Bachelorarbeit, 2015
72 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
II. Das Cocoliche in ausgewählten Texten der Literatur
2.1 Die italienische Immigration in Südamerika und ihre sprachlichen Folgen
2.1.1 Entstehungsgeschichte und Definitionen des Cocoliche
2.1.2 Historischer Hintergrund
2.1.3 Sprachliche Merkmale des Cocoliche
2.2 Korpusanalyse
2.2.1 Korpusbeschreibung und Vorgehen bei der Analyse
2.2.2 Veinte años después und Gris de ausencia: eine vergleichende Analyse
2.2.2.1 Graphie
2.2.2.2 Morphosyntax
2.2.2.3 Lexik
2.2.2.4 Weitere Phänomene
2.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
III. Fazit
IV. Literaturverzeichnis
4.1 Korpus
4.2 Sekundärliteratur
4.3 Wörterbücher und Enzyklopädien
V. Anhang
Die vorliegende Arbeit analysiert die linguistischen Merkmale des Cocoliche, einer hybriden Kontaktvarietät zwischen dem Italienischen und Spanischen im Río de la Plata Raum, anhand von zwei Theaterstücken der Autoren Carlos M. Pacheco und Roberto Cossa. Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der sprachlichen Ausprägung dieser Varietät in den untersuchten Werken aufzuzeigen und dabei insbesondere phonetische, morphosyntaktische und lexikalische Charakteristika herauszuarbeiten.
2.1.3 Sprachliche Merkmale des Cocoliche
In diesem Abschnitt werden nur einige Merkmale des Cocoliche aufgezählt um, die darauffolgende Korpusanalyse einzuleiten. Um die Phänomene zu verdeutlichen werden gelegentlich Beispiele aus dem jeweiligen Sekundärwerk in Klammern angegeben. Da es verschiedene Cocoliche-Formen gibt, ist die Struktur in Phonetik, Morphologie und Syntax in den Gebieten von Buenos Aires und Montevideo instabil (vgl. Wurl 2007: 159). Dies ist auch der Grund, wieso es Vermischungen in allen Bereichen der Linguistik gibt (vgl. Wurl 2007: 163). Somit kann es sein, dass in der Korpusanalyse Merkmale vorkommen, die nicht in diesem Kapitel genannt werden, da diese in den konsultierten Sekundärwerken nicht vorkommen. Ein häufiges Phänomen ist die veränderte Graphie aus phonetischen Gründen. Ein Bestandteil der Schreibweise ist der Vokalismus. Zum Veränderungsprozess der spanischen Lexemen gehört der Wegfall des anlautenden <e> vor einem <s> plus Konsonant (stoy statt estoy) (vgl. Engels 2012: 88). Bei italienischen Lexemen tritt genau das Gegenteil ein und das prothetische <e> wird dem Anlaut hinzugefügt (especiale statt speciale) (vgl. Wurl 2007: 167). Die Voranstellung eines <a> am Anfang eines Lexems hingegen ist Bestandteil der spanischen Lexemen (ajuntos statt juntos) (vgl. Engels 2012: 89). Das <e> lässt sich außerdem angehängt am Ende spanischer Lexeme finden (corazone statt corazón). Es kommt allerdings bei italienischen Lexemen auch zu einer Auslassung der auslautenden Vokalen (nient statt niente) (vgl. Engels 2012: 89f.). Manchmal entfällt sogar die letzte Silbe komplett (pó statt poco) (vgl. Engels 2012: 91). Weitere Charakteristika sind die Monophthongierung (sempre statt siempre) sowie die gegenteilige Diphthongierung (vgl. Ennis 2008: 308). Zur Graphie gehört auch die Vokalschwankung bei spanischen Lexemen, meistens bei <e> und <i> (hospetal statt hospital) (vgl. Engels 2012: 92). Häufig kommt es bei Monosilben mit vokalischem Ende zu einer Elision mit dem darauffolgenden Vokal (s’equivoca statt se equivoca) (vgl. Golluscio de Montoya 1986: 149). Zusätzlich zur Markierung der Betonung mit Akzenten (miserábile statt miserabile) wird der Gravis zum Akut (é statt è) (vgl. Engels 2012: 70).
I. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, das Cocoliche linguistisch zu untersuchen, und stellt die methodische Herangehensweise sowie das ausgewählte Korpus bestehend aus zwei Theaterstücken vor.
II. Das Cocoliche in ausgewählten Texten der Literatur: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen zur italienischen Migration und beschreibt die Entstehungsgeschichte sowie die sprachlichen Merkmale der Kontaktvarietät, gefolgt von einer detaillierten Korpusanalyse beider Werke hinsichtlich Graphie, Morphosyntax und Lexik.
III. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen, bestätigt die Heterogenität des Cocoliche und betont die Bedeutung der untersuchten Theaterstücke für die Verbreitung dieser Sprachform.
Cocoliche, Varietätenlinguistik, Migrationssprachen, Italienische Immigration, Río de la Plata, Korpusanalyse, Spanisch, Italienisch, Sprachmischung, Morphosyntax, Graphie, Lexik, Sainette Criollo, Linguistischer Kontakt, Sprachvarietät
Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Analyse des Cocoliche, einer Mischsprache, die durch die italienische Einwanderung im argentinischen Río de la Plata Raum entstand und in populären Theaterstücken des frühen 20. Jahrhunderts als Ausdrucksform genutzt wurde.
Die zentralen Themen sind die historisch-soziale Entstehung des Cocoliche, die theoretischen linguistischen Grundlagen dieser Kontaktvarietät sowie deren konkrete Manifestation auf graphischer, morphosyntaktischer und lexikalischer Ebene in Theatertexten.
Das Hauptziel ist es, anhand der beiden ausgewählten Theaterstücke von Carlos M. Pacheco und Roberto Cossa aufzuzeigen, wie das Cocoliche in der Praxis verwendet wird und inwieweit individuelle Variationen sowie Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Werken und Autoren bestehen.
Es handelt sich um eine textnahe Korpusanalyse. Die Sprache der Theaterstücke wird mit der spanischen und italienischen Standardsprache sowie italienischen Dialekten verglichen, um spezifische sprachliche Charakteristika zu identifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur italienischen Immigration und deren sprachlichen Folgen sowie die detaillierte empirische Auswertung des Korpus hinsichtlich graphischer Phänomene (wie Vokalschwankungen und Apokopen), morphosyntaktischer Besonderheiten (wie Pluralbildungen und Pronomina) und lexikalischer Merkmale.
Wesentliche Begriffe sind Cocoliche, Varietätenlinguistik, Migrationssprachen, Río de la Plata, Korpusanalyse, Sprachmischung, Morphosyntax und Italienismen.
Die Untersuchung zeigt, dass das Cocoliche keine homogene Sprachform darstellt. Jede Figur besitzt ihre eigene Sprechweise, die von verschiedenen Faktoren abhängt, wobei die Analyse belegt, dass die sprachliche Variabilität in den untersuchten Werken sogar innerhalb eines Textes stark fluktuiert.
Die Tabelle im Anhang ist das zentrale Instrument zur Dokumentation der Untersuchungsergebnisse. Sie listet alle identifizierten sprachlichen Besonderheiten – wie etwa den Wegfall des anlautenden <e> oder verschiedene Akzentmarkierungen – systematisch auf und dient als Basis für die vergleichende Zusammenfassung der Ergebnisse.
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