einsatzorte/Handlungsfelder und Bezugspersonen
2.5 Zwischenfazit
3. Kompetenzen und Seelsorgetheorien
3.1 Allgemeine Kompetenzen von Seelsorgern in der Schule
3.2 Kompetenzorientierung im Studium
3.3 Methoden: Das Kurzgespräch und die kollegiale Beratung
3.3.1 Das Kurzgespräch
3.3.2 Kollegiale Beratung
3.4 Einordnung in gegenwärtige Seelsorgetheorien
3.4.1 Alltagsseelsorge
3.4.2 Systemische Seelsorge
3.4.3 Biblische Seelsorge
4. Vergleich der Qualifizierungen in den Landeskirchen
4.1 Evangelische Kirche Hessen und Nassau
4.1.1 Entwicklung
4.1.2 Konzept
4.1.3 Zielgruppe
4.2 Evangelische Kirchen in Baden
4.2.1 Konzept bis 2012
4.2.2 Zusammenschluss mit Württemberg
4.2.3 Zielgruppe
4.3 Ein Vergleich
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Handlungsfeld der evangelischen Schulseelsorge, identifiziert notwendige Kompetenzen für Seelsorger im schulischen Kontext und vergleicht verschiedene Qualifizierungskonzepte innerhalb der deutschen Landeskirchen, um die Qualität und Zukunftsfähigkeit dieses kirchlichen Dienstes aufzuzeigen.
3.3.1.2 Fragetechniken
Die Fragetechniken im Kurzgespräch sind so gewählt, das die obengenannten Eigenschaften eintreffen. Da Menschen von klein auf ihre inneren Gefühle/Wahrnehmungen durch Sprache oder Bewegungen ausdrücken, ist es wichtig, dass der Seelsorger sich an der Sprache der ratsuchenden Person orientiert. Grundlegend ist die mäeutische Fragetechnik. Sie ist nach Gutmann das Herzstück des Kurzgespräches und zielt drauf, dass die ratsuchende Person sich selbst erkundet. Durch geschlossene Fragen, welche nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden können, soll die ratsuchende Person „im positiven Sinne verstört“ werden und ins Überlegen kommen. Sie vermeidet Fragen nach den Ursachen mit den Fragewörtern: „Wieso, warum, weshalb“, sondern blickt in die Zukunft und benutzt Fragewörter der Informationsfragen. Ein Gespräch kann beispielsweise so aussehen:
„Ich habe Probleme…“ (gesenkter Kopf, schlaffe Körperhaltung, leise Stimme.)
„Welche Probleme genau?“ (Aufforderung, selbst aktiv zu definieren)
„Womit haben sie Probleme?“ (Aufforderung Bezüge herzustellen)
„Woher wissen Sie, dass Sie Probleme haben?“ (Aufforderung, sich zu hinterfragen)
„Wie merken Sie ihre Probleme?“ (Aufforderung, alle Sinneswahrnehmungen ernst zu nehmen)
„Was machen die Probleme mit Ihnen?“ (Aufforderung, aus dem Statistischen ins Dynamische zu wechseln)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Bedeutungswandel der Schule als Lebensraum ein und skizziert die Relevanz der Schulseelsorge sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Handlungsfeld Schulseelsorge: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Schulseelsorge, erläutert die Rahmenbedingungen sowie die Notwendigkeit von Seelsorge aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und klärt den Auftrag der Kirche.
3. Kompetenzen und Seelsorgetheorien: Hier werden die erforderlichen Kompetenzen für Seelsorger dargestellt, bewährte Methoden wie das Kurzgespräch analysiert und die Schulseelsorge in verschiedene theoretische Ansätze eingeordnet.
4. Vergleich der Qualifizierungen in den Landeskirchen: Dieses Kapitel stellt die Weiterbildungskonzepte der EKHN sowie der Kirchen in Baden und Württemberg vor und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Schwerpunkte und Zielgruppen.
5. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung reflektiert die positive Entwicklung der Schulseelsorge und benennt zukünftige Herausforderungen sowie notwendige Ausbauschritte der Qualifizierungsangebote.
Schulseelsorge, Evangelische Kirche, Religionsunterricht, Seelsorgekonzepte, Kurzgespräch, Kollegiale Beratung, Schulentwicklung, Seelsorgekompetenz, Schulpastoral, Lebensbegleitung, Systemische Seelsorge, Biblische Seelsorge, Qualifizierung, Krisenintervention, Schulalltag
Die Arbeit beschäftigt sich mit der evangelischen Schulseelsorge als wichtigem Handlungsfeld der Kirche, das über den klassischen Religionsunterricht hinausgeht und Schüler sowie Lehrkräfte bei der Lebensbewältigung unterstützt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Schulseelsorge, den benötigten Kompetenzen des Personals, der Anwendung spezifischer Gesprächsmethoden und dem Vergleich der landeskirchlichen Weiterbildungskonzepte.
Ziel ist es, die Notwendigkeit kirchlicher Seelsorge in der Schule zu begründen und aufzuzeigen, wie durch eine fundierte Qualifizierung eine professionelle und tragfähige seelsorgerliche Praxis an Schulen gestaltet werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Studium von Fortbildungskonzepten verschiedener Landeskirchen sowie der kritischen Auswertung praktisch-theologischer und seelsorgerelevanter Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Handlungsfelder, eine detaillierte Erörterung notwendiger Kompetenzen und Methoden – wie dem Kurzgespräch und der kollegialen Beratung – sowie eine vergleichende Untersuchung der Ausbildungsstrukturen in der EKHN sowie in Baden und Württemberg.
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Schulseelsorge, Seelsorgekompetenz, Kurzgespräch, Schulentwicklung und kirchliches Qualifizierungskonzept definieren.
Die Unterscheidung hilft Seelsorgern, zwischen der aktiven Zuwendung zu Anderen und der notwendigen Selbstfürsorge sowie Reflexion des eigenen Lebens zu differenzieren, um authentisch und professionell in der Schule handeln zu können.
Die kollegiale Beratung bietet Lehrern, die unter hohem Erwartungsdruck stehen, einen geschützten Raum, um gemeinsam Probleme zu reflektieren, Entlastung zu finden und durch den Austausch mit Gleichgestellten handlungsorientierte Lösungen zu entwickeln.
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