Bachelorarbeit, 2015
46 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemrelevanz und Zielsetzung
1.2 Aufbau und Gang der Arbeit
2. Traditionelle Controlling-Konzeption
2.1 Grundlagen des Controllings
2.2 Aufgaben des Controllings
2.3 Hauptprozesse des Controllings
3. Verhaltensorientierter Ansatz im Bereich des Controllings
3.1 Verhaltensorientiertes Controlling
3.2 Motivationale Eigenschaften und kognitive Beschränkungen
3.3 Prinzipal-Agenten-Theorie
3.4 Homo oeconomicus vs. Homo heuristicus
4. Verhaltensorientierte Analyse ausgewählter Controlling-Hauptprozesse
4.1 Projekt- und Investitionscontrolling
4.2 Management Reporting
4.3 Risikomanagement
5. Fazit und Problemlösungsvorschläge
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des verhaltensorientierten Controllings im Hinblick auf kognitive und motivationale Verzerrungen. Das primäre Ziel ist es, die durch sogenannte Wollens- und Könnensdefizite entstehenden Fehlentscheidungen in zentralen Controlling-Hauptprozessen zu identifizieren und Lösungsansätze für deren Reduzierung zu erarbeiten.
3.4 Homo oeconomicus vs. Homo heuristicus
In den Wirtschaftswissenschaften und somit auch in der traditionellen Betriebswirtschaftslehre wird der Mensch häufig als Homo oeconomicus dargestellt und angesehen. Hierbei wird dem Menschen unterstellt, dass er eine Reaktionszeit von nahezu Null hat, eine vollständige Voraussicht besitzt, keine kognitiven Begrenzungen vorliegen und er somit vollkommen rational handelt. Dies setzt voraus, dass der Homo oeconomicus alle Informationen die er benötigt zur Verfügung hat, diese ad hoc abrufen kann und ohne Rücksicht auf andere Akteure die Alternative wählt, die seinen Eigennutz steigert. Diese Einordnung der Modellierung zeigt, dass der vollkommen rational handelnde Mensch hierbei die Funktion eines Computers einnehmen muss. Die mathematische Errechnung, welche die Basis der Entscheidung wäre, ist z.B. die multiple Regression, die alle vorhanden Informationen und Daten berücksichtigt und dementsprechend gewichtet.
Der Modellierung des Homo oeconomicus steht der verhaltensorientierte Ansatz gegenüber, welcher die Wollens- und Könnensdefizite des Individuums berücksichtigt. Hierbei steht dem traditionellen ökonomischen Modell des Homo oeconomicus das moderne Menschenbild des Homo heuristicus gegenüber. Das in Berlin ansässige Max-Planck Institut konfrontiert im Rahmen der Bildungsforschung diese beiden Modelle. Das Modell des Homo heuristicus bildet einen Menschen ab, der bei der Ermittlung von effektiven sowie effizienten Lösungen, häufig nicht alle vorhandenen Daten verwendet und sich auf seine Intuition verlässt, auch wenn unbekannte Problemsituationen entstehen. Somit können Entscheidungen anhand weniger Merkmale getroffen werden, ohne unverhältnismäßig intensive Analysen durchzuführen.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, begründet die Relevanz des verhaltensorientierten Controllings und legt das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit dar.
2. Traditionelle Controlling-Konzeption: Es erfolgt eine begriffliche Einordnung des Controllings, eine Erläuterung seiner Aufgaben sowie eine Darstellung der Controlling-Hauptprozesse nach dem IGC-Modell.
3. Verhaltensorientierter Ansatz im Bereich des Controllings: Dieses Kapitel thematisiert die psychologischen Grundlagen, insbesondere kognitive und motivationale Beschränkungen sowie theoretische Modelle wie die Prinzipal-Agenten-Theorie und den Homo heuristicus.
4. Verhaltensorientierte Analyse ausgewählter Controlling-Hauptprozesse: Hier werden spezifische Prozesse wie Projekt- und Investitionscontrolling, Management Reporting und Risikomanagement hinsichtlich potenzieller Verzerrungen analysiert.
5. Fazit und Problemlösungsvorschläge: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und Ansätze aufgezeigt, wie Controlling durch eine verhaltensorientierte Perspektive optimiert werden kann.
Verhaltensorientiertes Controlling, kognitive Verzerrungen, motivationale Defizite, Wollensdefizite, Könnensdefizite, Projektcontrolling, Investitionscontrolling, Management Reporting, Risikomanagement, Prinzipal-Agenten-Theorie, Homo oeconomicus, Homo heuristicus, Heuristiken, Rationalitätssicherung, Entscheidungsfindung.
Die Arbeit beleuchtet das verhaltensorientierte Controlling als Ergänzung zur traditionellen, rein zahlenorientierten Konzeption, um kognitive und motivationale Einflüsse auf die Entscheidungsfindung in Unternehmen zu integrieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verknüpfung von Wirtschaftswissenschaften und Psychologie, der Analyse von menschlichen Entscheidungsdefiziten und der Anwendung auf konkrete Controlling-Hauptprozesse.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kognitive und motivationale Verzerrungen – kurz Wollens- und Könnensdefizite – in Controlling-Prozessen entstehen und wie diese durch gezielte Handlungsempfehlungen reduziert werden können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von verhaltenswissenschaftlichen Modellen und Controlling-Prozessstandards basiert.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des verhaltensorientierten Controllings und untersucht daraufhin das Projekt- und Investitionscontrolling, das Management Reporting sowie das Risikomanagement auf spezifische Defizite hin.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Verhaltensorientiertes Controlling, kognitive Verzerrungen, Wollens- und Könnensdefizite, Heuristiken sowie die Differenzierung zwischen Homo oeconomicus und Homo heuristicus.
Während der Homo oeconomicus als rein rational handelndes Modell ohne kognitive Grenzen fungiert, bildet der Homo heuristicus den realen Menschen ab, der bei komplexen Entscheidungen oft auf intuitive Vereinfachungsstrategien zurückgreift.
Sie dient zur Analyse motivationaler Verzerrungen, insbesondere wenn aufgrund von Informationsasymmetrien zwischen Auftraggeber (Management) und Auftragnehmer (Controller) Interessenkonflikte und opportunistisches Verhalten entstehen.
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