Bachelorarbeit, 2013
50 Seiten, Note: 1,7
1.Einleitung
2. Der Contagion-Effekt
2.1 Die Begriffsentstehung
2.2 Definition und Formen von Ansteckungseffekten
2.3 Messung von Ansteckungseffekten
3. Formen von Ansteckungseffekten
3.1 Correlated-Information Channel
3.1.1 Handelsbeziehungen und Währungsabwertungen
3.1.2 Finanzielle Beziehungen
3.1.3 Relevanz für die Eurokrise
3.2 Liquidity Channel
3.2.1 Das Modell von Franklin Allen und Douglas Gale
3.2.2 Annahmen an das Modell
3.2.3 Grundgedanke des Modells
3.2.4 Zerbrechlichkeit
3.2.5 Kritik am Modell und Anwendung auf die Eurokrise
3.3 Risk-Premium Channel
3.3.1 Herdenverhalten
3.3.2 Rating Agenturen
3.3.3 Anwendung auf die Eurokrise
4. Vermeidung von Ansteckungseffekten
4.1 Maßnahmen der Politik
4.2 Die Eurokrise: Nur Nachteile?
5. Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Contagion-Effekt zu definieren und die verschiedenen Übertragungskanäle von Ansteckungseffekten systematisch zu untersuchen. Anhand der Eurokrise wird dabei kritisch geprüft, ob Griechenland als Ursprung der Krise fungierte und wie sich diese über länderübergreifende Verflechtungen ausbreitete.
3.2.1 Das Modell von Franklin Allen und Douglas Gale
Das Modell von Franklin Allen und Douglas Gale wurde 1998 entwickelt und basiert auf dem 1983 entstandenen modernen Standardmodell von Douglas Diamond und Philip Dybvig. Im Jahr 2000 wurde das Modell von Allen/Gale weiterentwickelt. In diesem wird der Fokus auf sich überschneidende Forderungen zwischen Bankensystemen in verschiedenen Regionen gelegt. Danach wird betrachtet, ob nur kleine Liquiditätsschocks in Teilen einer Volkswirtschaft sich mittels Ansteckungseffekten ausbreiten und auf weitere Teile der Wirtschaft übergreifen können. Ist dieser Spillover-Effekt stark genug, ist es möglich, dass sich die Krise auf verbundene Regionen ausbreitet und sich so ein länderübergreifender Ansteckungseffekt entwickelt.
Anders als Kindleberger (1978) annahm, dass Finanzkrisen zufällige Ereignisse (Sun Spot Events) sind, oder die Annahme der modernen Version von Diamond/Dybvig (1983), Bank Runs seien sich selbst erfüllende Ereignisse, gehen Allen/Gale von immer wiederkehrenden Ereignissen aus, die Teil des Wirtschaftskreislaufes sind. Durch dieses Mittel wird versucht ein starker Zusammenhang zwischen Ansteckungseffekten, richtigen Schocks und realen Verflechtungen zwischen Regionen herzustellen.
Darüber hinaus wird zwischen einer vollkommenen Marktstruktur und einer unvollkommenen Marktstruktur des Interbankmarktes unterschieden. Diese spielt die wichtigste Rolle, ob sich der Ansteckungseffekt ausbreiten kann oder nicht.
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die Eurokrise ein, identifiziert Griechenland als Auslöser und formuliert das Ziel, Ansteckungseffekte sowie deren Kanäle zu analysieren.
2. Der Contagion-Effekt: Dieses Kapitel definiert den Begriff Contagion, erläutert dessen Entstehung im wissenschaftlichen Kontext und stellt gängige Messmethoden vor.
3. Formen von Ansteckungseffekten: Hier werden die Übertragungskanäle (Correlated-Information, Liquidity, Risk-Premium) im Detail untersucht und deren Relevanz für die Eurokrise diskutiert.
4. Vermeidung von Ansteckungseffekten: Dieser Abschnitt analysiert politische Maßnahmen zur Krisenbekämpfung und hinterfragt kritisch, ob die Eurokrise auch notwendige Marktmechanismen zur Haushaltsdisziplinierung enthält.
5. Zusammenfassung: Die Ergebnisse zur Ansteckungsproblematik in der Eurozone werden gebündelt und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung gegeben.
Contagion-Effekt, Eurokrise, Staatsschuldenkrise, Ansteckungskanäle, Liquidität, Bankenverflechtung, Interbankenmarkt, Herdenverhalten, Risikoaufschläge, Ratingagenturen, Finanzintegration, Bank Run, Spillover-Effekt, Fiskalpolitik, Krisenprävention.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Financial Contagion" (Ansteckungseffekte) und analysiert, wie sich Krisen zwischen Volkswirtschaften ausbreiten können, mit besonderem Fokus auf die europäische Staatsschuldenkrise.
Zentrale Themen sind die mathematischen und ökonomischen Mechanismen von Ansteckungskanälen, die Rolle des Interbankenmarktes sowie das Verhalten von Investoren und Ratingagenturen in Krisenzeiten.
Das Ziel ist es, den Contagion-Effekt zu definieren, Übertragungskanäle theoretisch darzustellen und anhand der Eurokrise zu überprüfen, ob eine lokale Krise zwangsläufig zu länderübergreifenden Ansteckungen führt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Anwendung finanzwissenschaftlicher Modelle, insbesondere des Modells von Allen und Gale, zur Erklärung von Liquiditätskrisen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Ansteckung, die detaillierte Analyse der Kanäle (Correlated-Information, Liquidity, Risk-Premium) und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf die Realität der Eurokrise.
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Contagion-Effekt, Liquiditätsschock, Interbankenmarkt, Herdenverhalten und Eurokrise definiert.
Die Arbeit argumentiert, dass Ratingagenturen durch ihre Abstufungen und das resultierende Herdenverhalten von Investoren einen erheblichen, teils prozyklischen Einfluss auf die Ausbreitung von Risikoprämien in der Eurozone haben.
Es dient dazu, das Risiko von Bank Runs durch Liquiditätsknappheit und die Bedeutung der gegenseitigen Vernetzung von Finanzinstituten zu verdeutlichen, zeigt aber auch die Grenzen bei der Anwendung auf komplexe staatliche Verschuldungsstrukturen auf.
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