Bachelorarbeit, 2014
67 Seiten, Note: 1,0 mit Auszeichnung
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Fragestellung
1.2. Forschungsstand
1.3. Zielsetzung der Arbeit
1.4. Aufbau der Arbeit
1.5. Methodisches Vorgehen
2. Theoretische Grundlagen und Begriffsklärungen
2.1. Die Krankheit Demenz
2.1.1. Formen der Demenz
2.1.1.1. Primäre Demenzen
2.1.1.2. Sekundäre Demenzen
2.1.2. Begünstigende Faktoren
2.1.3. Diagnoseverfahren der Demenz
2.1.4. Epidemiologie – Prävalenz und Inzidenz demenzieller Erkrankungen
2.2. Gesellschaftspolitik
2.3. (Versorgungs-) Bedarf in Abgrenzung zum Bedürfnis
2.4. Ländlicher Raum
2.5. Die Region Ostfriesland
3. Demenz als gesellschaftspolitische Herausforderung
3.1. Bedeutung der Demenz für das deutsche Gesundheitssystem
3.2. Die Herausforderungen der Demenz
3.3. Demografie - Die alternde Gesellschaft und die steigende Pflegebedürftigkeit
3.4. Demografische Entwicklungen in Ostfriesland
3.5. Die Finanzierungsproblematik der Zukunft
3.5.1. Generationenvertrag und Pflegeversicherung
3.5.2. Kosten der Demenz
4. Versorgungsbedarf und Versorgungsrealität
4.1. Versorgungsbedarf dementer Menschen
4.2. Versorgung - Wie werden Demente versorgt?
4.2.1. Die Versorgung durch die Familie
4.2.2. Die stationäre Versorgung im Pflegeheim
4.2.3. Die Versorgung im Krankenhaus
4.2.4. Weitere Versorgungsformen
4.3. Versorgungsrealität im ländlichen Raum
4.4. Versorgungsrealität in Ostfriesland
4.4.1. Vorhandene Versorgungskonzepte
4.4.2. Zukünftige Versorgungskonzepte
4.5. Wachsende Diskrepanz zwischen Bedarf und Realität in der Zukunft/ Versorgungsdefizite
4.5.1. Mangel an Pflegekräften und Nachwuchs in der Pflege
4.5.2. Hauptursachen für den Fachkräftemangel
4.6. Zusammenfassung
5. Diskussion
6. Zusammenfassung und Fazit
6.1. Zusammenfassung
6.2. Fazit
6.3. Relevanz des Themas für das Gesundheitsmanagement
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Diskrepanz zwischen dem Versorgungsbedarf von an Demenz erkrankten Menschen und der tatsächlichen Versorgungsrealität in ländlichen Gebieten am Beispiel der Region Ostfriesland. Ziel ist es, Lösungsansätze zu identifizieren, die eine qualitativ hochwertige, bedarfsgerechte und finanzierbare Versorgung unter den Herausforderungen des demografischen Wandels ermöglichen.
1.1. Problemstellung und Fragestellung
Demenz ist eine der in Zukunft größten gesundheitlichen Herausforderungen in Deutschland. Zurzeit leben 1,4 Millionen Demenzkranke in der Bundesrepublik. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl, Schätzungen zufolge, auf etwa 2,2 Millionen ansteigen. Dieser enorme Anstieg Demenzerkrankter stellt eine große Herausforderung an die Versorgung dieser Menschen dar. Insbesondere an die Pflege dieser Personen. Die demografischen Entwicklungen und die daraus resultierende alternde Bevölkerung bilden einen Konflikt, sowohl für die Gesellschaft als auch für die Politik. Waren im Jahr 1990 noch 15% der Menschen in Deutschland über 65 Jahre alt, so sind es im Jahr 2011 bereits 21% gewesen. Das bedeutet einen Anstieg von 40% in elf Jahren.
Mit wachsendem Alter steigt auch die Prävalenz an Demenz zu erkranken. Demenz gilt heute als eine der folgenreichsten psychischen Erkrankungen im Alter und ist damit selbstverständlich auch sehr kostenintensiv. Die Krankheitskosten der Demenz beliefen sich im Jahr 2013 für die gesetzlichen Krankenkassen bei Patienten im frühen Demenzstadium auf durchschnittlich 15.000 Euro und bei Patienten im schweren Stadium der Demenz auf durchschnittlich 40.000 Euro pro Jahr. Die Tendenz ist hierbei gesamtgesellschaftlich, aufgrund der erhöhten Demenzbetroffenen, steigend.
Ein weiteres Problem im Kontext der Demenz stellt sich in der Versorgung dar. Die Zahl der Pflegekräfte steigt zwar seit Jahren (in der Summe) an, dennoch reichen die vorhandenen Pflegekräfte in Zukunft nicht aus, um die Zahl der Pflegebedürftigen – qualitativ gut - zu versorgen. In den kommenden zehn Jahren wird sich die Zahl der fehlenden Pflegefachkräfte in Deutschland auf etwa 152.000 erhöhen. Auch der Nachwuchs in der Pflege wird, entsprechend dem Bedarf, jährlich geringer. Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung in der Pflege. Dies hat zur Folge, dass die Schere zwischen dem Versorgungsbedarf und der realen Versorgung in den kommenden Jahren weiter auseinander gehen wird.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des demografischen Wandels und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Versorgung demenzkranker Menschen in Deutschland ein.
2. Theoretische Grundlagen und Begriffsklärungen: Hier werden zentrale Definitionen der Demenz, deren Formen und epidemiologische Grundlagen sowie die Begriffe Gesellschaftspolitik und ländlicher Raum erörtert.
3. Demenz als gesellschaftspolitische Herausforderung: Das Kapitel beleuchtet die Bedeutung der Demenz für das Gesundheitssystem, die Auswirkungen der demografischen Alterung und die damit verbundene Finanzierungsproblematik.
4. Versorgungsbedarf und Versorgungsrealität: Hier wird der Bedarf demenzkranker Menschen analysiert und den aktuellen Versorgungsstrukturen sowie den Versorgungsdefiziten im ländlichen Raum, speziell in Ostfriesland, gegenübergestellt.
5. Diskussion: Die Ergebnisse aus dem theoretischen Teil werden hier in Bezug auf die Fragestellung kritisch hinterfragt, wobei insbesondere neue Handlungsfelder der Politik und Gesellschaft analysiert werden.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das Kapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und leitet Empfehlungen für notwendige Maßnahmen in der Region Ostfriesland ab.
Demenz, Versorgungsbedarf, Versorgungsrealität, Ostfriesland, ländlicher Raum, demografischer Wandel, Pflegebedürftigkeit, Fachkräftemangel, Pflegeversicherung, Gesundheitsmanagement, Altersarmut, Pflegestärkungsgesetz, Epidemiologie, Multimorbidität, Prävention.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wachsenden Lücke zwischen dem steigenden Bedarf an Pflege und Versorgung für Demenzkranke und der tatsächlichen, oftmals unzureichenden Versorgungsrealität in ländlichen Regionen Deutschlands.
Zu den Schwerpunkten zählen die medizinischen und pflegerischen Herausforderungen der Demenz, demografische Verschiebungen, Fachkräftemangel in der Pflege sowie die Finanzierbarkeit durch die Kranken- und Pflegekassen.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen Bedarf und Versorgung am Beispiel Ostfrieslands aufzuzeigen und konkrete politische sowie strukturelle Lösungsansätze zu erarbeiten.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Literaturarbeit, die auf einer systematischen Recherche und Auswertung aktueller Fachliteratur, demografischer Daten und gesundheitsökonomischer Berichte basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Krankheitsbildes, eine Analyse der gesellschaftspolitischen Herausforderungen sowie eine detaillierte Untersuchung der Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum.
Wichtige Schlagworte sind Demenz, Versorgungsbedarf, ländlicher Raum, demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Pflegeversicherung und Gesundheitsmanagement.
Ostfriesland dient als spezifisches Beispiel für einen ländlich geprägten Raum, der von einer Überalterung der Bevölkerung und einer gleichzeitigen Abwanderung junger Fachkräfte besonders stark betroffen ist.
Es zeigt sich, dass trotz erster positiver Ansätze (wie dem geplanten Demenzdorf in Norden) ein Mangel an regionaler Vernetzung und ausreichender Datenerhebung herrscht, was eine zielgerichtete Bedarfsdeckung erschwert.
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