Bachelorarbeit, 2014
65 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Theorie der Preisdiskriminierung
2.1. Preisdiskriminierung vs. Preisdifferenzierung
2.2. Ziele der Preisdiskriminierung
2.3. Voraussetzungen für Preisdiskriminierung
2.4. Formen der Preisdiskriminierung
2.4.1. Preisdiskriminierung ersten Grades
2.4.1.1. Perfekte Preisdiskriminierung
2.4.1.2. Zweistufige Tarife
2.4.2. Preisdiskriminierung zweiten Grades
2.4.2.1. Teilmärkte
2.4.2.2. Bündelung
2.4.3. Preisdiskriminierung dritten Grades
2.4.4. Intertemporale Preisdiskriminierung und Spitzenlast Preisbildung
2.5. Preisdiskriminierung in der Praxis
2.6. Rechtliche Aspekte der Preisdiskriminierung
3. Empirischer Teil
3.1. Einleitung
3.2. Überblick Preisdiskriminierung im Airline-Markt
3.3. Versuchsaufbau
3.4. Auswertung
3.4.1. Preisabweichungen
3.4.2. Durchschnittswerte der angezeigten Preise
3.4.3. Absolute und relative Häufigkeiten
3.4.4. t-Test und statistische Betrachtung
3.5. Interpretation der Ergebnisse
4. Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob das Preisvergleichsportal flug.idealo.de unterschiedliche Flugpreise in Abhängigkeit vom verwendeten Betriebssystem oder Browser anzeigt und somit eine systematische Preisdiskriminierung gegenüber bestimmten Nutzergruppen betreibt.
2.4.1.1. Perfekte Preisdiskriminierung
Bei der Preisdiskriminierung ersten Grades spricht man von einer perfekten Preisdiskriminierung. Es handelt sich um ein idealisiertes Konzept, eine theoretische Extremsituation, bei der ein Unternehmen mit Marktmacht die gesamte Konsumentenrente abschöpft (Walz 2012). Bei dieser pareto-effizienten Art der Preisdifferenzierung wird jede Einheit eines Produktes oder einer Dienstleistung zu der maximalen Zahlungsbereitschaft, dem Reservationspreis, eines jeden Nachfragers angeboten, solange diese über den Grenzkosten des Unternehmens liegt.
Die Einführung einer Preisdiskriminierung ersten Grades im Monopol führt zur Gewinnmaximierung für das Unternehmen und gleichzeitig zu einer Steigerung der Wohlfahrt für die Allgemeinheit (Stole 2000). Die notwendige Voraussetzung für dieses theoretische Konstrukt ist die Annahme, dass keine Güterarbitrage möglich ist, also das Gut oder die Dienstleistung nicht an anderer Stelle günstiger zu haben ist. In der Realität findet sie allerdings selten Anwendung, da der Aufwand und die resultierenden Kosten, um die individuellen Reservationspreise zu erfragen, den zusätzlichen Umsatz kaum rechtfertigen. Am nächsten kommt man der Preisdiskriminierung ersten Grades wohl bei Auktionen: Möchte ein Interessent einen Gegenstand erwerben, wird er bis zu seinem Reservationspreis mitbieten. Die zusätzlichen Kosten für das Auktionshaus, bzw. den Auftraggeber sind gering, findet die Auktion automatisiert im Internet statt, wie z.B. bei eBay, sind praktisch gar keine Mehrkosten vorhanden.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Grundlagen der Preisdiskriminierung als Mittel zur Abschöpfung der Konsumentenrente und führt in die Fragestellung ein, ob Internetportale dies betriebssystemabhängig praktizieren.
2. Die Theorie der Preisdiskriminierung: Dieses Kapitel definiert und klassifiziert verschiedene Formen der Preisdiskriminierung, von der Theorie nach Pigou bis hin zu intertemporalen Ansätzen und Bündelungstechniken.
3. Empirischer Teil: Der empirische Teil beschreibt das methodische Vorgehen, bei dem Flugpreise auf flug.idealo.de über mehrere Wochen hinweg automatisiert für Mac und Windows-Systeme verglichen und statistisch ausgewertet wurden.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die theoretischen Erkenntnisse und die Studienergebnisse, wobei festgestellt wird, dass keine pauschale Preisdiskriminierung basierend auf dem Betriebssystem belegt werden konnte.
Preisdiskriminierung, Preisdifferenzierung, Airline-Markt, Konsumentenrente, Flugpreise, flug.idealo.de, Betriebssystem, Preisvergleich, E-Commerce, statistische Signifikanz, t-Test, Preisabweichung, Internetökonomie, Segmentierung, Marktmacht.
Die Arbeit untersucht, ob Nutzer von Flugvergleichsportalen wie flug.idealo.de basierend auf ihrem verwendeten Betriebssystem oder Browser mit unterschiedlichen Preisen konfrontiert werden.
Zentrale Themen sind die ökonomischen Theorien der Preisdiskriminierung, deren rechtliche Rahmenbedingungen sowie die empirische Analyse von Preisdispersionen im Online-Flugticketmarkt.
Ziel ist es zu klären, ob Unternehmen aktiv das Betriebssystem als Merkmal zur Nutzersegmentierung nutzen, um eine individuelle, preisdiskriminierende Bepreisung vorzunehmen.
Es wurde ein mehrwöchiges Experiment mit automatisierten Abfragen durchgeführt, bei dem die angezeigten Flugpreise zeitgleich auf Mac- und Windows-Systemen erfasst und mittels t-Tests auf statistische Signifikanz geprüft wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einordnung der Preisdiskriminierung und eine detaillierte Auswertung der selbst erhobenen Daten zu verschiedenen Flugverbindungen zwischen Frankfurt, New York und Mallorca.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Konsumentenrente, Preisdiskriminierung ersten bis dritten Grades, Marktsegmentierung, Preisvergleichsportal und statistische Signifikanz.
Nein, die statistischen Auswertungen konnten keine generelle pauschale Preisdiskriminierung gegenüber Apple-Nutzern belegen, auch wenn vereinzelt Preisunterschiede beobachtet wurden.
Die Autoren weisen darauf hin, dass die Daten von einem Vergleichsportal stammen, das nicht zwingend die finalen Transaktionspreise der Airlines widerspiegelt und durch komplexe, intransparente Affiliate-Strukturen beeinflusst sein könnte.
Die Arbeit betont, dass die zunehmende Erhebung und Nutzung von Nutzerdaten im E-Commerce Unternehmen immer stärkere Anreize bietet, Preise individuell anzupassen, um Konsumentenrenten abzuschöpfen.
Die Arbeit erläutert, dass Gesetze wie der Clayton Act oder Artikel 102 AEUV vorrangig den Wettbewerb schützen und Preisdiskriminierung nur dann regulieren, wenn ein Missbrauch marktbeherrschender Stellung vorliegt.
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