Bachelorarbeit, 2015
61 Seiten, Note: 13
1. Debatte über die Branche der präklinischen Notfallmedizin
1.1. Die Gesundheitswirtschaft – Der Rettungsdienst
1.2. Deutsches Rotes Kreuz
1.3. Qualifikationen
1.4. Frauen im Rettungsdienst – Entwicklung und Befunde
1.5. Theoretischer Rahmen
1.5.1.Präferenztheorie
1.5.2.Tast of Discrimination
2. Methodischer Rahmen
2.1. Feldzugang
2.2. Untersuchungsverfahren
2.3. Telefoninterview
2.4. Online Umfrage
2.5. Einschränkungen
2.6. Einordnung der Befragten
2.7. Resultate
2.7.1. Präferenztheorie
2.7.2. Taste of Discrimination
2.7.3. Berufsfeld
3. Resüme
Die vorliegende Arbeit untersucht die signifikant geringe Anzahl weiblicher Beschäftigter im Bereich der Rettungsassistenten und Notfallsanitäter beim hessischen Deutschen Roten Kreuz. Ziel ist es, die strukturellen und soziologischen Ursachen für dieses Ungleichgewicht zu identifizieren, wobei insbesondere die Präferenztheorie nach Catherine Hakim und die Theorie der Taste of Discrimination von Gary Becker angewandt werden, um ein tieferes Verständnis für berufliche Barrieren und geschlechtsspezifische Herausforderungen zu entwickeln.
1. Debatte über die Branche der präklinischen Notfallmedizin
Im Jahr 2014 haben die Menschen in Hessen mehr als 500.000-mal Hilfe vom hessischen Deutschen Roten Kreuz (DRK) Rettungsdienst (RD) in Anspruch genommen (vgl. DRK über uns). „Täglich verletzen sich in Deutschland – statistisch gesehen – rund 100 Menschen so schwer, dass ihr Leben ernsthaft bedroht ist und sie schnellstmöglich notärztliche und intensivmedizinische Hilfe brauchen“ (Fleck 2012). Die Menschen, die im RD in der präklinischen Notfallmedizin arbeiten, sind nur allzu oft die letzte Rettung für viele Menschen. Aber über die Retter, die 365 Tage im Jahr im Einsatz sind, ist wenig in der Wissenschaft bekannt. So gibt es auch keine Erkenntnisse darüber wie viele Frauen im Rettungsdienst tätig sind.
In den Berufsgruppen der Land- und Forstwirtschaft, im produzierenden Gewerbe, in der Energieversorgung sowie im Bergbau waren selbst im Jahr 2011 Frauen in der Minderheit (vgl. Eisenmenger et all. 2014: 552). In der hessischen Notfallrettung des DRK gibt es ebenfalls mehr Männer als Frauen (Stand April 2015). Im RD arbeiten Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Qualifikationen. Diese Arbeit legt ihren Schwerpunkt auf den Beruf des Rettungsassistenten (RettAss) und der Rettungsassistentin, des Notfallsanitäters (NotSan) und der Notfallsanitäterin, welche im qualifizierten Krankentransport und in der präklinischen Notfallmedizin des DRK in Hessen beschäftigt sind. 377 Frauen und 1.803 Männer arbeiten als RettAss und 6 Frauen und 48 Männer als NotSan für das DRK in Hessen (Stand April 2015). Aufgrund dieses großen Unterschiedes zwischen der Geschlechteranzahl ist die Forschungsfrage dieser Arbeit: „Warum sind so wenig Frauen Rettungsassistentin?“. Diese Frage untersucht die Arbeit quantitativ. Sie hat einen explorativen Charakter und ist nicht als repräsentativ für die gesamte Branche anzusehen.
1. Debatte über die Branche der präklinischen Notfallmedizin: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die Rolle des Rettungsdienstes beim DRK und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Frauenmangels in diesem Berufsfeld.
1.1. Die Gesundheitswirtschaft – Der Rettungsdienst: Es wird der Dienstleistungscharakter des Rettungsdienstes als Teil des deutschen Gesundheitswesens und dessen gesetzlicher Rahmen erläutert.
1.2. Deutsches Rotes Kreuz: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des DRK nach und beschreibt dessen heutige Organisationsstruktur und Aufgabenfelder.
1.3. Qualifikationen: Hier werden die Qualifikationsanforderungen, Ausbildungsinhalte und beruflichen Rahmenbedingungen der Rettungsassistenten und Notfallsanitäter detailliert dargestellt.
1.4. Frauen im Rettungsdienst – Entwicklung und Befunde: Dieser Abschnitt analysiert statistische Daten zur Frauenpräsenz und beleuchtet die historische Entwicklung der Rolle der Frau im Rettungsdienst.
1.5. Theoretischer Rahmen: Es werden die wissenschaftlichen Grundlagen durch die Präferenztheorie und die "Taste of Discrimination" zur Analyse der Arbeit gelegt.
1.5.1.Präferenztheorie: Dieses Kapitel erläutert den soziologischen Ansatz nach Catherine Hakim zur Erklärung von Berufs- und Lebensstilentscheidungen.
1.5.2.Tast of Discrimination: Das Kapitel stellt die ökonomische Theorie von Gary Becker zur Erklärung von Diskriminierung am Arbeitsmarkt vor.
2. Methodischer Rahmen: Es wird die Vorgehensweise der empirischen Untersuchung, der Feldzugang und die eingesetzten Methoden (Telefoninterviews, Online-Umfrage) erläutert.
2.1. Feldzugang: Beschreibung, wie die Autorin als ehrenamtliches Mitglied den Zugang zu den relevanten Daten innerhalb des DRK erhalten hat.
2.2. Untersuchungsverfahren: Überblick über die gewählten Methoden der Datenerhebung für die explorative Studie.
2.3. Telefoninterview: Detaillierung des Vorgehens bei der Erhebung statistischer Personaldaten über alle 30 hessischen DRK-Rettungsdienste.
2.4. Online Umfrage: Beschreibung der Durchführung und Struktur der Online-Befragung zur Erfassung subjektiver Einschätzungen der Rettungskräfte.
2.5. Einschränkungen: Reflexion über methodische Probleme, wie die Zufallsauswahl und die Verzerrungen durch das subjektive Empfinden der Befragten.
2.6. Einordnung der Befragten: Statistische Aufbereitung der demografischen Daten der Umfrageteilnehmer nach Geschlecht und Region.
2.7. Resultate: Zusammenführung und Auswertung der empirischen Ergebnisse aus der Online-Umfrage unter Anwendung der zuvor definierten Theorien.
2.7.1. Präferenztheorie: Diskussion der Clusteranalysen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unter Anwendung der Theorie von Hakim.
2.7.2. Taste of Discrimination: Analyse der Vorurteile und Diskriminierungserfahrungen am Arbeitsplatz anhand der Theorie von Becker.
2.7.3. Berufsfeld: Zusammenstellung der Wünsche und Veränderungsvorschläge der Befragten zur Steigerung der Attraktivität des Rettungsdienstes.
3. Resüme: Abschlussbetrachtung der Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Rettungsdienst, DRK, Rettungsassistent, Notfallsanitäter, Frauenanteil, Präferenztheorie, Taste of Discrimination, Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel, Geschlechterdiskriminierung, Vereinbarkeit, Schichtarbeit, Gender Wage Gap, Berufsattraktivität, Berufsfeld
Die Abschlussarbeit beschäftigt sich mit der Unterrepräsentation von Frauen in den Berufen Rettungsassistent und Notfallsanitäter beim Deutschen Roten Kreuz in Hessen.
Zentrale Themen sind die beruflichen Bedingungen im Rettungsdienst, die soziologischen Hintergründe der Berufsentscheidungen von Frauen sowie das Auftreten von Diskriminierung oder Rollenvorurteilen am Arbeitsplatz.
Das Ziel ist es, die Frage „Warum sind so wenig Frauen Rettungsassistentin?“ zu beantworten und Hinweise darauf zu finden, wie der Beruf attraktiver für weibliche Fachkräfte gestaltet werden kann.
Die Autorin kombiniert eine Literaturrecherche mit einer empirischen quantitativen Untersuchung, bestehend aus Telefoninterviews mit Rettungsdienstleitern und einer Online-Umfrage unter Rettungskräften, die mittels SPSS und Two-Step-Clusteranalyse ausgewertet wurde.
Der Hauptteil analysiert theoretische Rahmenbedingungen mittels der Präferenztheorie und der Theorie der "Taste of Discrimination", stellt die Ergebnisse der Datenerhebung dar und diskutiert diese im Kontext von Geschlechterrollen und Arbeitsbelastungen.
Schlüsselwörter sind unter anderem Rettungsdienst, Frauenanteil, Fachkräftemangel, Geschlechterdiskriminierung, Präferenztheorie und Berufsattraktivität.
Die Analyse ergab beim hessischen DRK keine direkten Belege für eine systematische Diskriminierung aufgrund beruflicher Kompetenzen; dennoch bestehen soziale Vorurteile und eine gesellschaftliche Rollenerwartung, die den Beruf für Frauen erschweren.
Die Untersuchung zeigt, dass insbesondere schwierige Arbeitszeiten, hohe körperliche Belastungen und Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (z. B. Kinderbetreuung) wesentliche Barrieren darstellen.
Die Theorie dient dazu, die befragten Frauen in Gruppen (Work-centred und Adaptive) einzuteilen, um zu verstehen, wie unterschiedliche Lebensstile mit den Anforderungen des Rettungsdienstes harmonieren oder kollidieren.
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