Masterarbeit, 2015
81 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Entscheidung unter Sicherheit vs. Entscheidung unter Unsicherheit
2.2 Varianten von Unsicherheit
2.3 Kognitive Heuristiken
2.3.1 Repräsentativität
2.3.1.1 Basisraten-Fehler
2.3.1.2 Konjunktions-Fehler
2.3.1.3 Des Spielers Trugschluss
2.3.2 Verfügbarkeitsheuristik
2.3.2.1 Illusorische Korrelation
2.3.2.2 Medienberichterstattung
2.4 Allgemeine Heuristiken
2.4.1 Ambiguitätsaversion
2.4.2 Overconfidence
2.4.3 Framing-Effekt
2.4.4 Verankerung und Anpassung
2.4.5 Rückschau-Fehler
2.5 Finanzielles Wissen
2.6 Entscheidungstypen mit Schwerpunkt auf „jetzt-für-dann Entscheidungen“
3 Altersvorsorge in Deutschland
3.1 Demographischer Wandel in Deutschland
3.2 Definition und Aufbau der Altersvorsorge
3.3 Vom Staat geförderte Altersvorsorgeprodukte
3.3.1 Umlageverfahren
3.3.2 Rürup-Rente als Zusatz zur Basisversorgung
3.3.3 Riester-Rente
3.3.4 Betriebliche Altersvorsorge
3.4 Vom Staat nicht geförderte Altersvorsorgeprodukte
3.4.1 Private Rentenversicherung
3.4.2 Private Lebensversicherung
3.4.3 Fondssparpläne
3.4.4 Immobilien
3.5 Einschätzung der Altersvorsorgekonzepte
4 Empirie
4.1 Vorstellung der Studien
4.2 Auswertung der Studien
5 Fazit und Ausblick für weitere Forschung
Die Masterarbeit untersucht die psychologischen Treiber von Entscheidungen unter Unsicherheit, insbesondere bei langfristigen "Jetzt-für-Dann"-Entscheidungen am Beispiel der Altersvorsorge in Deutschland, um zu erklären, warum bestimmte Vorsorgeprodukte bevorzugt werden.
2.3.1.2 Konjunktions-Fehler
Ein weiterer systematischer Fehler wird als Konjunktions-Fehler bezeichnet. Wird hierbei nach der Wahrscheinlichkeit gefragt, dass sich ein Mensch a) für ein bestimmtes Altersvorsorgeprodukt entscheidet, b) mit dieser Entscheidung schnell unglücklich ist und c) zu einem anderen „besseren“ Produkt wechselt, wird für dieses Beispiel aus den gegebenen drei Einzelwahrscheinlichkeiten eine höhere Eintrittswahrscheinlichkeit angenommen, als für jedes Einzelereignis allein. Der Mensch nimmt also, aufgrund eines scheinbaren kausalen Zusammenhangs, das gemeinsame Auftreten der Ereignisse für wahrscheinlicher an. Dabei kann die Wahrscheinlichkeit eines gemeinsamen Auftretens, einer Konjunktion, von Ereignissen nicht höher sein, als die der Einzelereignisse.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein, dass Altersvorsorge eine "Jetzt-für-dann"-Entscheidung unter Unsicherheit darstellt, und definiert die Forschungsfrage sowie die wissenschaftliche Vorgehensweise.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Aspekte von Entscheidungen unter Unsicherheit, einschließlich kognitiver Heuristiken, finanziellem Wissen und verschiedener Entscheidungstypen.
3 Altersvorsorge in Deutschland: Das Kapitel beschreibt den demographischen Wandel, die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die verschiedenen Vorsorgekonzepte der drei Schichten der Altersvorsorge.
4 Empirie: Hier werden Studien zum Anlageverhalten der Deutschen vorgestellt und in verschiedenen Altersgruppen analysiert, um das Anlegerverhalten unter Unsicherheit zu erklären.
5 Fazit und Ausblick für weitere Forschung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, bewertet die Einflüsse kognitiver Verzerrungen auf die Altersvorsorge und gibt Anregungen für zukünftige Forschungsarbeiten.
Altersvorsorge, Unsicherheit, Jetzt-für-Dann-Entscheidung, Kognitive Heuristiken, Repräsentativität, Verfügbarkeitsheuristik, Ambiguitätsaversion, Overconfidence, Framing-Effekt, Finanzielles Wissen, Anlageverhalten, Demographischer Wandel, Riester-Rente, Rürup-Rente, Betriebliche Altersvorsorge
Die Arbeit untersucht, wie psychologische Faktoren und kognitive Verzerrungen die Entscheidungsfindung bei der privaten Altersvorsorge in Deutschland beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf Entscheidungstheorien unter Unsicherheit (insbesondere Heuristiken) und der Anwendung dieser Theorien auf das tatsächliche Anlageverhalten in der deutschen Altersvorsorge.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche Faktoren von Entscheidungen unter Unsicherheit sind für die Anlageentscheidung bei der Altersvorsorge maßgeblich und wie sind die Anlageentscheidungen hierdurch zu erklären?
Die Arbeit nutzt einen deskriptiven Teil zur Erarbeitung theoretischer Grundlagen durch Literaturanalyse und einen analytischen Teil, in dem Ergebnisse aus verschiedenen Studien zum Anlageverhalten der Deutschen ausgewertet und geclustert werden.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen wie kognitive Heuristiken dargelegt. Anschließend folgt eine detaillierte Analyse der Altersvorsorge-Struktur in Deutschland und eine empirische Auswertung des Verhaltens verschiedener Altersgruppen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Jetzt-für-Dann-Entscheidung", "Ambiguitätsaversion", "Framing-Effekt", "Altersvorsorge-Säulen" und "Finanzielle Allgemeinbildung".
Die Arbeit zeigt, dass die Art und Weise, wie Vorsorgeprodukte (z.B. staatliche Zulagen) vermarktet werden, das Sicherheitsbedürfnis der Anleger direkt beeinflusst und oft zu risiko-aversen Entscheidungen führt.
Die Untersuchung konstatiert, dass ein Mangel an tiefgehendem Finanzwissen und ein gewisses Desinteresse dazu führen, dass Menschen bei der Altersvorsorge oft blind auf Produkte vertrauen, die von Banken oder Versicherungen empfohlen werden, statt eigenständig zu agieren.
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