Diplomarbeit, 2004
102 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Rahmenbedingungen des Marketing für Städte und Regionen
2.1 Marketing für Städte und Regionen – Begriffsklärung
2.1.1 Stadt- und Regionalmarketing
2.1.2 Standortmarketing
2.2 Gründe für das Marketing von Städten und Regionen
2.3 Veränderte Standortanforderungen in der wissensbasierten Gesellschaft
3 Die Wissenschaftsstadt – Konzeption und Einordnung
3.1 Das Konzept der Wissenschaftsstadt in der Fachliteratur
3.1.1 Die Wissenschaftsstadt als wissensbasierte Siedlungsform
3.1.2 Die Wissenschaftsstadt als innovationspolitisches Instrument
3.2 Die Bedeutung von Wissen, Milieus und Netzwerken in der wissensbasierten Gesellschaft
3.2.1 Regionalökonomische Aspekte
3.2.2 Wissen und seine Produktion in der heutigen Gesellschaft
3.2.3 Wissenschaft und Universität als Standortfaktor
3.3 Einordnung der Wissenschaftsstadt in den Kontext der wissensbasierten Gesellschaft
4 Anforderungen an ein erfolgreiches Marketing für eine Wissenschaftsstadt
4.1 Vorbemerkung und Vorgehensweise
4.2 Allgemeiner Aufbau einer Marketingkonzeption für Städte und Regionen
4.3 Besondere Anforderungen an das Marketing für eine Wissenschaftsstadt
4.3.1 Grundlegende Ziele und Zielgruppen
4.3.2 Spezifische Umsetzungsmöglichkeiten
4.3.2.1 Kultur und Lebensqualität als Ansatzpunkt zur Profilierung der Stadt
4.3.2.2 Herausstellung der Bedeutung der Wissenschaft
4.3.2.3 Kooperationen und Netzwerke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
4.3.2.4 Beitrag wissenschaftlicher Einrichtungen zum Marketing der Stadt
4.3.2.5 Kooperationen zwischen Wissenschaft, Kunst und Kultur
4.3.3 Zusammenfassung
5 Praxisorientierte Umsetzungsmöglichkeiten und Entwicklung eines Marketingkonzepts
5.1 Untersuchung von Bewerbungskonzepten zum Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“
5.1.1 Der Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“
5.1.2 Vorgehensweise, Ziel und Grenzen der Untersuchung
5.1.3 Praxisorientierte Umsetzungsmöglichkeiten
5.1.3.1 Kultur und Lebensqualität als Ansatzpunkt zur Profilierung der Stadt
5.1.3.2 Herausstellung der Bedeutung der Wissenschaft
5.1.3.3 Kooperationen und Netzwerke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
5.1.3.4 Beitrag wissenschaftlicher Einrichtungen zum Marketing der Stadt
5.1.3.5 Kooperationen zwischen Wissenschaft, Kunst und Kultur
5.1.4 Zusammenfassung und Ergänzungen
5.2 Entwicklung eines Marketingkonzepts für eine Wissenschaftsstadt
5.2.1 Leitbildformulierung und Zielbildung
5.2.2 Strategien
5.2.3 Marketinginstrumente
5.2.4 Zusammenfassung
6 Abschließende Betrachtung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, das besondere Potenzial von Wissenschaftsstädten für ein erfolgreiches Stadtmarketing herauszustellen, Anforderungen für ein solches wirkungsvolles Marketingkonzept abzuleiten und einen praxisorientierten Leitfaden für deren Umsetzung zu entwickeln.
3.1.1 Die Wissenschaftsstadt als wissensbasierte Siedlungsform
Nach KÜHN (2003) ist unter dem Begriff der Wissenschaftsstadt ein besonderer Ansiedlungstyp des Wissens zu verstehen. Der hier verwendete Wissensbegriff umfasst dabei in seinem Kern die institutionellen Träger der Forschung und Entwicklung (FuE). Im Einzelnen zählen dazu:
• Öffentliche sowie private Universitäten und Hochschulen
• Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
• Privatunternehmen mit eigenen FuE-Abteilungen
• Neu- und Ausgründungen innovativer kleiner und mittelständischer Firmen (KÜHN 2003, S. 140).
KÜHN knüpft seine systematische Darstellung von wissensbasierten Siedlungsformen in Stadtregionen an die bisherige Forschung zum Thema „innovative Milieus“ bzw. „kreative Milieus“7 an, welche sich auf die Ebene der Region als Raum sozialer Netzwerke oder ökonomischer Cluster bezieht. Der Raumbezug bleibt damit bislang weitgehend abstrakt, ohne die konkreten siedlungsstrukturellen Kontexte und Stadtbezüge dieser Milieus zu berücksichtigen. Hier besteht der Ansatzpunkt KÜHNS zur Systematisierung wissensbasierter Siedlungsformen in Stadtregionen. Unter anderem lassen sich die wissensbasierten Ansiedlungstypen Universitäts-Campus, Technologie- bzw. Innovationspark, Wissenschaftspark (Science Park), Wissenschaftsstadt (Science City) und wissensbasierte Stadtlandschaft unterscheiden (KÜHN 2003, S. 147). Allen ist gemein, dass sie als Instrumente zur gezielten Auslösung innovatorischer Prozesse Verwendung finden können (QUIEHL 1995, S. 186). Unterschiede bestehen vor allem im Hinblick auf ihren Anspruch der Nutzungsmischung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit (KÜHN 2003, S. 147).
Dementsprechend wird mit dem Konzept der Wissenschaftsstadt dem Versuch Rechnung getragen, nicht nur die ökonomische Sphäre des Arbeitens, sondern auch die soziokulturellen Sphären Wohnen und Freizeit der „Wissensarbeiter“ in einem städtebaulichen Kontext zu integrieren, indem die Sphären der Arbeit und Freizeit durch Wohnangebote für Wissenschaftler und Forscher ergänzt werden (KÜHN 2003, S. 147). Damit verdeutlicht das Konzept den Anspruch der Schaffung eines komplexen Stadtwesens (KÜHN 2003, S. 144).
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung und des Aufbaus der Arbeit im Kontext der wissensbasierten Gesellschaft.
2 Rahmenbedingungen des Marketing für Städte und Regionen: Erläuterung der allgemeinen Grundlagen, Gründe und Anforderungen des Stadt- und Regionalmarketings.
3 Die Wissenschaftsstadt – Konzeption und Einordnung: Definition des Konzepts der Wissenschaftsstadt, Bedeutung von Netzwerken und Einordnung in den wissensbasierten Kontext.
4 Anforderungen an ein erfolgreiches Marketing für eine Wissenschaftsstadt: Herleitung von Zielen, Zielgruppen und spezifischen Umsetzungsmöglichkeiten für das Marketing von Wissenschaftsstädten.
5 Praxisorientierte Umsetzungsmöglichkeiten und Entwicklung eines Marketingkonzepts: Evaluation realer Bewerbungskonzepte und Entwicklung eines beispielhaften Marketingkonzepts.
6 Abschließende Betrachtung und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung künftiger Entwicklungsperspektiven.
Wissenschaftsstadt, Stadtmarketing, Regionalmarketing, Wissensgesellschaft, Standortmarketing, Innovationsförderung, Wissensproduktion, Standortqualität, Wissenschaftskommunikation, Stadtentwicklung, Wissensarbeiter, Standortwettbewerb, Humankapital, Netzwerke, Kooperation
Die Arbeit untersucht das Marketing für den spezifischen Stadttypus "Wissenschaftsstadt" und entwickelt ein fundiertes Konzept, um deren wissenschaftliches Potenzial zur Profilierung im Standortwettbewerb zu nutzen.
Die zentralen Themen sind Stadtmarketing, die Konzeption der Wissensgesellschaft, die Bedeutung von wissenschaftlichen Institutionen als Standortfaktor sowie die Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur.
Das Hauptziel ist es, die spezifischen Potenziale von Wissenschaftsstädten herauszuarbeiten, Anforderungen für ein wirkungsvolles Marketing zu definieren und daraus eine praxisorientierte Marketingkonzeption zu entwickeln.
Es erfolgt eine theoretische Herleitung auf Basis der einschlägigen Fachliteratur, kombiniert mit einer praxisorientierten Untersuchung und Evaluation von zehn Bewerbungskonzepten deutscher Städte für den Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“.
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Fundierung der Rahmenbedingungen und der Konzepte von Wissenschaftsstädten spezifische Anforderungen an das Marketing abgeleitet und mittels der untersuchten Praxisbeispiele konkretisiert und zu einem Marketingkonzept zusammengeführt.
Wesentliche Begriffe sind Wissenschaftsstadt, Stadtmarketing, Wissensgesellschaft, Standortqualität, Innovationsförderung und die Vernetzung zwischen den Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.
Weiche Standortfaktoren wie Kultur, Lebensqualität, ein "wissenschaftsfreundliches Klima" und studentisches Flair sind für Wissenschaftsstädte essenziell, da sie entscheidend dazu beitragen, hochqualifizierte "Wissensarbeiter" zu gewinnen und zu binden.
Die Einbindung von Kultur und Kunst dient dazu, die oft als "trocken" wahrgenommene Forschung erlebbar zu machen, das Interesse der Bevölkerung zu wecken und die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt als Wissenschaftsstandort zu stärken.
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