Diplomarbeit, 2003
71 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Vorgehensweise der Untersuchung
3. Energiewirtschaftsbranche in Deutschland
3.1 Vom Monopol zum Wettbewerb
3.1.1 Die Entwicklung der Liberalisierung international
3.1.2 Liberalisierung in Deutschland
3.1.3 Veränderungen im Energiemarkt
3.1.3.1 Veränderung der Wertschöpfungskette
3.1.3.2 Initiierter Wettbewerb
3.1.4 Das Wettbewerbsumfeld heute
3.2 Herausforderungen für die Energiewirtschaft
3.2.1 Anforderungen an die Managementpraxis – Skizzierung eines Soll-Zustandes
3.2.2 Erfahrungen in der Managementpraxis – Beschreibung des Ist-Zustandes
3.2.2.1 Verschiedene Lösungsansätze
3.2.2.2 Mangelnde strategiefokussierte Unternehmensführung
4. Balanced Scorecard [BSC] als Instrument zur Strategieumsetzung
4.1 Grenzen traditioneller Kennzahlensysteme
4.2 Begriff Balanced Scorecard
4.3 Zielsetzung und Handlungsrahmen der BSC
4.4 Aufbau der BSC
4.4.1 Die Steuerungsperspektiven der BSC
4.4.2 Leistungstreiber und Ergebniskennzahlen
4.4.3 Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen den Zielen
4.4.4 Strategische Maßnahmen
4.5 Erfahrungen aus anderen Branchen
4.5.1 Problemfelder
4.5.2 Chancen eines BSC-Einsatzes
4.6 Anforderungen an eine Unternehmens-BSC
4.7 Kritische Bewertung des BSC-Konzeptes
5. Thesen zu BSC in der Energiewirtschaft
6. Methoden der empirischen Untersuchung und Ergebnisse im Überblick
6.1 Der Fragebogen
6.2 Experteninterviews
6.3 Balanced Scorecard in der Energiewirtschaft
7. Analyse der Untersuchungsergebnisse: BSC in der Energiewirtschaft im Fokus
7.1 Analyseschema
7.2 Rahmendaten
7.2.1 Die Liberalisierung des Energiemarktes und ihre Folgen
7.2.2 Einfluss der Struktur der deutschen Energiewirtschaft
7.2.3 Zusammenfassung Rahmendaten
7.3 Das Strategieverständnis in den Energieversorgungsunternehmen
7.3.1 Strategieentwicklung
7.3.2 Instrumente zur Strategieumsetzung
7.3.3 Das Verständnis über BSC in den EVU
7.3.4 Gründe für die BSC-Einführung
7.3.5 Zusammenfassung Strategieverständnis
7.4 Die Ausprägung des BSC-Konzeptes in EVU
7.4.1 Ebenen der BSC-Einführung
7.4.2 Die Konzeptgestaltung
7.4.3 Mitarbeiterbeteiligung
7.4.4 Zusammenfassung BSC-Konzept
7.5 Implementierung der BSC in den EVU
7.5.1 Vorgehen in der BSC-Implementierung
7.5.2 Verantwortliche für die Implementierung
7.5.3 Einbeziehung vorhandener Konzepte in die BSC
7.5.4 Mitarbeiterbeteiligung
7.5.5 Schwierigkeiten in der BSC-Implementierung
7.5.6 Zusammenfassung Implementierungsstrategie
7.6 Anwendung der BSC
7.6.1 Kommunikation der BSC
7.6.2 Die BSC im Anwendungsprozess
7.6.3 Kopplung der BSC mit einem Leistungsbeurteilungs- und Anreizsystem
7.6.4 Zusammenfassung der BSC-Anwendung
7.7 Einschätzung der BSC durch die Anwender
7.7.1 Nutzen einer BSC
7.7.2 Werteveränderung im Unternehmen und Beurteilung einer BSC
7.7.3 Empfehlung durch die EVU
7.7.4 Zusammenfassung der Anwender-Einschätzung
7.8 Thesenüberprüfung
7.9 Der niedrige Durchdringungsgrad der BSC-Anwendung im Fokus
8. Kriterien für eine erfolgreiche BSC-Anwendung
8.1 Kriterien im Vorfeld der BSC
8.2 Kriterien in der Entwicklung einer BSC
8.3 Kriterien bei der Implementierung einer BSC
8.4 Kriterien in der BSC-Anwendung
9. Schlussbetrachtung
10. Literatur- und Quellenverzeichnis
Die Arbeit untersucht die Gründe für den vergleichsweise niedrigen Durchdringungsgrad des Balanced-Scorecard-Konzepts (BSC) in der deutschen Energiewirtschaft und erarbeitet Kriterien für eine erfolgreiche Strategieumsetzung mittels BSC in dieser Branche.
3.1.4 Das Wettbewerbsumfeld heute
Diese Entwicklungen führten zu einem Wettbewerbsumfeld für die EVU, das durch eine veränderte Struktur im Energiemarkt und durch eine Veränderung der für den Wettbewerb wichtigen Erfolgsfaktoren gekennzeichnet ist:
Fortwährender Kostendruck und Stellenabbau: In Folge des einsetzenden Wettbewerbs und aufgrund der gefallenen Strompreise steht die Branche fortwährend unter einem enormen Kostendruck, der zu einem erheblichen Stellenabbau in der Energiewirtschaft führte. Zwar fielen auch zwischen 1991 und 1998 schon ca. 30% [50.000] der Arbeitsplätze weg, doch seit der Liberalisierung bauten die EVU nochmals ca. 20% [30.000] Arbeitsplätze ab. Allein der mittlerweile drittgrößte Energieversorger Deutschlands Vattenfall Europe will bis 2005 nochmals 4.000 Stellen streichen.
Umsatzeinbrüche durch niedrigere Preise: Der nach der Liberalisierung einsetzende aggressive Preiswettkampf um Kunden führte im Zusammenhang mit dem oben dargestellten stagnierenden Primärenergieverbrauch zu drastischen Umsatzeinbrüchen bei den EVU. Die Strompreise für Großabnehmer fielen zwischen 1998 und 2000 um teilweise 40% bis 50%. Der Umsatz der Stromversorger brach von ca. 80 Mrd. DM in 1998 auf ca. 65 Mrd. DM in 1999 ein. Der Preisrückgang für private Kunden fiel geringer aus. Hier konnten bis ins Jahr 2000 vereinzelt höchstens 30% Preisrückgang registriert werden. Insgesamt ist jedoch die Talsohle des Preiswettbewerbs seit Ende 2000 durchschritten. Die Strompreise für Groß- und Industriekunden haben sich auf einem niedrigeren Niveau gegenüber Anfang 1998 eingependelt. Private Verbraucher müssen für ihren Strom wieder die gleiche Rechnungssumme bezahlen, wie vor der Liberalisierung.
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage der EVU nach der Liberalisierung 1998 und den steigenden Bedarf an strategischer Steuerung.
2. Vorgehensweise der Untersuchung: Erläutert das methodische Vorgehen der Arbeit unter Einbeziehung von Primär- und Sekundärdaten.
3. Energiewirtschaftsbranche in Deutschland: Analysiert den Wandel der Branche vom Monopol zum Wettbewerb und die daraus resultierenden Herausforderungen.
4. Balanced Scorecard [BSC] als Instrument zur Strategieumsetzung: Führt in das Konzept der Balanced Scorecard ein und diskutiert dessen Vorteile gegenüber klassischen Systemen.
5. Thesen zu BSC in der Energiewirtschaft: Formuliert Hypothesen über die Ursachen der geringen BSC-Verbreitung in der Branche.
6. Methoden der empirischen Untersuchung und Ergebnisse im Überblick: Stellt die Datenerhebung durch Fragebögen und Experteninterviews vor.
7. Analyse der Untersuchungsergebnisse: BSC in der Energiewirtschaft im Fokus: Analysiert detailliert die Daten zur Strategieentwicklung, Implementierung und Anwendung in EVU.
8. Kriterien für eine erfolgreiche BSC-Anwendung: Leitet einen Praxis-Katalog mit 10 Erfolgskriterien für eine nachhaltige BSC-Einführung ab.
9. Schlussbetrachtung: Fasst die Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der BSC.
Balanced Scorecard, Energiewirtschaft, Marktliberalisierung, Strategieumsetzung, Unternehmensführung, EVU, Kennzahlensystem, Managementinstrument, Wettbewerbsdruck, Strategieentwicklung, Prozessoptimierung, Unternehmenssteuerung, Benchmarking.
Die Arbeit analysiert, warum das Balanced-Scorecard-Konzept in Energieversorgungsunternehmen (EVU) im Vergleich zu anderen Branchen nur eine untergeordnete Verbreitung findet, und welche Kriterien zu einer erfolgreichen Implementierung führen.
Die Arbeit deckt die Liberalisierung der deutschen Energiewirtschaft, die Anforderungen an ein modernes Management sowie die methodische Konzeption und Anwendung der Balanced Scorecard ab.
Das Ziel ist die Identifizierung der Barrieren, die EVU an der Einführung der BSC hindern, und das Ableiten eines Kriterienkatalogs für eine erfolgreiche Anwendung zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit.
Es wurde eine Primärerhebung mittels eines Fragebogens bei 269 EVU durchgeführt, ergänzt durch Experteninterviews mit Controllern der Branche sowie die Auswertung relevanter Sekundärstudien.
Im Hauptteil werden die externe Marktsituation, das Strategieverständnis der Unternehmen, die konkrete Ausprägung der BSC-Konzepte in EVU sowie die Phasen der Implementierung und Anwendung analysiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Strategieumsetzung, Energiewirtschaft, Balanced Scorecard, Wettbewerbsfähigkeit und Managementpraxis geprägt.
Aufgrund der späten Liberalisierung und einer starken pyramidenartigen Struktur mit vielen kleinen Stadtwerken herrschte lange Zeit ein Mangel an Druck oder Know-how für eine professionelle, strategische Unternehmensführung.
Die Einbindung der Mitarbeiter ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, da die Akzeptanz bei der Belegschaft das Fundament für eine erfolgreiche Umsetzung der Unternehmensstrategie bildet.
Nein, die Arbeit zeigt, dass die BSC ein komplexes Instrument ist, dessen Erfolg stark von einer individuellen Anpassung, einer soliden konzeptionellen Reife und der Rückendeckung durch das Top-Management abhängt.
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