Masterarbeit, 2015
101 Seiten
Teil I Theorie
1 Einleitung
1.1 Die Entwicklungen in der öffentlichen Verwaltung
1.2 Forschungsüberblick
1.3 Die Entdeckung des Konfliktphänomens Mobbing
1.4 Aufbau
2 Mobbing – ein Modewort?
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Definitionen
2.2.1 Abgrenzung zu Konflikten, psychosozialem Stress und psychischer Gewalt
2.2.2 Dimensionen des Mobbings
2.3 Verlaufsformen des Mobbingprozesses
2.4 Verlässlichkeit empirischer Erhebungen zur Mobbingforschung
2.5 Zwischenfazit
3 Die Folgen von Mobbing für Opfer und Täter
3.1 Die gesundheitlichen Folgen für das Opfer
3.2 Rechtliche Folgen für den Täter - Brauchen wir ein Anti-Mobbing- Gesetz?
3.3 Zwischenfazit
Teil II Umfeld
4 Das Neue Steuerungsmodell als mobbingrelevante Rahmenbedingung in der öffentlichen Verwaltung
4.1 Verwaltungsmodernisierung
4.2 Haushaltskonsolidierung mithilfe des NSM
4.3 Zwischenfazit
5 Theoretische Ursachenanalyse des Mobbingphänomens innerhalb der öffentlichen Verwaltung
5.1 Die Persönlichkeiten der Mitarbeiter als Ursache
5.1.1 Die Opfer-Perspektive
5.1.2 Die Täter-Perspektive
5.2 Die Gruppendynamik als Ursache
5.3 Das mikropolitische Handeln als Ursache
5.4 Die bürokratische Organisation als Ursache
5.5 Ergebnis der Ursachenanalyse
6 Prävention oder Reaktion – Bewertung des Rahmenkonzepts zum Konfliktmanagement des Landes Berlin
7 Zusammenfassung und Fazit
Diese Masterarbeit untersucht das Konfliktphänomen Mobbing innerhalb der öffentlichen Verwaltung, insbesondere mit Blick auf die Berliner Kommunalverwaltung. Das Hauptziel besteht darin, die Auswirkungen von Verwaltungsmodernisierung und Haushaltskonsolidierung als potenzielle Auslöser für Mobbing zu analysieren, um auf dieser Basis Vorschläge für nachhaltige Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.
2.2.1 Abgrenzung zu Konflikten, psychosozialem Stress und psychischer Gewalt
In den vorangegangenen Kapiteln wurde bereits aufgezeigt, dass der Begriff Mobbing nicht klar definiert ist. Daher werden im ersten Schritt die Bereiche definiert, die nicht unter Mobbing zu verstehen sind, um das Phänomen genau beschreiben zu können.
Als erstes ist der Konflikt zu benennen. Mobbing kann sicherlich aus einem eskalierten Konflikt entstanden sein, dieser ist aber nicht zwingend eine Voraussetzung für den Beginn eines Mobbingprozesses. Ein Konflikt liegt immer dann vor, wenn zwei oder mehr Parteien unterschiedliche Interessen haben und die Verteilung der vorhandenen Ressourcen für sich beeinträchtigt sehen. Zu diesen Ressourcen in der Arbeitswelt zählen z.B. die Aufstiegschancen innerhalb der Organisation sowie Privilegien durch den Vorgesetzten bei Urlaub und andere Vergünstigungen. So sind aggressive Handlungen innerhalb eines Konflikts zur Durchsetzung eines konkreten Interesses Mittel zum Zweck. Bei Mobbing sind bereits die feindseligen Handlungen der Selbstzweck. Die Gefährdung der eigenen Bedürfnisse wird als Schadenserleben und somit als Konfliktanlass gewertet. Das Konflikterleben mündet in einer Schuldzuweisung, um gleichzeitig eine Gegenpartei zu definieren. In diesem Stadium des akuten Konflikts wird bei der einen Partei ein Durchsetzungswille und bei der Gegenpartei der Widerstand entwickelt. Entscheidend hierbei ist, dass eine Konfliktpartei die Bedrohung ihrer Ressourcen fühlt. Hierüber werden weitere Gefühle, wie z.B. Angst, Neid und Frustration geweckt, die den sozialen Konflikt auslösen.
Die Art, wie jeder einzelne diese Gefährdung seiner Bedürfnisse erkennt und mit ihr umgeht, entscheidet später, ob sich der latente Konflikt zu einem destruktiven Konflikt mit Eskalationspotential entwickelt. Ist es beiden Parteien nicht möglich, die Differenzen anzusprechen und durch einen ausgehandelten Kompromiss zu lösen, besteht die Gefahr, dass der heiße Konflikt zu einem kalten Konflikt wird. Selbst bei Versuchen, den Konflikt zu lösen, ist darauf zu achten, den größtmöglichen Konsens zu erreichen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Mobbing in der öffentlichen Verwaltung ein und beleuchtet den historischen Kontext sowie den Forschungsanlass unter Berücksichtigung des Wandlungsprozesses der Verwaltung.
2 Mobbing – ein Modewort?: Hier erfolgt eine theoretische Begriffsbestimmung, Abgrenzung von Mobbing zu Konflikten und Stress sowie eine Erörterung der verschiedenen Phasenmodelle des Mobbingprozesses.
3 Die Folgen von Mobbing für Opfer und Täter: Dieses Kapitel analysiert die gesundheitlichen Auswirkungen auf das Opfer sowie die rechtlichen Implikationen für den Täter und diskutiert die Notwendigkeit eines Anti-Mobbing-Gesetzes.
4 Das Neue Steuerungsmodell als mobbingrelevante Rahmenbedingung in der öffentlichen Verwaltung: Der Fokus liegt auf der Verwaltungsmodernisierung und Haushaltskonsolidierung als Faktoren, die das Arbeitsumfeld und das Auftreten von Mobbing in der öffentlichen Verwaltung prägen.
5 Theoretische Ursachenanalyse des Mobbingphänomens innerhalb der öffentlichen Verwaltung: Diese Sektion untersucht die Ursachen von Mobbing durch eine tiefgehende Analyse von Persönlichkeitsmerkmalen, Gruppendynamik, Mikropolitik und der bürokratischen Organisation.
6 Prävention oder Reaktion – Bewertung des Rahmenkonzepts zum Konfliktmanagement des Landes Berlin: Das bestehende Konfliktmanagement der Berliner Verwaltung wird kritisch geprüft und mit alternativen Ansätzen verglichen.
7 Zusammenfassung und Fazit: Die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit werden zusammengeführt, um abschließend die Notwendigkeit einer verwaltungsspezifischen Mobbing-Definition und verbesserter Präventionsmaßnahmen zu untermauern.
Mobbing, öffentliche Verwaltung, Neues Steuerungsmodell, Verwaltungsmodernisierung, Haushaltskonsolidierung, Konfliktmanagement, Mikropolitik, Organisationskultur, Bossing, Staffing, psychische Gewalt, psychosozialer Stress, Führungskultur, Arbeitsbedingungen, Prävention.
Die Arbeit untersucht das Phänomen Mobbing innerhalb der öffentlichen Verwaltung und beleuchtet, wie organisatorische Rahmenbedingungen, insbesondere im Zuge der Verwaltungsmodernisierung, dieses Verhalten begünstigen können.
Zentral sind die theoretische Fundierung des Mobbing-Begriffs, der Einfluss von Haushaltskonsolidierung und Modernisierungsdruck auf das Betriebsklima sowie die Analyse von Ursachen wie Gruppendynamik und mikropolitischem Handeln.
Das Ziel ist es, die Auslöser für Mobbing in bürokratischen Organisationen aufzuzeigen und mithilfe einer spezifischen Definition Vorschläge zur Prävention zu entwickeln, die auf den Besonderheiten der öffentlichen Verwaltung basieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Internetrecherche, wobei arbeitspsychologische, managementtheoretische, rechtliche und soziologische Perspektiven integriert werden, ohne eigene empirische Primärdaten zu erheben.
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Einordnung (Leymann/Neuberger) die Folgen von Mobbing beleuchtet, das Umfeld der öffentlichen Verwaltung (NSM) analysiert sowie eine theoretische Ursachenanalyse durchgeführt.
Mobbing, öffentliche Verwaltung, Neues Steuerungsmodell (NSM), Haushaltskonsolidierung, Konfliktmanagement und Mikropolitik sind die zentralen Begriffe der Untersuchung.
"Bossing" beschreibt Mobbing durch Vorgesetzte gegenüber Untergebenen, während "Staffing" die umgekehrte Richtung bezeichnet, bei der Untergebene gegen einen Vorgesetzten vorgehen.
Die Autorin bemängelt, dass das Rahmenkonzept stark juristisch geprägt ist und arbeitspsychologische Erkenntnisse sowie den mikropolitischen Aspekt, der als Hauptursache identifiziert wird, weitgehend ignoriert.
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