Bachelorarbeit, 2013
42 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Gattung Reisebericht
3. Pilgerfahrt am Beispiel der Fahrt ins Heilige Land
3.1 Warum das Heilige Land?
3.2 Die Rolle der Kirche
3.3 Motive
3.4 Prestige
3.5 Reiselogistik
3.6 Ankunft und Aktivitäten vor Ort
4. Lyrische Umsetzung bei Oswald von Wolkenstein
4.1 Wer war Oswald von Wolkenstein?
4.2 Zeitgeist
4.3 Biographie
4.4 Die Reise ins Heilige Land in von Wolkensteins Liedern
4.4.1 Kl 17 und Parallelen
4.4.2 Kl 18 und Parallelen
4.4.3 Sonstige
4.5 Exkurs: Die Reise ins Heilige Land bei Mandeville
5. Authentizitätsproblematik
5.1 Oswalds Lieder als Authentizitätsbeweis
5.2 Briefentwurf an Ludwig III.
5.3 Stiftung und Denkmal
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Charakteristika spätmittelalterlicher Pilgerberichte und analysiert, wie der Lyriker Oswald von Wolkenstein seine Reisen ins Heilige Land literarisch verarbeitet. Ein zentrales Ziel ist der Nachweis der Authentizität dieser Reiseberichte im Vergleich zu fiktionalen Werken wie denen von Jean de Mandeville, wobei historische Quellen als Belege herangezogen werden.
4.4.1 Kl 17 und Parallelen
Oswald vermittelt in Kl 17 seine Erlebnisse und Eindrücke der Pilgerfahrt ins Heilige Land, von denen Schwob mutmaßt, dass er sie während der Rückfahrt verfasste, um sie der Pilgergesellschaft vorzutragen und das Erlebte Revue passieren zu lassen. Die Atmosphäre an Bord gibt Oswald mit seinem unmittelbaren Sprung in die Handlung wider. Seine Verse sind „abwechslungsreich“ und „voll sprunghafter Unruhe“. Von Wolkenstein erzielt diese Wirkung, beginnend mit der Verabschiedung von seiner Geliebten, die ihn auffordert zu fahren, aber bei seinen Aktivitäten Maß zu halten und den rechten Weg zu finden, was durchaus moralisch als auch geographisch verstanden werden kann. Müller bezeichnet die Hinweise der Gesprächspartnerin als „eine ganz realistische Unterweisung an einen Seefahrer“:
„Var, heng und lass, halt in der mass, bis das du vindest die rechten sträss“.
Danach gibt ihm die Frau dieser Liedszene noch weitere Hinweise bezüglich seiner bevorstehenden Reise:
„ob ich dir raten kund darinn“.
Anschließend steht die Frage nach der Liebeserfüllung im Zentrum. Dabei erwähnt sie Syrien und das Heilige Grab, das an das Motiv der Ritterschaft zum Heiligen Grab erinnert:
„mag du mir wol erschiessen, herzen freulin zart; gar unverspart ist dir meins herzen trachten. In Suria stet mein gedanck zu fronem grab nach deinem rat gar sunder wangk“.
1. Einleitung: Die Arbeit definiert den Forschungsgegenstand, erläutert die Zielsetzung und gibt einen Überblick über die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung von Pilgerberichten und Oswald von Wolkensteins Liedern.
2. Gattung Reisebericht: Dieses Kapitel charakterisiert den Reisebericht als literarische Gattung, differenziert zwischen verschiedenen Texttypen und beleuchtet die Forschungspositionen zur Authentizität und Wahrnehmung im Mittelalter.
3. Pilgerfahrt am Beispiel der Fahrt ins Heilige Land: Hier werden die Motivationen, die Rolle der Kirche, logistische Aspekte und die üblichen Aktivitäten einer Pilgerreise in das Heilige Land detailliert dargelegt.
4. Lyrische Umsetzung bei Oswald von Wolkenstein: Das Hauptkapitel untersucht die Person Oswald von Wolkenstein, seine Biographie und analysiert eingehend, wie er seine Pilgerfahrten in seinen Liedern (insbesondere Kl 17 und Kl 18) thematisiert, ergänzt durch einen Exkurs zu Jean de Mandeville.
5. Authentizitätsproblematik: In diesem Teil wird kritisch hinterfragt, wie die Authentizität von Oswalds Texten durch Lieder, historische Dokumente sowie Bild- und Bauwerke belegt werden kann.
6. Fazit: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst, wobei die Bestätigung der Authentizität von Oswalds Reiseberichten gegenüber der Fiktionalität Mandevilles hervorgehoben wird.
Oswald von Wolkenstein, Pilgerreise, Reisebericht, Heiliges Land, Mittelalter, Authentizität, Pilgerfahrt, Minnedienst, Jean de Mandeville, Reiseliteratur, Jerusalem, Pilgerführer, Itinerare, historische Quellen, Rittertum
Die Arbeit analysiert die literarische Gattung des Pilgerberichts im Mittelalter und untersucht speziell, wie Oswald von Wolkenstein seine Pilgerfahrten ins Heilige Land in seinen Liedern dargestellt hat.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte und Gattungspoetik des mittelalterlichen Reiseberichts, die logistischen und religiösen Aspekte der Pilgerfahrt ins Heilige Land sowie die literarische und historische Analyse der Lieder Oswalds von Wolkenstein.
Das primäre Ziel ist es, die Darstellungsweise von Oswald von Wolkenstein zu analysieren und zu belegen, dass seine Reiseberichte auf realen Erfahrungen basieren, im Gegensatz zu fiktionalen Reiseerzählungen wie denen von Jean de Mandeville.
Der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der er zeitgenössische Reiseberichte und Forschungspositionen heranzieht und diese mit den Liedtexten sowie historischen Belegen wie Briefen und Denkmälern in Bezug setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Kontexts von Pilgerreisen, die biographische und literarische Einordnung von Oswald von Wolkenstein sowie eine detaillierte Analyse seiner Lieder (insbesondere Kl 17 und Kl 18) und einen Exkurs zu Jean de Mandeville.
Die wichtigsten Begriffe sind Oswald von Wolkenstein, Pilgerreise, Authentizität, Mittelalter, Reisebericht, Heiliges Land und literarische Umsetzung.
Oswald verknüpft in seinen Liedern das Reisemotiv häufig mit dem Minnedienst. Die Pilgerfahrt wird dabei oft als eine Art „Minnedienst“ stilisiert, wobei die Geliebte ihn zur Reise auffordert oder die Reise als Teil seiner ritterlichen Bewährung dient.
Obwohl Mandevilles Reiseberichte lange als glaubwürdig galten, handelt es sich um eine hochwertige Kompilation verschiedener Quellen. Er war kein Augenzeuge der geschilderten Ereignisse und verzichtete auf private, historisch verifizierbare Details, was ihn von Oswald unterscheidet.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

