Masterarbeit, 2013
106 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Frankenhausen – Panorama einer Kleinstadt
3. Kriegsbegeisterung
3.1 Kriegsbegeisterung in Deutschland – Vom Augusterlebnis zur Kriegsmüdigkeit
3.2 Kriegsbegeisterung und deren Entwicklung in Frankenhausen - Juli 1914 bis November 1918
4. Spionage und Ausländerfeindlichkeit
4.1 Ausländerfeindlichkeit und Spionagehysterie in Deutschland
4.2 Frankenhausen – eine Kleinstadt im „Spionfimmel“
5. Versorgungslage während des Ersten Weltkrieges
5.1 Versorgungslage in Deutschland
5.2 Versorgungslage in Frankenhausen
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht als Mikrostudie die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf die Gesellschaft der thüringischen Kleinstadt Frankenhausen. Dabei wird analysiert, inwiefern die kleinstädtische Situation Besonderheiten aufwies oder äquivalent zu den Entwicklungen im gesamten Deutschen Kaiserreich verlief.
Frankenhausen – eine Kleinstadt im „Spionfimmel“
Krumeich stellt in seinem Aufsatz „Kriegsfront – Heimatfront“, fest, dass „[d]ie Einbeziehung der Zivilbevölkerung in den Krieg – die Heimat als Front – […] in der Entwicklung spezifischer Formen von Gerüchten und Spionageangst besonders deutlich.“, wurde. Diese Furcht vor ausländischer Spionage war jedoch nicht völlig neu: Bereits im Vorkriegsnationalismus existierte die Angst vor militärischer Bedrohung, welche schon zu dieser Zeit oft auch von offizieller Seite her gezielt gefördert wurde. Diese anfänglichen Bedrohungsvorstellungen entwickelten sich nun zu regelrechten Hetzjagden, welche auch in der kleinen Kurstadt eine bedeutsame Position einnahmen.
Der ortsansässige Paul Schröder betitelte einen umfangreichen Tagebucheintrag mit dem Wort „Spionfimmel“, welcher, wie eine genaue Analyse ergab, den Zustand und das Agieren der Gesellschaft Frankenhausens zu Beginn des Krieges sehr gut charakterisierte. Da nur zwei Polizisten in der Stadt geblieben waren, wurde die Bürgerschaft dazu angehalten sich für die Sicherheit ihrer Gemeinde einzusetzen. Bereits am zweiten Tag der Mobilmachung wurde ein Wach - und Nachtdienst eingeführt, welcher eine rege Beteiligung innerhalb der Bevölkerung fand. Schröder berichtet, dass „[e]ine fieberhafte Erregung […] über Alt und Jung“ kam, „der Spionfimmel“ einsetzte und dieser „ganz eigenartige Auswüchse“ anahm, auf welche im Folgenden näher eingegangen werden soll.
Um die Entwicklung der Ereignisse in Frankenhausen besser verstehen zu können, ist eine genaue Beschreibung der Gesellschaft um 1914 erforderlich. Im Kapitel 2. „Frankenhausen – Panorama einer Kleinstadt“, wurde bereits erwähnt, dass der Kurort einen relativ hohen Anteil an ausländischen Bürgern aufwies. So soll zunächst eine detaillierte Aufschlüsselung erfolgen, um im Anschluss auf das Handeln der Bewohner einzugehen.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der „Heimatfront“ und Abgrenzung zum totalen Krieg, sowie Erläuterung der Motivation und Zielsetzung der Mikrostudie.
2. Frankenhausen – Panorama einer Kleinstadt: Überblick über die historische, soziale, wirtschaftliche und politische Struktur Frankenhausens vor 1914.
3. Kriegsbegeisterung: Analyse der nationalen Stimmung zu Kriegsbeginn und deren Entwicklung im Zeitverlauf in Deutschland und spezifisch in Frankenhausen.
4. Spionage und Ausländerfeindlichkeit: Untersuchung der Fremdenfeindlichkeit und der Spionagefurcht („Spionitis“) sowie deren Auswirkungen auf die lokale Gesellschaft.
5. Versorgungslage während des Ersten Weltkrieges: Darstellung der Mangelwirtschaft, der staatlichen Eingriffe und deren Auswirkungen auf den Alltag und das Verhalten der Frankenhäuser Bevölkerung.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der aufgestellten Thesen und Vorschläge für weiterführende Forschungsansätze.
Erster Weltkrieg, Frankenhausen, Heimatfront, Kriegsbegeisterung, Kriegsmüdigkeit, Spionagefurcht, Spionitis, Ausländerfeindlichkeit, Versorgungslage, Hungerblockade, Mikrostudie, Paul Schröder, Sozialdemokratie, Nahrungsmittel rationierung, Kleinstadtgeschichte.
Die Arbeit ist eine Mikrostudie über Frankenhausen während des Ersten Weltkrieges, die untersucht, wie sich die globalen Auswirkungen des Krieges auf lokaler Ebene in einer Kleinstadt widerspiegelten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Stimmungslage von der Kriegsbegeisterung zur Kriegsmüdigkeit, der Ausbreitung von Spionageangst sowie der Versorgungslage der Bevölkerung.
Die Arbeit fragt nach den spezifischen Besonderheiten der Stadt Frankenhausen und wie äquivalent die gesellschaftliche Situation dort im Vergleich zum gesamten Deutschen Reich war.
Es handelt sich um eine historische Mikrostudie, die primäre Quellen wie das Tagebuch von Paul Schröder, Zeitungsartikel der Frankenhäuser Zeitung sowie Protokolle von Stadtratssitzungen auswertet.
Der Hauptteil analysiert chronologisch und thematisch die drei genannten Schwerpunkte, hinterfragt gängige Thesen zum Ersten Weltkrieg kritisch anhand lokaler Daten und wertet die Reaktionen der lokalen Gesellschaft aus.
Zentrale Begriffe sind Heimatfront, Spionitis, Versorgungskrise, soziale Kontrolle, Kriegsmüdigkeit und die spezifische Situation einer thüringischen Kurstadt in der Kriegszeit.
Das Technikum war ein entscheidender Anziehungspunkt für Studenten aus dem In- und Ausland, was den vergleichsweise hohen Ausländeranteil in Frankenhausen erklärt und somit das Potenzial für die Spionagehysterie zu Kriegsbeginn beeinflusste.
Es kam zu teils grotesken Übergriffen und der Denunziation von Mitbürgern oder Fremden, oft ausgelöst durch Gerüchte und eine allgemeine Unsicherheit, wobei die Bürger selbst Wachdienste und Kontrollen organisierten.
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