Bachelorarbeit, 2013
32 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung: Forschung zur Chancengleichheit – Relevanz und Erträge
2. Konzeptionell-methodische Vorüberlegungen
3. Die soziale Herkunft
4. Auslese nach sozialer Herkunft oder Bildung?
5. Gründe „aristokratischer“ Managerrekrutierung
6. Zusammenfassung & Forschungshinweise
Diese Bachelorarbeit untersucht die Chancengleichheit beim Zugang zu wirtschaftlichen Spitzenpositionen in westdeutschen Großunternehmen im Zeitraum zwischen 1955 und 1970. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob die Rekrutierung von Managern in diesem Zeitraum primär nach leistungsorientierten (meritokratischen) oder sozial determinierten (aristokratischen) Kriterien erfolgte.
3. Die soziale Herkunft
Wie erwähnt existieren für den Untersuchungszeitraum sechs Erhebungen, die sich ausschließlich oder unter anderem mit westdeutschen Großunternehmern beschäftigen. Unter Reliabilität- und Validitätsgesichtspunkten hält der Verfasser allerdings nur zwei von diesen für vergleichbar; eine dritte Studie scheidet sehr knapp aus. In die zunächst folgenden Definitionserläuterungen sind daher nur die Begriffe dieser drei Studien eingeflossen. Kaelble selbst hat die durch ihn vorgenommenen definitorischen und zahlenmäßigen Veränderungen zwar kenntlich gemacht, jedoch nicht argumentativ belegt. Um eine Grundlage für künftige sozialhistorische Arbeiten zum Thema zu schaffen, wird hier auf alle sechs Studien eingegangen, und deren (Nicht-)Vergleichbarkeit jeweils argumentativ belegt.
Zunächst bedarf es der Festlegung was als soziale Öffnung beziehungsweise Schließung gelten soll. Da dies hier anhand des Berufsprestiges beurteilt wird, können nur solche Manager als Aufsteiger gelten, deren Väter einen deutlich weniger prestigeträchtigen Beruf ausübten – nicht also die Söhne von Professoren, Ministern, hohen Offizieren etc. Mithin bedarf es eines Modells, in dem sich sowohl Manager als auch die ihnen gleich gestellten Berufsgruppen auf einer Dimension abbilden lassen. Beide Erhebungen Zapfs greifen zu diesem Zweck auf das „Vier-Schichten-Schema der sozialen Herkunft“ nach Janowitz zurück; Galonska nutzt zwar ein anderes Schichten-Modell, dieses lässt sich jedoch mit dem Janowitzs vergleichen. Der Arbeit wird also folgende Schichtstruktur zugrunde gelegt: zuoberst die „obere Mittelschicht“ bestehend aus „freien Berufen, leitenden Angestellten, höheren Beamten, wohlhabenden Geschäftsleuten“; dann die „untere Mittelschicht“ verstanden als „mittlere und untere Beamte und Angestellte, selbständige Gewerbetreibende und Handwerker“; die „obere Unterschicht“, welche „gelernte Arbeiter und unselbständige Handwerker“ umfasst; schließlich die „untere Unterschicht“ bestehend aus „An- und ungelernten Arbeitern“.
1. Einleitung: Forschung zur Chancengleichheit – Relevanz und Erträge: Die Einleitung begründet die wissenschaftliche Relevanz der Untersuchung von Chancengleichheit in Wirtschaftseliten und definiert das Ziel, das Verhältnis von Anspruch und Wirklichkeit des Leistungsprinzips zu prüfen.
2. Konzeptionell-methodische Vorüberlegungen: Dieses Kapitel erläutert den methodischen Ansatz der Sekundäranalyse bereits vorhandener soziologischer Studien und legt die Indikatoren zur Messung sozialer Herkunft und Status fest.
3. Die soziale Herkunft: Es wird die soziale Schichtung der untersuchten Managergruppen anhand von Modellen zur Herkunft analysiert, wobei die Problematik der Vergleichbarkeit verschiedener historischer Studien dargelegt wird.
4. Auslese nach sozialer Herkunft oder Bildung?: Dieses Kapitel untersucht, ob Bildung oder die soziale Herkunft den stärkeren Einfluss auf den Aufstieg in Managementpositionen ausübt und hinterfragt die meritokratische Elitenauslese.
5. Gründe „aristokratischer“ Managerrekrutierung: Hier werden Erklärungsansätze wie der „klassenspezifische Habitus“ diskutiert und die Rekrutierungsmuster in den historischen Kontext der Nachkriegszeit sowie des Wirtschaftswunders eingeordnet.
6. Zusammenfassung & Forschungshinweise: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse zur sozialen Schließung und formuliert Empfehlungen für künftige sozialhistorische Forschung und die Notwendigkeit besserer Datenzugänge.
Chancengleichheit, Wirtschaftselite, Soziale Herkunft, Managerrekrutierung, Leistungsgesellschaft, Klassenspezifischer Habitus, Sekundäranalyse, Westdeutsche Großunternehmen, Berufsprestige, Soziale Mobilität, Meritokratie, Eliteforschung, Bildungsabschluss, Unternehmensleitung, Bundesrepublik.
Die Arbeit untersucht die soziale Zusammensetzung von Führungskräften in westdeutschen Großunternehmen zwischen 1955 und 1970, um festzustellen, ob ein Zugang zu diesen Spitzenpositionen aufgrund individueller Leistung oder aufgrund der sozialen Herkunft erfolgte.
Die zentralen Themen sind soziale Schichtung, Chancengleichheit innerhalb der Wirtschaftselite, der Einfluss von Bildung auf Karrierewege sowie die theoretische Debatte um den „klassenspezifischen Habitus“.
Das primäre Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob die Elitenauslese in der frühen Bundesrepublik nach meritokratischen (leistungsbasierten) oder aristokratischen (herkunftsbasierten) Kriterien ablief.
Die Arbeit basiert auf einer eingeschränkten Sekundäranalyse von sechs soziologischen Einzelerhebungen zum Unternehmertum aus dem Zeitraum 1955–1970, die kritisch miteinander in Beziehung gesetzt werden.
Der Hauptteil analysiert quantitativ die soziale Herkunft der Manager, vergleicht diese mit deren Bildungsgrad und diskutiert qualitative Erklärungsmodelle, insbesondere das Habitus-Konzept von Michael Hartmann.
Wichtige Begriffe sind Chancengleichheit, soziale Herkunft, Wirtschaftselite, Habitus, Leistungsprinzip und soziale Schließung.
Erfolg wird hier primär durch das Erreichen einer Vorstandsposition in einem der größten westdeutschen Unternehmen definiert, wobei der Fokus auf dem sozialen Aufstieg aus Nicht-Eliten-Schichten liegt.
Der Begriff dient als zentrales Erklärungsmodell, um zu verdeutlichen, warum Bewerber mit einer bestimmten privilegierten sozialen Herkunft in Vorständen bevorzugt werden, da diese über spezifische, vertrauensbildende Verhaltensweisen und Netzwerke verfügen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

