Bachelorarbeit, 2012
51 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Vorgehensweise
2. Entwicklung des IFRS 9
2.1 Abgrenzung von finanziellen Vermögenswerten und Finanzinstrumenten
2.2 Vorstellung und Kritik des IAS 39
2.3 Projekt Replacement des IAS 39 durch den IFRS 9
3. Großbank als Untersuchungsobjekt
3.1 Definitorische Abgrenzung von Großbanken in Deutschland
3.2 Vorstellung der Großbank
3.3 Kriterien für die Analyse
4. Die Bilanzierungsunterschiede zwischen IAS 39 und IFRS 9
4.1 Erstmaliger Ansatz und Kategorisierung von Finanzinstrumenten
4.1.1 Ansatz und Kategorisierung nach IAS 39
4.1.2 Ansatz und Kategorisierung nach IFRS 9
4.1.3 Analyse der Unterschiede beim erstmaligen Ansatz und der Kategorisierung
4.2 Bewertung und Ausweis von Finanzinstrumenten
4.2.1 Bewertung und Ausweis nach IAS 39
4.2.2 Bewertung und Ausweis nach IFRS 9
4.2.3 Analyse der Unterschiede bei der Bewertung und dem Ausweis
4.3 Umkategorisierung von Finanzinstrumenten
4.3.1 Umkategorisierung nach IAS 39
4.3.2 Umkategorisierung nach IFRS 9
4.3.3 Analyse der Unterschiede bei der Umkategorisierung von Finanzinstrumenten
4.4 Kritik am IFRS 9
5. Auswirkungen des IFRS 9 auf deutsche Großbanken
5.1 Konsequenzen für deutsche Großbanken
5.2 Aktuelle Entwicklungen im IFRS 9
6. Fazit und Handlungsempfehlungen
Diese Arbeit analysiert die Auswirkungen des Ablösungsprozesses des IAS 39 durch den IFRS 9 auf deutsche Großbanken. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche bilanzielle Veränderungen durch die neuen Kategorisierungs- und Bewertungsregeln entstehen und wie diese sich exemplarisch auf die Bilanz der Postbank AG auswirken.
4.1.2 Ansatz und Kategorisierung nach IFRS 9
Nach IFRS 9.3.1.1 muss ein Finanzinstrument analog zu den Regelungen aus dem IAS 39 an dem Zeitpunkt in der Bilanz erfasst werden, an dem die Bank Vertragspartei des Finanzinstrumentes geworden ist. Hierbei wurden keine Änderungen an den alten Vorschriften des IAS 39 vorgenommen, da sie gut verständlich und umsetzbar sind.88
Im Vergleich zum IAS 39 stehen der Bank allerdings bei der Klassifizierung beim erstmaligen Ansatz nicht mehr wie vorher vier verschiedene Kategorien zur Verfügung sondern nur noch zwei89:
• Fortgeführte Anschaffungskosten (amortised cost)
• Beizulegender Zeitwert (Fair Value)
Die Klassifizierung des Finanzinstrumentes in eine der zwei Kategorien ist für seine Folgebewertung entscheidend, da anhand der Kategorie der zu verwendende Bewertungsmaßstab bestimmt wird.90
Dabei erfolgt die Klassifizierung in die Kategorie „Fortgeführte Anschaffungskosten“ auf Grundlage des vorliegenden Geschäftsmodells der Bank, auf dessen Basis finanzielle Vermögenswerte gesteuert werden, und der vertraglichen Cashflow-Eigenschaften, die dem Finanzinstrument zugrunde liegen.91 Das heißt, ein Finanzinstrument ist in die Kategorie „Fortgeführte Anschaffungskosten“ zu kategorisieren, wenn folgende zwei Bedingungen erfüllt sind92:
• Das Finanzinstrument wird im Rahmen des Geschäftsmodells gehalten, dessen Ziel im Halten von Vermögenswerten und zur Gewinnung vertraglicher Cashflows liegt, und
• die festgelegten vertraglichen Bedingungen des Finanzinstrumentes zu festgelegten Zeitpunkten zu Cashflows führen, welche ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen dürfen.
1. Einleitung: Beschreibt die Problemstellung des IAS 39 als krisenverstärkenden Faktor und definiert das Ziel, die Auswirkungen der Umstellung auf den IFRS 9 anhand der Postbank AG zu untersuchen.
2. Entwicklung des IFRS 9: Erläutert die Grundlagen finanzieller Vermögenswerte und die Entstehungsgeschichte des IFRS 9 als Antwort auf die Kritik an der Komplexität des IAS 39.
3. Großbank als Untersuchungsobjekt: Definiert Großbanken im deutschen Bankensektor und stellt die Postbank AG als Fallbeispiel für die Analyse vor.
4. Die Bilanzierungsunterschiede zwischen IAS 39 und IFRS 9: Kernkapitel, das die methodischen Unterschiede bei Ansatz, Kategorisierung, Bewertung und Umkategorisierung detailliert vergleicht und modellhaft auf die Postbank anwendet.
5. Auswirkungen des IFRS 9 auf deutsche Großbanken: Analysiert die organisatorischen Konsequenzen für Banken, insbesondere die Notwendigkeit zur Erstellung neuer Geschäftsmodelle zur Steuerung von Portfolios.
6. Fazit und Handlungsempfehlungen: Fasst die Ergebnisse zusammen und empfiehlt Banken die aktive Beteiligung an Kommentierungsphasen sowie die frühzeitige Vorbereitung durch gezielte Projekte.
IFRS 9, IAS 39, Bilanzierung, Finanzinstrumente, Fair Value, Fortgeführte Anschaffungskosten, Postbank, Geschäftsmodell, Kategorisierung, Bankensektor, Umkategorisierung, Wertminderung, Finanzkrise, Rechnungslegung, Bewertung.
Die Arbeit analysiert den Übergang von den Rechnungslegungsregeln des IAS 39 auf den IFRS 9 und dessen Auswirkungen auf die Bilanzierungspraxis deutscher Großbanken.
Die Schwerpunkte liegen auf der Kategorisierung von Finanzinstrumenten, der Bewertung zu Fair Value oder Anschaffungskosten sowie den restriktiven Regeln zur Umkategorisierung.
Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen dem alten und neuen Standard darzustellen und zu zeigen, wie sich diese Änderungen auf die Bilanz einer deutschen Großbank wie der Postbank konkret auswirken könnten.
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse sowie eine modellhafte Anwendung der neuen Vorschriften auf Daten des Geschäftsberichts der Postbank AG aus dem Jahr 2011.
Im Hauptteil werden die Unterschiede in Ansatz, Bewertung und Umwidmung von Finanzinstrumenten detailliert gegenübergestellt, ergänzt um die spezifischen Anforderungen an die neuen Geschäftsmodelle.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie IFRS 9, Fair Value, Amortised Costs, Kategorisierung und Bilanzierung geprägt.
Die Postbank dient als repräsentatives Beispiel für eine deutsche Großbank, um die modellhaften Auswirkungen der neuen Bilanzierungsregeln auf Basis realer Geschäftsberichtsdaten zu verdeutlichen.
Die Arbeit zeigt auf, dass der IAS 39 durch die G20-Staaten als krisenverstärkend kritisiert wurde, was den Anstoß für das Replacement-Projekt durch den IASB gab.
Das IDW kritisiert vor allem die ständige Überarbeitung der Standards und die Implementierung von Regeln, die nicht primär zur Komplexitätsreduktion beitragen.
Es wird empfohlen, sich aktiv an Kommentierungsphasen beim IASB zu beteiligen und frühzeitig interne Projekte zur Einführung der neuen Regeln zu starten, um auf die kommenden Veränderungen vorbereitet zu sein.
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