Masterarbeit, 2015
84 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Existenz von Aktienmarktblasen - Theorie und Empirie
2.1 Neoklassische Kapitalmarkttheorie und Behavioral Finance
2.2 Definition und Arten von Aktienmarktblasen
2.3 Die historische Aktienmarktblasenforschung – Ablauf und Ursachen
3. Die Prognostizierbarkeit von Aktienmarktblasen und -renditen
3.1 Bewertungskennzahlen – Der Beginn der Aktienrenditeprognose
3.2 Investorenstimmung und Konjunkturindikatoren
3.3 Big Data – Ein neuartiger Ansatz der Renditeprognose
4. Big Data vs. Fundamentaldaten – Eine Überprüfung der Prognostizierbarkeit von Aktienrenditen anhand des DAX
4.1 Zielsetzung und Aufbau der empirischen Untersuchung
4.1.1 Verwendete DAX Daten
4.1.2 Statistische Verfahren
4.2 Die Fundamentaldaten – Ifo Geschäftsklima und Leitzinsen
4.2.1 Der ifo Geschäftsklimaindex
4.2.1.1 Berechnung des ifo Geschäftsklimaindex
4.2.1.2 Bisherige empirische Ergebnisse und Vorgehensweise
4.2.1.3 In-Sample Test – Das Bry-Boschan-Verfahren
4.2.1.4 Out-of-Sample Tests – Dreimal-Regel und Gleitender Durchschnitt
4.2.2 Die Leitzinsen
4.2.3 Kombination von ifo Geschäftsklimaindex und Leitzinsen
4.2.4 Implementierung der Strategien und Fazit
4.3 Big Data - Google Trends und die Macht großer Datenmengen
4.3.1 Herkunft der Daten
4.3.2 Bisherige empirische Ergebnisse, Kritik und Vorgehensweise
4.3.3 Auswahl der Begriffe
4.3.4 Testdurchführung
4.3.5 Interpretation der Ergebnisse und mögliche Strategien
4.4 Zusammenführung Big Data und Fundamentaldaten
4.5 Aktueller Ausblick – Wo geht es hin mit dem DAX?
5. Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht empirisch, ob anhand von Big Data (Google Trends) oder Fundamentaldaten (ifo Geschäftsklimaindex, Leitzinsen) eine Renditeprognose für den DAX möglich ist, um durch Market-Timing gegenüber einer passiven Buy-and-Hold-Strategie eine Outperformance zu erzielen.
2.3 Die historische Aktienmarktblasenforschung – Ablauf und Ursachen
Um Bubbles rechtzeitig zu erkennen wird oft versucht, die aktuelle Lage mit historischen Ereignissen zu vergleichen. Auch wenn jede vergangene Blase einzigartig ist, sind Gemeinsamkeiten erkennbar. Dieses Thema ist das Zentrale in der historische Aktienblasenforschung, der u.a. Chancellor, Minsky, Kindleberger, Galbraith und Garber zuzuordnen sind. In den versuchten Erklärungsansätzen sind sowohl rationale als auch irrationale Gründe vorzufinden. Im Folgenden werden das Modell von Minsky (1964) und dessen erweiterte Version von Kindleberger/Aliber (2005) dargestellt.
Das wohl bekannteste theoretische Modell, auf dem viele weitere Theorien aufbauen, stammt von Minsky (1964). Dieses beinhaltet ökonomische Zusammenhänge und Grundlagen, aber auch irrationales Anlegerverhalten spielt eine entscheidende Rolle. Ein besonderes Augenmerk liegt bei ihm auf der sich ändernden Struktur des Finanzsystems während Wachstumsphasen, das zu einer zunehmenden Instabilität führt. Er widerspricht der neoklassischen Theorie, in der sich die Märkte von selbst im Gleichgewicht halten bzw. dieses immer wieder hergestellt wird. Vielmehr bewegt sich das Kreditangebot prozyklisch mit der Konjunktur. Durch sich verändernde makroökonomische Rahmenbedingungen – sei es durch neue Technologien oder eine erhöhte Profitabilität etablierter Unternehmen – werden Investoren auf den Aktienmarkt aufmerksam und beurteilen die Zukunft optimistischer. Diese Phase wird Verlagerung genannt. Zu dieser Zeit sind die Zinsen, durch eine vorausgegangene Krise, sehr niedrig und es eröffnen sich lukrative Investitionsmöglichkeiten. Die darauf folgende Phase, der Boom, zeichnet sich durch steigende Preise der betroffenen Assets aus. Diese entstehen durch positive Feedbackprozesse, hohe Kapitalzuflüsse und eine erhöhte Kreditnachfrage, getrieben durch eine gesunkene Risikoaversion von Marktteilnehmern. Durch den leichten und günstigen Zugang zu Krediten (geringe Margin) kann es in Folge zum sogenannten Overtrading kommen. Assets werden dabei nicht mehr als Kapitalanlage, sondern als Spekulationsobjekte gehalten. Dieser Prozess führt zum Abweichen vom rationalen Verhalten.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Renditeprognose am Kapitalmarkt und stellt das Ziel der Arbeit vor, Big Data und Fundamentaldaten empirisch auf ihre Prognosefähigkeit für den DAX zu untersuchen.
2. Die Existenz von Aktienmarktblasen - Theorie und Empirie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Aktienmarktblasen, vergleicht neoklassische Ansätze mit Behavioral Finance und diskutiert historische Erklärungsmodelle für Blasenbildungen.
3. Die Prognostizierbarkeit von Aktienmarktblasen und -renditen: Hier wird der Forschungsstand zur Renditeprognose dargelegt, wobei Bewertungskennzahlen, Investorenstimmung und neuartige Big Data-Ansätze kritisch analysiert werden.
4. Big Data vs. Fundamentaldaten – Eine Überprüfung der Prognostizierbarkeit von Aktienrenditen anhand des DAX: Der empirische Hauptteil untersucht die Prognosefähigkeit von ifo-Daten, Leitzinsen und Google Trends, leitet daraus Handelsstrategien ab und vergleicht diese mit einer Buy-and-Hold-Benchmark.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die empirischen Ergebnisse zusammen, bewertet den Erfolg der implementierten Handelsstrategien und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich der Renditeprognose.
Aktienrenditen, DAX, ifo Geschäftsklimaindex, Big Data, Google Trends, Aktienmarktblasen, Renditeprognose, Leitzinsen, Behavioral Finance, Finanzmarktkrise, Handelsstrategien, Market-Timing, Indexprognose, SVI, Kapitalmarkteffizienz
Die Arbeit untersucht, ob es möglich ist, durch die Analyse von Fundamentaldaten wie dem ifo Geschäftsklimaindex und Leitzinsen sowie Big-Data-Quellen wie Google Trends die künftige Kursentwicklung des DAX vorherzusagen und daraus profitable Anlagestrategien abzuleiten.
Zentrale Themen sind die Effizienz von Kapitalmärkten, das Zustandekommen von Aktienmarktblasen, die Anwendbarkeit statistischer Verfahren auf Finanzmarktdaten und die Nutzung von Internet-Suchdaten zur Stimmungsanalyse von Anlegern.
Das Ziel ist die Implementierung von Anlagestrategien, die durch ein systematisches Market-Timing eine Outperformance gegenüber einer passiven Buy-and-Hold-Strategie am DAX erreichen.
Es werden empirische Methoden wie einseitige T-Tests zur Signifikanzprüfung von Renditedifferenzen und lineare Regressionen eingesetzt, um den Prognosegehalt von Wirtschaftsindikatoren und Suchvolumina zu validieren.
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Überprüfung von Wirtschaftsdaten und Suchanfragen, der Definition von Wendepunkten mittels technischer Verfahren wie dem Bry-Boschan-Verfahren oder der Dreimal-Regel sowie der praktischen Backtesting-Analyse von Handelsstrategien.
Die wichtigsten Schlagworte sind Aktienrenditen, DAX, ifo Geschäftsklimaindex, Big Data, Google Trends, Aktienmarktblasen, Renditeprognose und Market-Timing.
Die Kombination von ifo-Daten und Leitzinsen führte zu einer signifikanten Verbesserung der Ergebnisse, wodurch Anlagestrategien entwickelt werden konnten, die bei niedrigerer Standardabweichung eine bessere Performance als der DAX lieferten.
Die Ergebnisse auf Wochenbasis zeigten, dass eine Outperformance durch Suchbegriffe möglich ist, während die monatliche Analyse aufgrund der Datenlage und fehlender kausaler Übertragungsmechanismen weniger zufriedenstellend war.
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