Bachelorarbeit, 2015
35 Seiten, Note: 1,7
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1. Einleitung
2. Quantitative Lockerung
2.1. Konventionelle Geldpolitik und ihre Grenzen
2.2. Unkonventionelle Geldpolitik
2.3. Internationale Anwendungsbeispiele expansiver Geldpolitik
Bank of Japan (BoJ)
Federal Reserve System (FED)
Bank of England (BoE)
2.4. Erweitertes Programm zum Ankauf von Vermögenswerten
Geldpolitische Einordnung
Kritik an der geldpolitischen Maßnahme der EZB
3. Untersuchung der kritischen Argumente
3.1. Die drohende Deflation
3.2. Das ungeeignete Instrument
3.3. Blasenbildung und Moral Hazard Verhalten
4. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Sinnhaftigkeit des erweiterten Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (EAPP) der Europäischen Zentralbank im Kontext der quantitativen Lockerung. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob der Strategiewechsel der EZB zur aktiven Vorgabe von Liquiditätszielen eine begründete geldpolitische Antwort auf die wirtschaftliche Stagnation und drohende Deflationsrisiken darstellt oder ob die geäußerte Kritik an diesem Vorgehen stichhaltig ist.
3.1. Die drohende Deflation
Als einer der schärfsten Kritiker der EZB-Politik bemängelt Hans-Werner Sinn, dass die Begründung der EZB für das Umsetzen der quantitativen Lockerung nur vorgeschoben sei. "Denn es gäbe keine Deflation im Euroland, sondern einen konjunkturell willkommenen Absturz der Ölpreise. [...] Das kurbelt die Konjunktur an, aber muss doch nicht bekämpft werden."69 Diese Einschätzung teilt auch Jens Weidmann, der aus den jüngsten Entwicklungen der Daten eher eine Bestätigung für seine zurückhaltende geldpolitische Haltung sieht und weiterhin eine Geldpolitik der „ruhigen Hand“ fordert.70 Es wird im Allgemeinen prognostiziert, dass die Deflationsrisiken gering sind, so dass für die EZB bei der zeitig niedrigen Inflationsraten kein Handlungsbedarf besteht.71 In diese Kritik mischt sich ebenfalls die Haltung, dass die niedrigen Zinsen lediglich ein Ausdruck des langsamen Wachstums in der Welt seien. Außerdem sei der Anstieg der Vermögenspreise, also von Aktien und Immobilien, längst das Indiz der bereits vorhandenen Inflation.72 Die leicht negativen Inflationsraten spiegeln lediglich die notwendigen strukturellen Anpassungsprozesse in den Krisenländern der Eurozone wider. Die Gefahr einer Deflationsspirale aus sinkenden Preisen und Löhnen ist demnach nicht zu erkennen.73
Diese Argumentation wirkt auf den ersten Blick schlüssig jedoch nicht ganz umfassend. Ein wichtiger Aspekt, die Problematik der Lowflation74, wird in der Kritik außer Acht gelassen. In einem Umfeld hoher privater und öffentlicher Verschuldung führt sowohl eine Deflation aber auch eine Lowflation zu einer Situation, in der es den Schuldnern schwerer fällt ihre Verschuldung zurückzuführen. Der Preisrückgang erhöht die reale Schuldenlast und führt zu einem Rückgang der Nachfrage und somit zu weiterer Deflation. Ein solcher sich selbst verschärfender Effekt ist nach Fisher hochgefährlich und schwer umzukehren. 75 Es besteht eine reelle Ansteckungsgefahr solcher Tendenzen für andere Bereiche der Wirtschaft. Bei sinkenden Preisen haben Marktteilnehmer den Anreiz Konsumentscheidungen aufzuschieben, da alles noch billiger werden könnte, womit sie den weiteren Preisverfall beschleunigen.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die geldpolitischen Herausforderungen seit 2007 und führt in die Entscheidung der EZB zum erweiterten Ankaufprogramm ein, welche Gegenstand der kritischen Untersuchung ist.
2. Quantitative Lockerung: Dieses Kapitel definiert die verschiedenen geldpolitischen Maßnahmen, grenzt konventionelle von unkonventionellen Instrumenten ab und zieht Vergleiche zu internationalen Notenbankstrategien.
3. Untersuchung der kritischen Argumente: Hier werden die Hauptkritikpunkte – drohende Deflation, Instrumenteneignung und Moral-Hazard-Risiken – detailliert analysiert und den theoretischen Gegenargumenten gegenübergestellt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die quantitative Lockerung im gegebenen Kontext eine notwendige und sinnvolle geldpolitische Maßnahme darstellt.
Quantitative Lockerung, EZB, Preisstabilität, Geldpolitik, Deflation, Lowflation, Staatsanleihen, Finanzkrise, Zinspolitik, Bilanzausweitung, Moral Hazard, Reformanreize, Liquiditätsfalle, Eurozone, Geldmenge.
Die Arbeit untersucht die geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank, ein erweitertes Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (EAPP) zu starten, und bewertet deren Sinnhaftigkeit im Kontext der europäischen Wirtschaftslage.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Geldpolitik, die Abgrenzung verschiedener Lockerungsmaßnahmen, internationale Vergleiche sowie die fundierte Auseinandersetzung mit der medialen und ökonomischen Kritik.
Ziel ist es, zu klären, ob der Strategiewechsel der EZB hin zur quantitativen Lockerung als Antwort auf die Deflationsgefahr sinnvoll war, indem die vorgetragenen Kritikpunkte anhand geldtheoretischer Modelle geprüft werden.
Die Autorin nutzt einen deskriptiven Ansatz in Kombination mit einer theoretischen Analyse und dem Vergleich mit internationalen Fallbeispielen, um die Sinnhaftigkeit der EZB-Entscheidung zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Geldpolitik, internationale Vergleiche (BoJ, FED, BoE) und eine detaillierte Prüfung der Kritikpunkte hinsichtlich Deflation, Instrumentwahl und fiskalischer Risiken.
Schlüsselwörter sind unter anderem Quantitative Lockerung, Preisstabilität, Deflation, EZB, Bilanzausweitung, Moral Hazard und Geldpolitik.
Die Arbeit stellt fest, dass ein Großteil der deutschen Kritik ökonomisch schwer haltbar ist und primär die schwierige politische Debatte über Solidarität und nationale Interessen in der Eurozone widerspiegelt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine entschlossene Geldpolitik notwendig ist, um Hysterese-Effekte zu lindern und eine längerfristige Stagnation zu vermeiden, da eine Deflation katastrophale Folgen für die reale Schuldenlast hätte.
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