Bachelorarbeit, 2015
55 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung und Problemaufriss
2 Die wirtschaftliche Entwicklung des Profifußballs
2.1 Entwicklung in Europa
2.2 Entwicklung in Deutschland
3 Finanzregulierung im professionellen Fußball in Deutschland
3.1 50+1-Regel
3.2 Sonderregelungen
3.3 Umgehungskonstellationen und die Entstehung beherrschenden Einflusses
3.4 Umgehungsmöglichkeiten in der Praxis
3.4.1 Unterstützungs-Modell am Beispiel der TSG Hoffenheim 1899
3.4.2 Umklammerungs-Modell am Beispiel von Hannover 96
3.4.3 Der Fall RasenBallsport Leipzig e.V.
3.4.3.1 Exkurs: Entwicklung des Sportengagements der Red Bull GmbH und die Entstehung des RB Leipzig
3.4.3.2 Ummantelungs-Modell am Beispiel von RB Leipzig
3.5 Mehrfachbeteiligungen
3.6 Interessen eines Investors hinsichtlich einer Anlageentscheidung
4 Methodische Vorgehensweise der Erhebung
4.1 Inhaltliche Gestaltung der Befragung
4.2 Auswahl der Grundgesamtheit
4.3 Durchführung und Rücklauf der Datenerhebung
5 Empirische Ergebnisse
5.1 Ergebnisse für die Gesamtheit der Befragten
5.1.1. Fragen zu Investoren
5.1.2 Fragen zur 50+1-Regel
5.1.3 Fragen zu Beispielen zu Mehrfachbeteiligungen und RB Leipzig
5.2 Ergebnisse unter Berücksichtigung spezifischer Merkmale
5.2.1 Abhängigkeiten der Fanzugehörigkeit eines bestimmten Vereins
5.2.1 Abhängigkeiten der Fanausprägung
6 Diskussion der Ergebnisse
7 Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die Haltung von Fußballinteressierten gegenüber dem Engagement finanzstarker Investoren im deutschen Profifußball und analysiert, welche Faktoren – wie etwa die Fanzugehörigkeit – das Meinungsbild beeinflussen.
3.4.1 Unterstützungs-Modell am Beispiel der TSG Hoffenheim 1899
Im Sinne der in Kapitel 3.1.2 beschriebenen Sonderregelung konnte Dietmar Hopp, nach seiner mehr als 20-jährigen ununterbrochenen und erheblichen Förderung des Muttervereins der TSG 1899 Hoffenheim, am 1.7.2015 auch offiziell die Stimmrechtsmehrheit der Spielbetriebsgesellschaft erlangen. Betrachtet wird demnach der Fall vor der Zeit des 1.7.2015, als die Sonderregelung noch nicht in Kraft trat und bereits faktisch beherrschender Einfluss konstatiert werden konnte (vgl. Lammert, 2008).
Die Lizenzspielerabteilung des Vereins, die am Spielbetrieb der Bundesliga teilnimmt, ist in die TSG Hoffenheim-Spielbetriebs GmbH ausgegliedert und unterliegt aus folgenden Umständen eines beherrschenden Einflusses von Dietmar Hopp:
96% der Eigenkapitalanteile an der Spielbetriebsgesellschaft hält Dietmar Hopp (bei 49% der Stimmenanteile) und nur 4% der Anteile liegen bei dem Mutterverein (Goal, 2015). Zudem wurden wiederholt Transfersummen für neue Spieler durch den Förderer finanziert (Sagioglou, 2013). Die dadurch erwartete Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit und der angestrebte sportliche Erfolg erzeugen einen Anreiz zur Berücksichtigung bzw. Befolgung von Interessen des Geldgebers, um auch zukünftig derartige Finanzierungsmittel zu erhalten (Lammert, 2014b, S. 45). Es lässt sich also eine Abhängigkeit durch eine einseitige Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung feststellen, zumal der Geldgeber aufgrund seines bereits etablierten Einflusses und der emotionalen Bindung nur schwer durch einen anderen Geldgeber substituierbar ist (Lammert, 2014b, S. 45).
Ein weiterer Umstand, der die Abhängigkeit verstärkt, ist das Stadion der TSG 1899 Hoffenheim, die „Wirsol Rhein-Neckar-Arena“. Diese befindet sich indirekt – über zwischen geschaltete Gesellschaften (TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Besitzgesellschaft GmbH & Co. KG) – in Dietmar Hopps Eigentum und wird an die Spielbetriebsgesellschaft vermietet. Dieser Punkt trifft auf die in 3.2 aufgeführte Abhängigkeit durch einen wesentlichen Leistungsaustausch mit einem Lieferanten zu (Lammert, 2014b, S. 46).
1 Einleitung und Problemaufriss: Einführung in die Kommerzialisierung des Fußballs, die 50+1-Regel und die Zielsetzung der Arbeit.
2 Die wirtschaftliche Entwicklung des Profifußballs: Darstellung der ökonomischen Expansion des Fußballs in Europa und Deutschland sowie der Bedeutung von Sponsoring und Medienrechten.
3 Finanzregulierung im professionellen Fußball in Deutschland: Detaillierte Analyse der 50+1-Regel, möglicher Sonderregelungen für Werksklubs und verschiedener Umgehungskonstellationen durch Investoren.
4 Methodische Vorgehensweise der Erhebung: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Online-Befragung und der Auswahl der Zielgruppe.
5 Empirische Ergebnisse: Präsentation und statistische Auswertung der Befragungsergebnisse, unterteilt in allgemeine Meinungen und spezifische Fankategorien.
6 Diskussion der Ergebnisse: Einordnung der gewonnenen Daten in den wissenschaftlichen Kontext und Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung der Finanzregulierung.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit, den Zielkonflikt zwischen Investor und Mutterverein adäquat zu lösen.
Profifußball, Kommerzialisierung, 50+1-Regel, Investoren, Beherrschender Einfluss, RB Leipzig, Umgehungskonstellationen, Mehrfachbeteiligungen, Fans, Fanausprägung, Wettbewerbsintegrität, Bundesliga, Vereinsmitbestimmung, Sponsor, Kapitalgesellschaft.
Die Arbeit untersucht die Einstellung von Fußballinteressierten zu der zunehmenden Kommerzialisierung im deutschen Profifußball, insbesondere im Hinblick auf den Einfluss von Investoren trotz bestehender Regulierungen wie der 50+1-Regel.
Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Entwicklung des Fußballs, die rechtlichen Grundlagen und Ausnahmeregelungen der 50+1-Regel sowie die Auswirkungen von Investorenbeteiligungen auf die Wettbewerbsintegrität.
Ziel ist es, die Meinung von Fußballfans zu erfassen und zu analysieren, ob und inwieweit externe Investoren als Bedrohung für die traditionellen Werte und die Integrität des Fußballs wahrgenommen werden.
Der Autor führte eine quantitative Online-Befragung mittels LimeSurvey durch, die N=186 auswertbare Datensätze lieferte und statistisch mittels Chi-Quadrat-Tests ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Finanzregulierung (mit Fokus auf Hoffenheim, Hannover 96 und RB Leipzig) sowie eine detaillierte Auswertung der empirischen Ergebnisse, inklusive der Analyse nach Fanzugehörigkeit und Fanausprägung.
Schlüsselbegriffe sind Profifußball, 50+1-Regel, Investoren, beherrschender Einfluss, Kommerzialisierung, RB Leipzig und Wettbewerbsverzerrung.
RB Leipzig dient als zentrales Praxisbeispiel für das sogenannte „Ummantelungs-Modell“, bei dem Investoren durch komplexe Unternehmensstrukturen trotz formaler Einhaltung der 50+1-Regel faktisch die Kontrolle über einen Verein ausüben.
Die Studie zeigt eine mehrheitlich kritische Haltung gegenüber Investoren und eine starke Befürwortung der 50+1-Regel. Gleichzeitig offenbart sie signifikante Unterschiede in der Wahrnehmung je nach Fanzugehörigkeit und individuellem Fanausprägungsgrad.
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