Bachelorarbeit, 2012
71 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
2. Ein Branchenvergleich
2.1 Der deutsche Finanz- und Versicherungssektor
2.2 Der chinesische Finanz- und Versicherungssektor
3. Warum so wenige Firmenübernahmen in diesen Branchen stattfanden
3.1.1 Regulatorisches Umfeld
3.1.2 Wichtige Komponenten bei grenzüberschreitenden M&A
3.2 Die durchgeführten und angekündigten Deals in der Übersicht
3.2.1 Die Transaktionen deutscher Finanzdienstleister mit chinesischen Unternehmen von 2000 bis 2012 im Überblick
3.2.2 Akquisitionsversuche der China Development Bank
3.3 Sichtweise der Unternehmer beider Länder zu ausländischen Direktinvestitionen
3.4 Gründe gegen Akquisitionen
3.4.1 Eine empirische Untersuchung zur Abhängigkeit der Bankperformance vom Eigentümerwechsel in China
3.4.2 Schlüsse aus dem Interview über das Joint Venture BEA Union Investment
4. Schlussbetrachtung
5. Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen und die Hintergründe von angekündigten sowie vollzogenen Firmenübernahmen im Finanz- und Versicherungssektor zwischen Deutschland und China. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, warum trotz beiderseitiger Ambitionen nur wenige grenzüberschreitende Akquisitionen in diesen Branchen stattfanden und welche Barrieren sowie Erfolgsfaktoren dabei eine Rolle spielen.
3.1.1 Regulatorisches Umfeld
Hier möchte ich einen kleinen Abriss der vom Staat geschaffenen Rahmenbedingungen geben.
2004 gaben das MOFCOM und das chinesische Außenministerium gemeinsam den „Guidance Catalogue of Industries for Foreign Investment“ heraus, einen branchenbezogenen Lenkungskatalog für Auslandsinvestitionen. Mit ihm unterstrich die chinesische Führung noch einmal die Bedeutung, die sie der chinesischen Investitionstätigkeit im Ausland generell beimisst. Der Katalog enthält offizielle Empfehlungen für Investitionen in bestimmte Wirtschaftsbranchen. Dazu zählt auch die Finanzbranche. Deutschland gehört zu einer ersten Gruppe von 20 ausgewählten Ländern. Der Deutschlandbericht hilft den chinesischen Investoren hierzulande tätig zu werden.
Steuern sind für eine Akquisition ein entscheidender Faktor. Deshalb erfahren wir die neueste Besteuerungsregelung. Die Steuerverwaltung (State Administration of Taxation), das Finanzministerium (Ministry of Finance) und die Zollverwaltung (General Administration of Customs) Chinas haben gemeinsam im Erlass Caishui [2011] 58 vom 27. Juli 2011 (Erlass 58) Details zur steuerlichen Förderung für westliche Regionen in China publiziert. Im Zuge des zwölften Fünfjahresplans steht der Erlass 58 im Einklang mit der gesamtpolitischen Ausrichtung des Landes. Entsprechend Kapitel 18 des fünften Abschnitts besitzt die Entwicklung des Westens Chinas ausdrücklich und nach wie vor Priorität und ist „mit besonderen politischen Maßnahmen zu unterstützen“ wie ein Regierungssprecher zitiert wird. Dieser Erlass stellt eine weitere Steuervergünstigung dar. Dabei ist eine Ermäßigung des allgemeinen Unternehmenssteuersatzes von 25 auf 15% für besonders geförderte Investitionen und die Befreiung von Einfuhrzoll bei importierten Anlagen im Rahmen des Gesamtinvestitionsvorhabens für geförderte Investitionen.
1. Einführung: Definition der wichtigsten Begriffe im M&A-Bereich und Vorstellung der Untersuchung sowie der methodischen Vorgehensweise.
2. Ein Branchenvergleich: Umfassender Überblick über die Strukturen und Entwicklungen des deutschen sowie chinesischen Finanz- und Versicherungssektors.
3. Warum so wenige Firmenübernahmen in diesen Branchen stattfanden: Detaillierte Analyse der regulatorischen Hürden, politischen Rahmenbedingungen, empirische Untersuchungen zur Bankperformance und Auswertung von Interviews zu Joint Ventures.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Erkenntnisse über die geringe M&A-Aktivität und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im deutsch-chinesischen Finanzmarkt.
5. Anhang: Detaillierte Transkription des Experteninterviews sowie ergänzende Informationen.
Firmenübernahmen, Finanzsektor, Versicherungssektor, Deutschland, China, M&A, regulatorisches Umfeld, Bankperformance, Eigentümerwechsel, Joint Venture, Marktzutritt, Auslandsinvestitionen, Unternehmenskultur, Wissensmanagement, Deregulierung
Die Arbeit analysiert die grenzüberschreitenden Firmenübernahmen im Finanz- und Versicherungssektor zwischen Deutschland und China und beleuchtet, warum trotz vorhandener wirtschaftlicher Potenziale nur wenige Akquisitionen stattfinden.
Zu den Schwerpunkten gehören das regulatorische Umfeld beider Länder, die Strategien zur Markterschließung durch Joint Ventures und die Auswirkungen von Eigentümerwechseln auf die Leistungsfähigkeit von Banken.
Das Ziel ist es, die spezifischen Barrieren zu identifizieren, die Akquisitionen in diesen Branchen hemmen, und zu verstehen, warum stattdessen häufig andere Kooperationsformen gewählt werden.
Die Arbeit kombiniert eine deskriptive Analyse der Marktdaten mit einer empirischen Regressionsanalyse zur Bankperformance in China sowie qualitativen Experteninterviews zur Praxis von Joint Ventures.
Der Hauptteil analysiert die regulatorischen Rahmenbedingungen, bietet eine Übersicht durchgeführter Deals, diskutiert die Sichtweise von Unternehmen auf Direktinvestitionen und führt eine statistische Untersuchung zum Einfluss von Eigentümerstrukturen durch.
Wesentliche Begriffe sind M&A, Finanzsektor, China-Strategie, regulatorische Barrieren, Joint Venture und Performance-Analyse.
Der Eintritt in den chinesischen Markt ist durch staatliche Regulierungen, eine stärkere bürokratische Beeinflussung und oft komplizierte Eigentümerstrukturen geprägt, was den Akquisitionsprozess im Vergleich zu westlichen Märkten deutlich erschwert.
Die China Development Bank wird als zentrales Fallbeispiel für Akquisitionsversuche analysiert, um zu verdeutlichen, wie staatlich gelenkte Investitionen in Deutschland auf politische und gesellschaftliche Vorbehalte stoßen.
Das Interview verdeutlicht, dass Joint Ventures oft als alternative Strategie gewählt werden, wenn direkte Akquisitionen zu schwierig sind, wobei sie jedoch mit operativen Herausforderungen wie der Koordination über Zeitversatz und unterschiedliche Unternehmenskulturen verbunden sind.
Die empirische Analyse zeigt, dass der Wechsel zu privaten oder ausländischen Eigentümern zwar oft auf bessere Grundvoraussetzungen der Banken hindeutet, jedoch kurz- oder langfristig kaum Beweise für eine signifikante direkte Leistungssteigerung nach der Übernahme vorliegen.
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