Bachelorarbeit, 2015
86 Seiten, Note: 2.0
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Rolle und Funktion des Klaviers in Elfriede Jelineks Roman „Die Klavierspielerin“. Der Fokus liegt auf der Analyse des Klaviers als Disziplinierungsmittel im Kontext der von Michel Foucault entwickelten Theorie der Disziplinarmacht. Durch die Einbeziehung von Beispielen aus der Geschichte des Klavierspiels und zeitgenössischen Übebiographien wird die These aufgestellt, dass das Klavierspiel eine Form der Selbstdisziplinierung darstellt, die in der Familie und im Musikbetrieb geprägt wird und sich im Roman in den Handlungsräumen und -dynamiken manifestiert.
Die Arbeit beginnt mit einer Vorbemerkung zum Instrument Klavier, die dessen Entwicklung und Bedeutung als Tasteninstrument beleuchtet. Kapitel 1 führt in die Thematik ein und skizziert die Forschungsfrage der Arbeit. Kapitel 2 stellt das Konzept der Disziplinarmacht nach Michel Foucault vor und analysiert die Methoden der Disziplin als strategische Technologien der Disziplinarmacht. In Kapitel 3 werden anhand des Lebens und Wirkens von Carl Czerny sowie zeitgenössischer Übebiographien die Rolle und Funktion des Klaviers als Disziplinierungsmittel innerhalb der Institutionen Familie und Musik untersucht. Kapitel 4 widmet sich der Analyse des Klaviers als Disziplinierungsmittel in Jelineks Roman „Die Klavierspielerin“. Dabei werden die Methoden der Disziplin in den Räumen mit Klavier, sowie die Räume ohne Klavier und ihre Bedeutung für die Handlung des Romans beleuchtet.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Disziplinarmacht, Klavier, Selbstdisziplinierung, Subjektivität, Elfriede Jelinek, "Die Klavierspielerin", Familie, Musikbetrieb, Raum und Handlung.
Basierend auf Foucaults Theorie wird das Klavier als Instrument der Dressur analysiert, das den Körper des Spielers auf Effizienz, Rhythmus und Unterwerfung unter ein starres System zwingt.
Foucaults Konzepte der Disziplinarmacht, der Raumordnung und der Überwachung dienen als Werkzeuge, um die Machtstrukturen im Musikbetrieb und in der Familie der Protagonistin aufzuzeigen.
Diese Räume (z.B. die Peep-Show oder der Prater) werden als Orte der Subversion oder der verzweifelten Suche nach Selbstbestimmung jenseits der musikalischen Disziplin untersucht.
Czerny steht historisch für eine Pädagogik der mechanischen Wiederholung und Drill am Klavier, was als Vorläufer der im Roman dargestellten Disziplinierung dient.
Die Mutter nutzt das Klavierspiel als Kontrollinstrument, um die Tochter ökonomisch und emotional an sich zu binden, was zu einer deformierten Subjektivität führt.
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