Bachelorarbeit, 2014
56 Seiten
1. Einleitung
2. Terminologie
2.1 Neger, Farbige, Schwarze
2.2 Afrodeutsche, Schwarze Deutsche, People of Color
3. Rassismus
3.1 Zum Begriff des Rassismus
3.2 Unterscheidungsformen von Rassismus
3.2.1 Direkter und Indirekter Rassismus
3.2.2 Personaler und Struktureller Rassismus
3.3 Gegensatzkonstruktion: Schwarzer Rassismus und Weiße Toleranz
3.4 Kritisches Weißsein
4. Rassismus in Kinderbüchern anhand exemplarisch gewählter Beispiele
4.1 Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren
4.1.1 Allgemeines
4.1.2 Rassistische Ausdrücke und ihre Verwendung
4.1.3 Kritische Analyse mithilfe des Kriterienkatalogs
4.2 Weiterführende Beispiele: Die kleine Hexe und Jim Knopf
4.2.1 Die kleine Hexe von Otfried Preußler
4.2.2 Jim Knopf von Michael Ende
5. Pädagogischer Umgang mit Kinderbüchern
5.1 Interkulturelle Erziehung
5.2 Rassismus in Kinderbüchern als kolonialrassistische Vorstellungen
5.3 Diskussion zu der rassistischen Sprache in Kinderbüchern
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, rassistische Ausdrücke und Assoziationen, die aufgrund der Hautfarbe konstruiert werden, kritisch zu hinterfragen und zu analysieren. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Kinder- und Jugendliteratur, wobei die Pippi-Langstrumpf-Bände von Astrid Lindgren als primäres Beispiel dienen, um rassistische Projektionen in Texten aufzudecken und den pädagogischen Umgang damit zu erörtern.
4.1.2 Rassistische Ausdrücke und ihre Verwendung
Entgegen des Irrtums einiger Journalisten und Verlage ist das N-Wort kein neutrales Wort. Es ist wie in der Definition23 bereits erwähnt, ein Lexem, welches in der Zeit des 18. Jahrhunderts entstanden ist und die rassistische Aussonderung zwischen Weißen und Schwarzen Menschen beschreibt. Dieser Ausdruck besitzt die Forderung der Versklavung und Kolonialisierung von Millionen Afrikanern. Die Journalistin Simone Dede Ayvivi schreibt dazu, das „N-Wort, heißt es, sei […] ‚damals‘ weniger rassistisch gewesen. Es war im allgemeinen Sprachgebrauch, erst heutzutage erhielt es seine abwertende Bedeutung. Das ist falsch. Es war so normal, dieses Wort zu benutzen, weil die abwertende Haltung gegenüber schwarzen Menschen vollkommen normal war. Das N-Wort war früher nicht weniger rassistisch. Rassismus war in Europa nur allgemein akzeptiert.“24
Das zeigt, dass die Welt Rassismus damals nicht so stark kritisiert hat, wie es in der heutigen Gesellschaft untersucht wird. Die Akzeptanz des Begriffes war demnach gewöhnlich, sodass auch Astrid Lindgren diesen für ihr erstes Buch verwandt. Dort heißt es auf den ersten Seiten: „Aber Pippi war ganz sicher, dass er [ihr Vater] eines Tages zurückkommen würde. Sie glaubte überhaupt nicht, dass er ertrunken sein könnte. Sie glaubte, dass er auf einer Insel an Land geschwemmt worden war, wo viele Neger* wohnten, und dass ihr Papa König über alle Neger geworden war und jeden Tag eine goldene Krone auf dem Kopf trug. ‚Meine Mama ist ein Engel, und mein Papa ist ein Negerkönig. Es gibt wahrhaftig nicht viele Kinder, die so feine Eltern haben!‘, pflegte Pippi sehr stolz zu sagen. ‚Und wenn mein Papa sich nur ein Schiff bauen kann, dann kommt er und holt mich, und dann werde ich eine Negerprinzessin. Hei hopp, was wird das für ein Leben!‘“ (Lindgren 1989, 8f.)
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, hinterfragt rassistische Redewendungen im Alltag und definiert das Ziel der Arbeit, rassistische Strukturen in der Kinderliteratur, besonders bei Pippi Langstrumpf, aufzudecken.
2. Terminologie: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft und Bedeutung verschiedener Begriffe für dunkelhäutige Menschen, von historisch belasteten Bezeichnungen bis hin zu politisch korrekten Selbstbezeichnungen.
3. Rassismus: Hier werden der Begriff des Rassismus, dessen Unterscheidungsformen sowie die Gegensatzkonstruktion von Schwarzsein und Weißsein theoretisch fundiert und kritisch analysiert.
4. Rassismus in Kinderbüchern anhand exemplarisch gewählter Beispiele: Dieser Hauptteil analysiert konkret die rassistischen Elemente in Pippi Langstrumpf, Die kleine Hexe und Jim Knopf anhand eines Kriterienkatalogs.
5. Pädagogischer Umgang mit Kinderbüchern: Das abschließende Kapitel diskutiert die Relevanz interkultureller Erziehung und den notwendigen kritischen Umgang mit rassistisch belasteter Sprache in der pädagogischen Arbeit.
Rassismus, Kinderliteratur, Weißsein, Kolonialismus, Pippi Langstrumpf, Diskriminierung, interkulturelle Erziehung, Stereotype, Sprachkritik, Identitätspolitik, Machtstrukturen, Antirassismus, soziale Gerechtigkeit, Sprachwandel, Empowerment.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse rassistischer Strukturen und diskriminierender Sprache in bekannten Kinderbüchern und untersucht, wie diese Texte rassistische Vorurteile reproduzieren oder verstärken.
Zentrale Themen sind die Terminologie im Kontext von Rassismus, die theoretische Fundierung rassistischer Konstrukte wie dem "Weißsein" und die Anwendung dieser Theorien auf konkrete Beispiele aus der Kinder- und Jugendliteratur.
Das primäre Ziel ist es, ein Bewusstsein für rassistische Sprache in Kinderbüchern zu schaffen und Strategien für einen kritischen, pädagogischen Umgang mit diesen Texten zu entwickeln.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche und diskursanalytische Methode, indem sie Kinderbuchklassiker anhand eines selbst erstellten Kriterienkatalogs auf rassistische Elemente prüft und theoretische Ansätze der Rassismusforschung anwendet.
Im Hauptteil werden die Pippi-Langstrumpf-Bände von Astrid Lindgren als Schwerpunkt analysiert, ergänzt durch weiterführende Analysen zu Die kleine Hexe von Otfried Preußler und Jim Knopf von Michael Ende.
Wichtige Begriffe sind Rassismus, Kinderliteratur, Weißsein, Diskriminierung, Kolonialismus und die kritische Auseinandersetzung mit historisch gewachsenen Vorurteilen in der Sprache.
Die Autorin sieht die Änderungen kritisch, da sie zwar das diskriminierende N-Wort entfernen, jedoch oft neue, ebenfalls rassistisch konnotierte Begriffe einführen, ohne die tieferliegenden hierarchischen Strukturen zu hinterfragen.
Es bezeichnet eine notwendige Reflexion weißer Personen über ihre eigene privilegierte gesellschaftliche Position und die Art und Weise, wie sie unbewusst rassistische Strukturen durch Sprache und Verhalten reproduzieren.
Da Kinderbücher Wissen vermitteln und gesellschaftliche Normen prägen, ist ein kritischer, reflektierter Umgang durch Lehrkräfte notwendig, um Diskriminierung abzubauen und Kindern eine vorurteilsfreie Wahrnehmung zu ermöglichen.
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