Examensarbeit, 1997
92 Seiten, Note: 1
Einleitung
A Begriffsbestimmungen, Forschungsstand, theoretische Erläuterungen
1. Adel
2. Reichsfürstenstand - Entwicklung und Bedeutung
3. Ehe im spätmittelalterlichen Fürstenadel - Gratwanderung zwischen Möglichkeit und Beschränkung
3.1. Das kanonische Eherecht
3.1.1. Konsens
3.1.2. Ehehindernisse
3.2 Eheschließung im spätmittelalterlichen Fürstenadel
3.2.1. Ehe - soziale Kontrolle und politisches Interesse
3.2.2. Kriterien der Partnerwahl
B Fürstliche Eheverträge des Spätmittelalters im Spiegel der Quellen
4. Vermittler, Vertragspartner, Begründung der Eheschließung
4.1. Vermittler
4.2. Vertragspartner
4.3. Bedeutung der Öffentlichkeit
4.4. Begründung der Eheschließung
5. Die rechte Ehe
6. Ehegüterrecht und Heiratsgabensystem
6.1. Heiratsgaben der Frauenseite
6.1.1. Heimsteuer
6.1.2. Aussteuer
6.2. Heiratsgaben der Mannesseite
6.2.1. Widerlegung
6.2.2. Morgengabe
7. Wittum
8. Erbrechtliche Vereinbarungen
9. Zeugen und sonstige Vertragspunkte
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion von Eheverträgen des spätmittelalterlichen Hochadels, mit einem besonderen Fokus auf den Reichsfürstenstand. Die Forschungsfrage widmet sich der Spannung zwischen kanonischem Eherecht und dynastisch-politischen Machtkalkülen sowie der rechtlichen Ausgestaltung des Heiratsgabensystems.
4. Vermittler, Vertragspartner, Begründung der Eheschließung
Die Eheverträge des spätmittelalterlichen Adels sind in erster Linie Privaturkunden, die ein Rechtsgeschäft zwischen zwei Parteien dokumentieren.
Im Großteil der von mir ausgewerteten Eheverträgen steht die Benennung dieser beiden Parteien an erster Stelle. In einigen der Ehekontrakte erfahren wir auch etwas über die Wege der Eheanbahnung zwischen zwei Familien.
Dabei spielten Vermittler zwischen den betroffenen Familienverbänden eine Rolle. Ein Beispiel dafür ist der Vertrag von 1439 zwischen den Kurfürstentümern von Sachsen und Brandenburg. Landgraf Ludwig von Hessen wird hier als Vermittler zwischen den Parteien genannt. Der Landgraf war mit beiden Parteien aufs engste verwandt. Seine Mutter, Margarethe von Hohenzollern, war die Tante des Bräutigams, Ludwig somit Cousin desselben. Gleichzeitig war er mit den sächsischen Vertragspartnern, den Herzögen Wilhelm und Friedrich, über seine Frau, Anna von Sachsen, verschwägert. Dadurch war er also auch der zukünftige Schwager der Braut Katharina. Somit war der Landgraf geradezu dafür prädestiniert, für den Ausgleich der Familieninteressen im Vorfeld der zukünftige Verbindung zu sorgen. SCHRÖTER begründet die Beteiligung von Verwandten bei der Kontaktaufnahme zu anderen Familien u.a. damit, daß es sich bei der Suche nach dem richtigen Partner für ein Mitglied der Familie um „ein kompliziertes diplomatisches Geschäft“ handelte, „bei dem die gebündelten Informationen eines größeren Verwandtschaftskreises mobilisiert werden müssen“.
Einleitung: Stellt die Forschungslücke und die Bedeutung von Eheverträgen für die Erforschung mittelalterlicher Wirklichkeit dar.
A Begriffsbestimmungen, Forschungsstand, theoretische Erläuterungen: Definiert zentrale Begriffe wie Adel und Reichsfürstenstand und erörtert den theoretischen Rahmen.
3. Ehe im spätmittelalterlichen Fürstenadel - Gratwanderung zwischen Möglichkeit und Beschränkung: Analysiert den Konflikt zwischen kirchlichem Eherecht und politischen Interessen.
4. Vermittler, Vertragspartner, Begründung der Eheschließung: Untersucht die diplomatischen Prozesse hinter der Eheschließung und die Rolle der Vermittler.
5. Die rechte Ehe: Beschreibt die rechtlichen Voraussetzungen und die Bedeutung der Ehemündigkeit.
6. Ehegüterrecht und Heiratsgabensystem: Erläutert detailliert die verschiedenen finanziellen Komponenten wie Heimsteuer, Aussteuer, Widerlegung und Morgengabe.
7. Wittum: Behandelt die spezifische Form der Witwenversorgung und deren rechtliche Absicherung.
8. Erbrechtliche Vereinbarungen: Analysiert die Regeln zur Nachlassregelung und Sicherung der Vermögensmassen.
9. Zeugen und sonstige Vertragspunkte: Beleuchtet die Funktion von Zeugenlisten und die finale vertragliche Absicherung.
Eheverträge, Spätmittelalter, Reichsfürstenstand, Heiratsgaben, Heimsteuer, Widerlegung, Morgengabe, Wittum, Familienstrategien, Adel, Diplomatie, Ehegüterrecht, Erbverzicht, Lehnsrecht, Mittelalterliche Geschichte.
Die Arbeit befasst sich mit der Erforschung der fürstlichen Heirats- und Eheverträge im Spätmittelalter und deren Funktion innerhalb adliger Familienstrategien.
Die zentralen Felder sind die Eheanbahnung, die juristische Gestaltung von Heiratsgaben (wie Heimsteuer und Widerlegung) und die Absicherung der Witwenversorgung.
Das Ziel ist es, durch eine quellenkritische Auswertung von Eheverträgen das politische und soziale Kalkül fürstlicher Eheschließungen im Spätmittelalter aufzudecken.
Die Arbeit stützt sich auf eine quellenimmanente Analyse von rund 60 Dokumenten, ergänzt durch einen Vergleich mit dem Stand der Forschung und eine statistische Auswertung der Heiratsgabensummen.
Der Hauptteil behandelt die Vermittlung von Ehen, die Kriterien der Partnerwahl, die Bedeutung des kanonischen Rechts sowie das detaillierte System der Ehegüter und deren erbliche Absicherung.
Zentrale Begriffe sind Heiratsgabensystem, Reichsfürstenstand, Familienstrategie, Wittum und Ehegüterrecht.
Die Heimsteuer fungierte als Beitrag der Frauenseite zu den Lasten der Ehe und war ein zentraler finanzieller Faktor, der meist als Barzahlung oder durch Pfandverschreibung geregelt wurde.
Die Versorgung wurde primär durch das Wittum gesichert, welches der Frau nach dem Tod ihres Mannes Nutzungsrechte an Gütern oder jährliche Renten garantierte.
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