Bachelorarbeit, 2015
88 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Forschungsbedarf
2 Begriffliche Bestimmungen
3 Geschichtlicher Hintergrund
4 Herausforderungen für das Gelingen von Inklusion auf Meso- und Mikroebene
4.1 Die Mesoebene
4.1.1 Die strukturellen Herausforderungen
4.1.2 Die finanziellen Herausforderungen
4.2 Die Mikroebene
4.2.1 Inklusiver Unterricht
4.2.2 Mögliche Ansätze zur Verwirklichung eines inklusiven Unterrichts
5 Methode
5.1 Die Rekrutierung der Stichprobe
5.2 Die Beschreibung der Stichprobe
5.2.1 Die gesetzlichen Regelungen in Baden-Württemberg
5.2.2 Die gesetzlichen Regelungen in Hessen
5.2.3 Die gesetzlichen Regelungen in Thüringen
5.3 Das Konzept des Leitfadens
5.4 Die Qualitative Inhaltsanalyse
5.5 Das Kategoriensystem
6 Die Interpretation
7 Die Schlussfolgerung
8 Fazit
Diese Arbeit analysiert Inklusion als Herausforderung für die Grundschulleitung, wobei der Fokus auf der Umsetzung der strukturellen Voraussetzungen und der inklusiven Unterrichtspraxis auf Meso- und Mikroebene liegt. Durch qualitative Experteninterviews an vier Grundschulen in verschiedenen Bundesländern werden auftretende Schwierigkeiten identifiziert und theoretisch reflektiert.
4.1.1 Die strukturellen Herausforderungen
Im Artikel 24 der UN-BRK wurde keine Aussage zur Struktur eines inklusiven Bildungssystem gemacht (vgl. UN-Behindertenrechtskonvention 2009). Jedoch ist eine allgemeingültige Struktur schwierig zu definieren, aufgrund der vielfältigen Bildungssysteme weltweit (vgl. Lelgemann 2014, S.120).
Eine bedeutende Komponente bei den strukturellen Bedingungen der Inklusion, ist die Frage der Lehrkräfte. In die Lehrerausbildung müssen differenzierende Methoden zur Unterrichtsgestaltung in die Ausbildung integriert werden, als auch Kompetenzen zum Umgang mit Schülern, die einen Förderbedarf haben. Um allen Lernenden einen qualifizierten Unterricht anbieten zu können, bedarf es einer durchgängigen Doppelbesetzung. Denn nur so kann auf die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuell eingegangen werden und ein differenzierter Unterricht stattfinden. Zudem sind noch weitere pädagogische Fachkräfte wie z.B. Schulbegleiter oder Pflegekräfte, die speziell einzelne SchülerInnen im Unterricht unterstützen erforderlich (vgl. ebd. S.121).
Eine weitere strukturelle Herausforderung besteht darin, das Erfahrungswissen und das theoretische Wissen über den Umgang mit verschiedenen Beeinträchtigungen von den Förderschulen in allgemeinbildende Schulen zu transferieren. Sowie auch die Kenntnisse über die schulischen Lernprozesse, die weitgehend in den Förderschulen aufgebaut wurden, an Regelschulen weiterzugeben, um eine inklusiven Unterricht zu führen. „Organisatorisch bedeutet dies, den Abbau der Kapazitäten in Förderschulen zugunsten des Aufbaus einer hochwertigen inklusiven Qualität in allgemeinbildenden Schulen.“ (Kochanek 2014, S.78) Durch die Kooperation von sonderpädagogischen Fachkräften und Regelschullehrern kann diese Herausforderung in Angriff genommen werden.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die bildungspolitische Relevanz von Inklusion und definiert das Ziel, Inklusion als Herausforderung für Grundschulleitungen zu analysieren.
2 Begriffliche Bestimmungen: Es werden die Entwicklungsphasen von der Exklusion zur Inklusion graphisch dargestellt und die zentralen Begriffe Integration und Inklusion voneinander abgegrenzt.
3 Geschichtlicher Hintergrund: Dieser Abschnitt erläutert die Entwicklung der Rechte für Menschen mit Behinderung von der UN-Menschenrechtserklärung 1948 bis hin zur UN-Behindertenrechtskonvention von 2009.
4 Herausforderungen für das Gelingen von Inklusion auf Meso- und Mikroebene: Das Kapitel analysiert strukturelle sowie finanzielle Bedingungen auf Mesoebene und die Anforderungen an eine inklusive Didaktik auf Mikroebene.
5 Methode: Die empirische Grundlage bildet ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus Leitfadeninterviews mit Grundschulleitern, die mittels Inhaltsanalyse ausgewertet werden.
6 Die Interpretation: Hier werden die Ergebnisse der Experteninterviews bewertet und mit theoretischen Ansätzen zur inklusiven Schulpraxis in Verbindung gesetzt.
7 Die Schlussfolgerung: Die Analyse der Daten zeigt, dass Schwierigkeiten bei der Umsetzung primär auf Mesoebene auftreten, während die Praxis auf Mikroebene bei entsprechender Personalausstattung gelingt.
8 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die theoretischen Voraussetzungen durch empirische Befunde gestützt werden und eine gesellschaftliche Wahrnehmungsänderung möglich ist.
Inklusion, Grundschule, Schulleitung, Inklusive Didaktik, Sonderpädagogik, Multiprofessionalität, Bildungsrecht, UN-Behindertenrechtskonvention, Schulentwicklung, Förderbedarf, Qualitative Inhaltsanalyse, Differenzierung, Lehrerausbildung, Schulsystem, Lernumgebung.
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen, die bei der Einführung von Inklusion in Grundschulen entstehen, speziell aus der Perspektive der Schulleitung.
Die zentralen Felder sind die strukturelle und organisatorische Implementierung von Inklusion (Mesoebene) sowie die inklusive Unterrichtspraxis (Mikroebene).
Das Ziel ist es, Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Inklusion an Grundschulen zu erfassen und zu analysieren, welche strukturellen Voraussetzungen dafür notwendig sind.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, basierend auf halbstandardisierten Leitfadeninterviews mit Grundschulleitern, die anschließend durch eine qualitative Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Inklusion, die geschichtliche Entwicklung der Rechte von Menschen mit Behinderung sowie eine empirische Untersuchung der Umsetzungsprozesse in verschiedenen Bundesländern.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Inklusion, Grundschule, Multiprofessionalität, Schulentwicklung, sonderpädagogischer Förderbedarf und Inklusive Didaktik.
Die Schulleitung fungiert als zentraler Akteur, der die administrativen Rahmenbedingungen steuern und ein multiprofessionelles Team (Lehrer und Sonderpädagogen) für eine erfolgreiche Inklusion koordinieren muss.
Differenzierungsräume werden als notwendige strukturelle Voraussetzung betrachtet, um in kleinen Gruppen arbeiten zu können, ohne dass dies als Ausgrenzung wahrgenommen wird.
Das Zwei-Lehrer-Prinzip wird als essenziell für einen gelingenden inklusiven Unterricht bewertet, da es die notwendige differenzierte Förderung von Kindern mit unterschiedlichen Bedürfnissen erst ermöglicht.
Die befragten Schulleiter sehen Grenzen bei schwerst mehrfachbehinderten Kindern, für die das inklusive System ohne eine entsprechende Integration von Förderschul-Einrichtungen (z.B. Pflege) an seine Kapazitätsgrenzen stößt.
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