Diplomarbeit, 2015
72 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gang der Analyse
2 Status quo der Mittelstandsfinanzierung
2.1 Ökonomische Situation des Mittelstands
2.1.1 Marktstruktur des Mittelstands
2.1.2 Finanzierungsstruktur von KMU
2.1.3 Finanzierungskennziffern von KMU
2.2 Finanzierungsverhalten von KMU
2.3 Zwischenfazit zur Situation der Mittelstandsfinanzierung
3 Systematisierung alternativer Außenfinanzierungsansätze für Mittelständler
3.1 Privat Equity (Venture Capital)-Finanzierung
3.2 Mezzanine-Finanzierung
3.2.1 Wesentliche Merkmale von Mezzanine-Finanzinstrumenten
3.2.2 Definition und Abgrenzung von ausgewählten Mezzanine-Finanzinstrumenten
3.2.2.1 Stille Beteiligungen
3.2.2.2 Genussrechte
3.2.2.3 Partiarische (Nachrang-)Darlehen
3.3 Zwischenfazit zu Privat Equity- und Mezzanine-Finanzierungen
4 Grundlagen von Crowdinvesting
4.1 Entwicklung und typologische Einordnung von Crowdinvesting und Crowdfunding
4.1.1 Ausprägungen von Crowdfunding
4.1.2 Abgrenzung und Definition von Crowdfunding und Crowdinvesting
4.2 Crowdinvesting-Prozess und Akteure
4.3 Rechtlicher Rahmen und Vermögensanlagen des Crowdinvestings in Deutschland
4.3.1 Finanzinstrumente und Pflichtenrahmen im Sinne des Vermögensanlagengesetzes
4.3.2 Auswirkungen und Ausnahmen von der Prospektpflicht
5 Analyse und Eignungsdiskussion von Crowdinvesting
5.1 Monetäre Entwicklung des deutschen Crowdinvestings
5.2 Empirische Analyse abgeschlossener Crowdinvesting-Finanzierungen
5.2.1 Zielsetzung der Untersuchung
5.2.2 Definition der Auswertungsmerkmale
5.2.3 Methodik der Untersuchung
5.3 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
5.3.1 Frage 1: Wie hat sich der Crowdinvesting-Markt bis Ende Mai 2015 weiterentwickelt?
5.3.2 Frage 2: Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Unternehmensalter und den Emissionsvolumina sowie respektive dem Insolvenzrisiko?
5.3.3 Frage 3: Besteht ein Zusammenhang zwischen den erreichten Emissionsvolumina und den finanzierten Unternehmensphasen im Kontext des Unternehmensalters?
5.3.4 Frage 4: Wie groß ist die Finanzierungslücke zwischen den geplanten und nachgefragten Kapitalbedarfen im Crowdinvesting?
5.3.5 Frage 5: Besteht ein Zusammenhang zwischen den eingesetzten Finanzinstrumenten und den finanzierten Unternehmensphasen?
5.3.6 Frage 6: Werden bei den eingesetzten Finanzinstrumenten die Ausnahmemöglichkeiten von der Prospektpflicht ausgeschöpft?
5.3.7 Verdichtung der Crowdinvesting-Untersuchungsergebnisse
5.4 Crowdinvesting-Finanzierungsinstrumente im Kontext des Vermögensanlagengesetzes
5.4.1 Direkte Beteiligungen im Kontext des Vermögensanlagengesetzes
5.4.2 Stille Beteiligungen im Kontext des Vermögensanlagengesetzes
5.4.3 Genussrechte im Kontext des Vermögensanlagengesetzes
5.4.4 Partiarische Nachrangdarlehen im Kontext des Vermögensanlagengesetzes
5.5 Kriterien und Bewertungsschema für alternative Finanzierungsinstrumente
5.5.1 Finanzierungskosten
5.5.2 Wirkung auf das Eigenkapital
5.5.3 Liquiditätswirkung
5.5.4 Verfügbarkeit
5.5.5 Informationsanforderungen
5.5.6 Einfluss des Kapitalgebers
5.5.7 Kapitalüberlassungsdauer
5.5.8 Risikobereitschaft der Kapitalgeber
5.5.9 Bewertung des Finanzinstruments „Bankkredit“ als Vergleichsmaßstab
5.5.10 Bewertung von Finanzinstrumenten im Crowdinvesting
6 Resümee und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation der Mittelstandsfinanzierung in Deutschland und analysiert das Konzept des Crowdinvestings hinsichtlich seiner Eignung als Finanzierungsalternative für junge und kleine Unternehmen in Start-up- und Wachstumsphasen. Dabei steht insbesondere die regulatorische Einbettung im Kontext des Vermögensanlagengesetzes sowie die empirische Auswertung realer Finanzierungsdaten im Vordergrund, um eine Vergleichbarkeit mit klassischen Bankkrediten herzustellen.
3.2.1 Wesentliche Merkmale von Mezzanine-Finanzinstrumenten
Die Mezzanine-Finanzinstrumente können in Abhängigkeit ihrer Ausprägungstendenz in drei Kategorien unterteilt werden. Bezogen auf die hier reduzierte Instrumentenauswahl in Abb. 11 zählen demnach in die Kategorie der mehr fremdkapitalorientierten Mezzanine-Finanzinstrumente (oder Debt Mezzanine Capital), das Nachrangdarlehen und die typische stille Beteiligung. Zur Kategorie der mehr eigenkapitalbezogenen Mezzanine-Instrumente (oder Equity Mezzanine Capital) gehören die atypische stille Beteiligung, das partiarische Darlehen und die Genussrechte. Die dritte Kategorie der Mischformen, den „reinen“ hybriden Formen, wie z.B. Wandel- und Optionsanleihen, diese im Zeitverlauf ihre Ausprägungsrichtung ändern können, werden in dieser Arbeit nicht behandelt (vgl. Hummel 2011, S. 79).
Dasselbe Mezzanine-Finanzinstrument kann abhängig von der konkreten vertraglichen Ausgestaltung der Beteiligungsfinanzierung und den damit verbundenen (steuer-)rechtlichen Folgen unterschiedliche Ausprägungen annehmen. Kritisch ist der oben vereinfachten ausprägungsorientierten Kategorisierung der Finanzinstrumente anzumerken, dass hier die grundsätzliche bzw. übliche Annahme reflektiert wird. In praxi können z.B. die atypisch stillen Beteiligungen wie auch die Genussrechte durchaus fremdkapitalähnlichen Charakter und umgekehrt, typisch stille Beteiligungen auch Züge des Eigenkapitalcharakters annehmen. Für die detaillierte Erläuterung der Mezzanine-Finanzinstrumente wird auf Abschnitt 3.2.2 verwiesen. Festzuhalten bleibt, dass es der einzelfallbezogenen Prüfung der jeweiligen vertraglichen Gestaltung bedarf (vgl. Beck 2014, S. 138 f.).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Lage des deutschen Mittelstands unter Berücksichtigung von Insolvenz- und Kreditstatistiken und definiert das Ziel, Crowdinvesting als alternative Finanzierungsform kritisch zu untersuchen.
2 Status quo der Mittelstandsfinanzierung: Dieses Kapitel analysiert die Finanzierungsstruktur und das -verhalten von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und zeigt die Schwierigkeiten beim Zugang zu traditionellen Bankkrediten auf.
3 Systematisierung alternativer Außenfinanzierungsansätze für Mittelständler: Es erfolgt eine Darstellung und Systematisierung gängiger Finanzierungsformen wie Privat Equity und Mezzanine-Kapital, um den Bedarf an modernen Finanzierungsalternativen zu untermauern.
4 Grundlagen von Crowdinvesting: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise, Typologie und Akteure des Crowdinvestings sowie dessen rechtliche Einordnung im Rahmen des Vermögensanlagengesetzes.
5 Analyse und Eignungsdiskussion von Crowdinvesting: Der Hauptteil enthält eine empirische Analyse abgeschlossener Crowdinvesting-Finanzierungen und bewertet deren Eignung anhand definierter Kriterien im Vergleich zum klassischen Bankkredit.
6 Resümee und Ausblick: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse zusammengefasst und Perspektiven für die zukünftige Entwicklung des Crowdinvesting-Marktes in Deutschland aufgezeigt.
Crowdinvesting, Mittelstandsfinanzierung, KMU, Mezzanine-Kapital, Vermögensanlagengesetz, Partiarisches Nachrangdarlehen, Start-up, Wachstumsfinanzierung, Prospektpflicht, Kapitalmarkt, Finanzinstrumente, Unternehmensinsolvenz, Crowdfunding, Eigenkapital, Fremdkapital.
Die Arbeit untersucht Crowdinvesting als moderne Finanzierungsalternative für den deutschen Mittelstand unter Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Insolvenzentwicklungen.
Die zentralen Felder sind die aktuelle Mittelstandsfinanzierung, die Systematisierung alternativer Finanzierungsformen (Privat Equity/Mezzanine), die Grundlagen des Crowdinvestings sowie eine empirische Marktuntersuchung.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und unter welchen Bedingungen Crowdinvesting für kleine und junge Unternehmen eine geeignete und praktikable Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung durch Banken darstellt.
Der Autor führt eine empirische Analyse auf Basis von Daten abgeschlossener Crowdinvesting-Finanzierungen durch, die zwischen Oktober 2011 und Mai 2015 auf relevanten deutschen Plattformen stattgefunden haben.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der empirischen Marktanalyse, der rechtlichen Bewertung der Finanzinstrumente gemäß Vermögensanlagengesetz und der Erstellung eines Bewertungsschemas für Finanzierungsinstrumente.
Wichtige Begriffe sind Crowdinvesting, KMU, Partiarische Nachrangdarlehen, Vermögensanlagengesetz, Prospektpflicht und Kapitalbedarfe.
Sie dominieren, weil sie während des Untersuchungszeitraums regulatorische Freiheit boten und von Plattformbetreibern aufgrund ihrer flexiblen vertraglichen Gestaltung häufig als Standardinstrument eingesetzt wurden.
Die Insolvenzstatistik unterstreicht die schwierige Finanzierungssituation insbesondere für junge Unternehmen und dient als Anlass, die Notwendigkeit für alternative Finanzierungszugänge zu diskutieren.
Crowdinvesting ermöglicht Unternehmen ohne Zugang zum regulierten Kapitalmarkt den Zugriff auf alternative Mittel, erfordert jedoch eine hohe Transparenz und weist im Vergleich höhere Finanzierungskosten und Informationsanforderungen auf.
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