Diplomarbeit, 2004
117 Seiten, Note: 2
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Definition
2. Die Anfänge des Hörspiels
2.1. Die ersten Hörspiele
2.2. „Zauberei auf dem Sender“
3. Die erste Blütezeit des Hörspiels
3.1. „Der Flug der Lindberghs“
3.2. „Malmgreen“
4. Das Hörspiel während der NS-Zeit
4.1. Hintergrund
4.2. Die Hörspiele
4.3. „Der Ruf“
4.4. Nationalsozialistische Hörspiele
4.5. Das Hörspiel im Exil
4.6. „Der Prozeß der Jeanne d’Arc zu Rouen 1431“
4.7. „Lukullus vor Gericht“
5. Die zweite Blütezeit des Hörspiels
5.1. „Draußen vor der Tür“
5.2. „Träume“
6. Hörspielkrise und das Hörspiel der Sechzigerjahre
6.1. Die Krise
6.2. Das Feature
6.3. Das Hörspiel der Sechzigerjahre
6.4. Paul Pörtner
6.5. Keine Grenzen mehr
6.6. „Fünf Mann Menschen“
7. Das Hörspiel der Achtziger- und Neunzigerjahre
7.1. Die Achtzigerjahre
7.2. „Die Befreiung des Prometheus“
7.3. Die Neunzigerjahre
7.4. Die Entfernung vom Radio
8. Ein Blick in die Zukunft
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung des Hörspiels von den Anfängen bis in die Gegenwart. Das primäre Ziel ist es, die wichtigsten Entwicklungszeiträume und künstlerischen Stufen dieser Kunstform anhand typischer Beispiele und deren dramatischer Strukturen darzustellen, wobei ein besonderer Fokus auf den Auswirkungen politischer und technischer Kontexte liegt.
3.1. „Der Flug der Lindberghs“
Das Stück „Der Flug der Lindberghs. Ein Radiolehrstück für Knaben und Mädchen“ von Bertolt Brecht, ist in der mir vorliegenden Fassung in 17 Abschnitte unterteilt. Die Stimmen wechseln sich ab zwischen den Lindberghs und dem Radio, welches auch als Amerika, Die Stadt New York, Das Schiff, Der Nebel, Der Schneesturm, Der Schlaf, Europa, Die Fischer und Geräusche (Wasser, Motor, eine große Masse) auftritt.
Im dritten Abschnitt des Stückes, mit dem Titel „Vorstellung des Fliegers Charles Lindbergh und sein Aufbruch in New York zu seinem Flug nach Europa“, wird deutlich, warum Brecht es ein Lehrstück nannte. Die Lindberghs sind am Wort:
„Mein Name ist Charles Lindbergh
Ich bin 25 Jahre alt
Mein Großvater war Schwede
Ich bin Amerikaner.
Meinen Apparat habe ich selbst ausgesucht.
Er fliegt 210 km in der Stunde
Sein Name ist „Geist von St. Louis“
Die Ryanflugzeugwerke in San Diego
Haben ihn gebaut in 60 Tagen. Ich war dabei
[…]
Ich habe bei mir:
2 elektrische Lampen
1 Rolle Seil
1 Rolle Bindfaden
1 Jagdmesser
4 rote Fackeln in Kautschukröhren versiegelt
…“
1. Definition: Das Kapitel erläutert die terminologische Vielfalt und die vergängliche Natur des Hörspiels als auditive Kunstform.
2. Die Anfänge des Hörspiels: Hier werden die ersten Versuche von Originalhörspielen in den 1920er Jahren und die Herausforderungen der Live-Übertragung thematisiert.
3. Die erste Blütezeit des Hörspiels: Dieser Abschnitt behandelt die Etablierung des Hörspiels als eigenständige Gattung, markiert durch Preisausschreiben und bedeutende Werke wie Brechts.
4. Das Hörspiel während der NS-Zeit: Es wird analysiert, wie das Medium unter der Diktatur gleichgeschaltet und propagandistisch instrumentalisiert wurde.
5. Die zweite Blütezeit des Hörspiels: Der Fokus liegt auf dem Neuanfang nach 1945 und den wegweisenden Werken von Autoren wie Borchert und Eich.
6. Hörspielkrise und das Hörspiel der Sechzigerjahre: Diese Kapitel beleuchten die Krise durch das Fernsehen, das Aufkommen des "Neuen Hörspiels" und die technische Erneuerung durch elektronische Experimente.
7. Das Hörspiel der Achtziger- und Neunzigerjahre: Hier werden der wirtschaftliche Druck, die Entstehung des dualen Rundfunks und die zunehmende Unabhängigkeit vom Radio analysiert.
8. Ein Blick in die Zukunft: Das Fazit skizziert die hybride Form des Hörspiels in Zeiten des Internets und neuer digitaler Distributionswege.
Hörspiel, Rundfunk, NS-Propaganda, Neues Hörspiel, Feature, Experimentelle Literatur, Schallspiel, Medienkunst, Hörspieltheorie, Radiogeschichte, Technikgeschichte, Audioproduktion, Stereophonie, Heiner Goebbels, Günter Eich
Die Diplomarbeit bietet einen systematischen Überblick über die Entwicklung des Hörspiels, von den frühen Experimenten in der Weimarer Republik über die Zeit der NS-Propaganda bis hin zu den modernen medienkünstlerischen Formen der 1990er Jahre.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Hörspieltheorie, die technische Produktion, die mediale Transformation (Radio zu Internet) sowie die politische Instrumentalisierung und demokratisierende Bestrebungen des Mediums.
Ziel ist die Darstellung der wichtigsten Etappen des Hörspiels, illustriert an markanten Werken und der jeweiligen ästhetischen sowie gesellschaftlichen Einordnung durch den Autor.
Es handelt sich um eine medienhistorische und literaturwissenschaftliche Analyse, die auf Primärquellen (Hörspieltexte) und einer breiten sekundärliterarischen Basis aufbaut.
Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und behandelt die Pionierzeit, die Blütephasen, die Unterdrückung im Nationalsozialismus, die Krisenphasen durch das Fernsehen sowie die Emanzipation des Hörspiels in Richtung Medienkunst.
Hörspiel, Rundfunk, NS-Propaganda, Neues Hörspiel, Feature, experimentelle Literatur und mediale Transformation.
Die Arbeit erkennt Schwitzkes große Bedeutung für die Hörspielforschung an, kritisiert jedoch seine oft konservativen Ansichten und seine einseitige Fokussierung auf "seine" bevorzugten Autoren.
Die Produktion verlagert sich zunehmend von den institutionellen Hörspielstudios der Rundfunkanstalten hin zu digitalen Möglichkeiten am Heimcomputer, was das Hörspiel unabhängiger vom klassischen Radiobetrieb macht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

