Masterarbeit, 2006
108 Seiten, Note: 2
I. Theoretische Aspekte zum Untersuchungsgegenstand
I. 1. Berufsprofil der Ergotherapie
I.1.1.Professionalisierungsprozesse und Professionalität in der Ergotherapie
I.1.2. Die Ergotherapieausbildung in Österreich
I.2. Weiterbildung und lebenslanges Lernen in der Ergotherapie
I.2.1. Begriffsbestimmungen zur beruflichen Weiterbildung
I.2.2. Weiterbildungssituation in der Ergotherapie
I.3. Kompetenzentwicklung in der Ergotherapie
I.3.1. Kompetenz - Versuch einer begrifflichen Annäherung
I.3.2. Kompetenzen in der Ergotherapie
I.4. Motivationsfaktoren für lebenslange Lernprozesse
I.4.1. Lernen im Erwachsenenalter
I.4.2. Motivationstheoretische Überlegungen
I.4.3. Motivationsprozesse erwachsener Lernender
II. Empirische Untersuchung
II. 1. Anliegen der Untersuchung und Untersuchungsfragen
II.2. Methodisches Vorgehen der Untersuchung
II.2.1. Das Experteninterview
II.2.2. Auswahl der Stichprobe
II.2.3. Konstruktion des Interviewleitfadens für das Experteninterview
II.2.4. Interviewerhebungsphase
II.2.5. Analysephase
II.2.6. Auswertungsverfahren
III. Ergebnisse
III.1. Soziodemographische Daten
III.2. Ergebnisse des Leitfadeninterviews
III.2.1. Weiterbildungsmotive
III.2.1.1. Motiv „persönliches Interesse“
III.2.1.2. Motiv „berufliche Notwendigkeit“
III.2.1.3. Motiv „Kompetenz- und Wissenserweiterung“
III.2.1.4. Motiv „Karrierechancen verbessern“
III.2.1.5. Motiv „sozialer Austausch“
III.2.1.6. Interpretation und Diskussion
III.2.2. Form und Inhalt der Weiterbildung
III.2.2.1.Interpretation und Diskussion
III.2.3. Hemmende und fördernde Einflussfaktoren
III.2.3.1. Persönliche Situation
III.2.3.2. Betriebliche Anreizsysteme
III.2.3.3. Merkmale des Weiterbildungsmarktes
III.2.3.4. Persönliche Dispositionen
III.2.3.5.Interpretation und Diskussion
III.2.4. Veränderungen durch Weiterbildung
III.2.4.1. Interpretation und Diskussion
III.2.5. Visionen und Zukunftswünsche
III.3.Grenzen der Methodik
IV. Zusammenfassung und Aussichten
Ziel dieser Arbeit ist es, das Weiterbildungsverhalten von ErgotherapeutInnen in Österreich unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren zu untersuchen und besser zu verstehen. Dabei stehen die Motive, Formen der Weiterbildung sowie fördernde und hemmende Bedingungen im Fokus, um Ansätze für eine zukunftsorientierte Gestaltung der ergotherapeutischen Bildungslandschaft abzuleiten.
I.1.1. Professionalisierungsprozesse und Professionalität in der Ergotherapie
Der Strukturwandel des Gesundheitswesens in Europa zieht einen Professionalisierungsbedarf der Gesundheitsberufe nach sich, um auf lange Sicht eine qualitative und effiziente medizinische Versorgung unter Berücksichtigung von ökonomischen Gesichtspunkten zu gewährleisten (vgl. Meifort 1998, S. 10ff.; Council of Europe 2002). Nach Meifort (1988) sind strukturelle Veränderungen ebenso in der Aus- und Weiterbildung der Gesundheitsberufe vorzunehmen, um Professionalität sowie eine horizontale und vertikale, berufliche Mobilität im Einsatz der Gesundheitsprofessionen zu ermöglichen (vgl. ebd. S. 4).
Im Allgemeinen wird unter Professionalisierung der Entwicklungsprozess verstanden, der von Berufen durchlaufen wird, um sich dem Phänomen Profession anzunähern (vgl. Nittel 2000, S. 49). Eine Profession zeichnet sich durch wissenschaftliches und spezialisiertes Berufswissen, durch Handlungsautonomie sowie den Wert, den die Profession für die Gesellschaft darstellt, aus (vgl. Hartman/Hartman 1982, S. 194; Dewe/Ferchhoff/Peters/ Stüwe 1986). Im Gesundheits- und Sozialwesen erfüllen vor allem die nichtärztlichen Gesundheitsberufe diese Kriterien nur teilweise, da deren Ausbildungen meist kürzer sind, diese keinen akademischen Status aufweisen und keine vollständige Handlungsautonomie besteht. Diese Berufe werden daher als Semiprofessionen bezeichnet (vgl. Etzioni 1969; Hesse 1972; Dewe/Ferchhoff/Peters/ Stüwe 1986).
Unter Professionalität kann der individuelle Prozess der Ausbildung, der in einem Berufsfeld vorherrschenden, typischen Wahrnehmungsweisen, Kommunikationsformen und sowie sich entwickelnden Persönlichkeitsprägungen bezeichnet werden (vgl. Terhart 1997 zit.n. Schäman 2005). Nittel (2000) betont diesbezüglich: „Wissen und Können bilden die beiden Quellen von Professionalität, allerdings beschränken sie sich weder auf das Fachwissen einer akademischen Disziplin, noch auf die bloße Intuition oder die reine Erfahrung des virtuosen Praktikers“ (vgl. ebd. S. 71). Professionalität betrifft somit die Integration von Theorie und Praxis im interaktiven Handeln und suggeriert, „dass das jeweilige Handeln sowohl effektiv wie auch effizient sei“ (Nuissl 1997 zit.n. Nittel 2000, S. 71).
Professionalisierungsprozesse verlaufen im Allgemeinen zwischen gesellschaftlichen und berufsinternen Entwicklungsprozessen und sind gekennzeichnet durch die individuelle Professionalität der Berufsangehörigen, durch gesetzliche, materielle und persönliche Rahmenbedingungen für die Aus- und Weiterbildung sowie durch die bestehenden Selbstverwaltungsmöglichkeiten eines Berufes (vgl. Schewior-Popp 1999; Marotzky/Jerosch-Herold/Hack/Weber 1999, S. 185; Schweppe 2002).
I. Theoretische Aspekte zum Untersuchungsgegenstand: Dieser Teil legt die theoretischen Grundlagen zum Berufsbild, der Bedeutung von lebenslangem Lernen sowie der Kompetenzentwicklung in der Ergotherapie dar.
II. Empirische Untersuchung: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Studie erläutert, insbesondere der Einsatz von Experteninterviews mit 22 ErgotherapeutInnen.
III. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die erhobenen Daten zu Motiven, Formen, Einflussfaktoren und Auswirkungen von Weiterbildung sowie Visionen für die Zukunft.
IV. Zusammenfassung und Aussichten: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse synthetisiert und Empfehlungen für eine optimierte Weiterbildungsstruktur abgeleitet.
Ergotherapie, berufliche Weiterbildung, lebenslanges Lernen, Weiterbildungsmotive, Kompetenzentwicklung, Experteninterview, intrinsische Motivation, berufliche Identität, Professionalisierung, Arbeitszufriedenheit, Gesundheitswesen, Fortbildungsbedarf, Weiterbildungslandschaft, österreichisches Gesundheitswesen, Qualitätssicherung.
Die Dissertation untersucht das Weiterbildungsverhalten von ErgotherapeutInnen in Österreich und analysiert die dabei wirksamen Motivationsfaktoren.
Die Schwerpunkte liegen auf der beruflichen Weiterbildung, der Kompetenzentwicklung im Ergotherapie-Berufsfeld sowie dem Einfluss struktureller und persönlicher Faktoren auf Lernprozesse.
Das Ziel ist es, die Beweggründe für Weiterbildungsteilnahmen zu identifizieren und zu verstehen, wie strukturelle Rahmenbedingungen in Österreich das Weiterbildungsverhalten beeinflussen.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf Experteninterviews mit 22 in der Praxis tätigen ErgotherapeutInnen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Berufsprofilierung und einen empirischen Teil, der Motive, Formen der Weiterbildung sowie fördernde und hemmende Einflussfaktoren detailliert darstellt.
Kernbegriffe sind Ergotherapie, lebenslanges Lernen, berufliche Weiterbildung, Kompetenzentwicklung, intrinsische Motivation und Professionalisierung.
Die Studie zeigt, dass intrinsische Faktoren wie Wissensdrang und der Wunsch, die eigene therapeutische Arbeit zum Wohl der Klienten zu verbessern, die Hauptantriebskräfte für Weiterbildungen sind.
Die TeilnehmerInnen sehen die aktuelle Landschaft als verbesserungsbedürftig an, insbesondere in Bezug auf die regionale Verfügbarkeit, die Kosten und die praktische Umsetzbarkeit der Inhalte.
Betriebliche Anreize werden als wichtige, aber oft unzureichend wahrgenommene Unterstützungsfaktoren beschrieben, wobei die Haltung des Dienstgebers einen entscheidenden Einfluss auf die Lernbereitschaft hat.
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