Masterarbeit, 2012
107 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Soziale Integration
2.1 Integration
2.1.1 Sozialintegration
2.1.2 Systemintegration
2.2 Das Modell der intergenerationalen Integration
3 Einwanderung nach Deutschland
3.1 Einwanderung von Deutschen
3.1.1 Vertriebene und (Spät-)Aussiedler
3.1.2 Übersiedler
3.2 Einwanderung von Ausländern
3.2.1 Gastarbeiter
3.2.2 Asylbewerber und Flüchtlinge
3.2.3 Weitere Gruppen ausländischer Einwanderer
3.2.4 Die Integration ausländischer Einwanderer
3.3 Der Paradigmenwechsel in der Ausländer- und Migrationspolitik 1998
4 Forschungsstand
5 Theorien und Hypothesen
5.1 Konflikttheorie und Theorie der sozialen Identität
5.2 Kontakthypothese
5.3 Sozialisationstheoretische Ansätze
5.4 Inhaltliche Überschneidungen der Hypothesen
6 Methode
6.1 Datengrundlage und verwendete Stichprobe
6.1.1 Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften
6.1.2 Das Sozioökonomische Panel
6.1.3 Kontextmerkmale
6.2 Operationalisierung
6.2.1 Analyse der fremdenfeindlichen Einstellungen der deutschen Bevölkerung
6.2.2 Analyse der wahrgenommenen Diskriminierung von Migranten
6.3 Multivariate Analyseinstrumente
6.3.1 Cross-Classified Multilevel Model
6.3.2 Fixed Effects, Random Effects und Hybridmodelle
7 Empirische Analyse
7.1 Fremdenfeindliche Einstellungen 1980–2010
7.1.1 Deskriptive Ergebnisse
7.1.2 Multivariate Ergebnisse
7.2 Von Migranten wahrgenommene Diskriminierung aufgrund ihrer Herkunft 1996-2010
7.2.1 Deskriptive Ergebnisse
7.2.2 Multivariate Ergebnisse
8 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen fremdenfeindlichen Einstellungen innerhalb der deutschen Bevölkerung und der von Migranten wahrgenommenen Diskriminierung, eingebettet in den theoretischen Rahmen der sozialen Integration nach Hartmut Esser. Das primäre Ziel ist es, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und individuellen Faktoren zu identifizieren, die den Integrationsprozess von Migranten beeinflussen, wobei speziell analysiert wird, wie Individual- und Kontextmerkmale diese Einstellungen und Wahrnehmungen über einen längeren Zeitraum hinweg prägen.
2.1 Integration
Unter „Integration“ ist der Zusammenhalt von Teilen in einem systematischen Ganzen zu verstehen. Hierbei bildet jedes Teil einen integralen Bestandteil des Ganzen. Dieses wird erst durch deren Zusammenhalt von der jeweiligen Umwelt abgrenzbar (Heitmeyer 2008: 29). Der Gegenbegriff zur Integration ist die „Desintegration“, womit ein Zustand des beziehungslosen Nebeneinanderstehens verschiedener Teile gemeint ist. „Die Integration eines Systems ist somit über die Existenz von bestimmten Relationen der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen den Einheiten und der Abgrenzung zur jeweiligen Umwelt definiert.“(Esser 2001: 1) Dabei können verschiedene Grade der Integration bestehen. Diese sind jeweils abhängig von der Beschaffenheit der Interdependenzen der Teile sowie der Stärke der Abgrenzung des Systems von der Umwelt. Das Verhalten und die Zustände der Teile haben demnach Auswirkungen auf das System insgesamt und auf die es tragenden Teile (Esser 2001: 1).
Diese allgemeine Definition von Integration ist anwendbar auf alle denkbaren Systeme. Bezieht man diese auf soziale Systeme wie Gesellschaften, so können nach David Lockwood (1971) zwei Arten der Integration unterschieden werden, welche Esser in seiner Definition aufgreift: die Sozialintegration und die Systemintegration. Erstere ist dabei als handlungstheoretische, letztere als systemtheoretische Perspektive auf die Integration zu verstehen (Löffler 2011: 26)
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Einwanderung nach Deutschland ein und erläutert die Relevanz der sozialen Integration sowie die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 Soziale Integration: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen der (Sozial-)Integration erörtert und Hartmut Essers Modell der intergenerationalen Integration zur theoretischen Fundierung vorgestellt.
3 Einwanderung nach Deutschland: Es wird ein historischer Überblick über verschiedene Einwanderergruppen seit 1945 gegeben und die Entwicklung der deutschen Migrationspolitik, insbesondere der Paradigmenwechsel ab 1998, beschrieben.
4 Forschungsstand: Hier werden bestehende Studien zur Entwicklung fremdenfeindlicher Einstellungen in Deutschland und deren Determinanten zusammengefasst.
5 Theorien und Hypothesen: Das Kapitel leitet auf Basis der Konflikttheorie, der Kontakthypothese und sozialisationstheoretischer Ansätze spezifische Hypothesen für die empirische Analyse ab.
6 Methode: Dieses Kapitel erläutert die Datengrundlage (ALLBUS und SOEP), die Operationalisierung der Variablen sowie die angewandten statistischen Analyseinstrumente (Cross-Classified Multilevel Models und Hybridmodelle).
7 Empirische Analyse: Es werden die deskriptiven und multivariaten Ergebnisse zur Entwicklung fremdenfeindlicher Einstellungen sowie der von Migranten wahrgenommenen Diskriminierung präsentiert.
8 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, diskutiert die Kausalität der politischen Einflüsse auf Einstellungen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.
Soziale Integration, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Migrationspolitik, Deutschland, Individualmerkmale, Kontextmerkmale, Konflikttheorie, Kontakthypothese, Sozialisation, ALLBUS, SOEP, Mehrebenenmodell, Hybridmodell, Geburtsortsprinzip.
Die Arbeit analysiert die Barrieren der sozialen Integration von Migranten in Deutschland, wobei der Fokus auf dem Zusammenhang zwischen fremdenfeindlichen Einstellungen in der Bevölkerung und der von Migranten tatsächlich wahrgenommenen Diskriminierung liegt.
Die Untersuchung umfasst die Einwanderungsgeschichte Deutschlands, theoretische Konzepte zur sozialen Integration sowie empirische Analysen zur Entwicklung von Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung unter Berücksichtigung von Individual- und Kontextfaktoren.
Ziel ist es, die Rahmenbedingungen der Integration durch die Analyse der Entwicklung von Fremdenfeindlichkeit und wahrgenommener Diskriminierung zu erklären und den Einfluss politischer und sozioökonomischer Faktoren auf diese Prozesse zu prüfen.
Es kommen multivariate statistische Verfahren zum Einsatz, namentlich Cross-Classified Multilevel Modelle für die ALLBUS-Daten und Hybridmodelle für die Paneldaten des SOEP.
Im Hauptteil werden theoretische Ansätze wie die Konflikttheorie und Kontakthypothese detailliert erläutert, daraus Hypothesen abgeleitet und anschließend in zwei getrennten empirischen Analysen auf Basis umfangreicher Längsschnittdaten überprüft.
Zu den Kernbegriffen zählen Soziale Integration, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Migrationspolitik sowie die analytischen Ansätze zur Mehrebenen- und Paneldatenanalyse.
Die Einführung des Geburtsortsprinzips (Ius Soli) dient als Indikator für den politischen Paradigmenwechsel, um zu untersuchen, ob veränderte politische Rahmenbedingungen einen messbaren Einfluss auf fremdenfeindliche Einstellungen oder die Diskriminierungswahrnehmung haben.
Die Unterscheidung in ethnisch deutsche Einwanderer (Vertriebene, Spät-/Aussiedler) und ausländische Einwanderer (Gastarbeiter, Asylbewerber) ist notwendig, da diese historisch und rechtlich in Deutschland unterschiedlich behandelt wurden, was wiederum Auswirkungen auf ihre jeweilige soziale Integration hat.
Die Studie stellt eine insgesamt rückläufige Entwicklung der Fremdenfeindlichkeit zwischen 1980 und 2010 fest, wobei Individualmerkmale wie Bildung und materialistische Werthaltungen maßgebliche Erklärungsfaktoren für die Ausprägung dieser Einstellungen sind.
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