Masterarbeit, 2012
67 Seiten, Note: 1.7
1. Einleitung
2. Die Beziehungen der Türkei zu Europa
2.1. Die Türkei in wirtschaftlicher, politischer und kultureller Hinsicht
2.1.1 Die wirtschaftliche Lage der Türkei und ihre Beziehungen zur EU
2.1.2 Die politische Situation der Türkei und die politische Bindung an Europa
2.1.3 Die kulturellen Beziehungen der Türkei zu Europa
2.2 Die Gründe für das Interesse der Türkei an einem Beitritt zur EU
2.2.1.Chancen und Vorteile für die EU
2.2.2 Die Bedeutung der EU für die Türkei
3. Der Weg der Türkei in die EU von 1999 bis 2011
3.1 Die Aufnahmekriterien einer EU-Mitgliedschaft
3.2 Die Fortschritte bei den Beitrittsverhandlungen
3.2.1 Der Bericht von 2002
3.2.2 Der Fortschrittsbericht vom 6. Oktober 2004
3.2.3 Der Bericht von 2005
3.2.4 Der Fortschrittsbericht der EU-Kommission von 2006
3.2.5 Der Fortschrittsbericht von 2010
3.2.6 Der Fortschrittsbericht vom 12. Oktober 2011
4. Die Probleme, die eine Vollmitgliedschaft der Türkei erschweren
4.1 Der Konflikt mit Armenien
4.1.1 Der Bergkarabach-Konflikt
4.1.2 Die Deportation der Armenier
4.2 Die Zypernfrage
4.3 Das Kurdenproblem
4.4 Die Macht des Militärs
4.5 Die Auswanderung türkischer Bürgerinnen
4.6 Die kulturellen Unterschiede
4.7 Geographische Hemmnisse
4.8 Die Problematik der Menschenrechte
4.8.1 Mangel an Demonstrationsfreiheit
4.8.2 Frauenrechte
4.9 Terrorismus
4.10 Wirtschaftliche Probleme
5. Die Meinungen der deutschen Parteien zum Beitritt der Türkei zur EU
5.1 Die Oppositionsparteien
5.1.1 Die Grünen/Bündnis 90
5.1.2 Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands
5.1.3 Die Linke
5.2 Die Regierungsparteien
5.2.1 Die CDU-CSU
5.2.2 Die Freie Demokratische Partei
6. Schlussbetrachtung:
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Problematik des EU-Beitritts der Türkei. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren – ökonomische, politische und kulturelle – eine Vollmitgliedschaft erschweren und wie die Beziehungen zwischen der Türkei und Europa historisch sowie aktuell zu bewerten sind, unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Haltungen deutscher politischer Parteien.
4.1.2 Die Deportation der Armenier
Geschichtlich gesehen, waren die Beziehungen zwischen der Türkei und der Republik Armenien immer durch Konflikte gekennzeichnet. Die Armenier beklagen ihre unmenschliche Behandlung im Osmanischen Reich während des ersten Weltkrieges. Die Türkei wird beschuldigt, einen Völkermord gegen die Armenier begangen zu haben. “Laut UN-Völkermordkonvention kam es während des 1.Weltkrieges (zwischen 1915 und 1917) im Osmanischen Reich zur Vertreibung und Ermordung von bis zu 1.5 Millionen armenischen Menschen“105. Die türkische Republik hatte damals eine nationalistische und rassistische Ideologie, deshalb wurden auch viele armenische Menschen von ihren Gebieten vertrieben. Nach dem Jungtürkischen Komitee für Einheit und Fortschritt waren die Armenier schuldig. Es beschuldigte „die Armenier der militärischen Zersetzung und des Verrats und beschloss daraufhin deren Zwangsumsiedlung“106.
Heute anerkennt die türkische Regierung die brutale Vernichtung der Armenier (während des 1.Weltkrieges im Osmanischen Reich) nicht. Sie hat die historische Wirklichkeit verfälscht. Sie ist der Meinung, dass diese Maßnahmen gegen die Armenier gerecht waren.“ Die Deportation der Armenier ist eine legitime Maßnahme. Die Hundertausenden Armenier, die den Tod gefunden haben, werden von der türkischen Regierung noch heute geleugnet, allenfalls als Tragödie bezeichnet“107.
Man sieht die Behandlung dieses Problems durch die türkische Regierung als Skandal an. Die Türkei versucht, öffentlich zu zeigen, dass sie nicht verantwortlich für die Armenier ist. Sie sieht diese Auseinandersetzung nicht als Völkermord an. In der Homepage der türkischen Botschaft in Berlin veröffentlichte die Türkei die Nachricht, dass sie keinen Völkermord gegen die Armenier geführt hatte. Dies sei nur eine Umsiedlung und sie behauptet, dass die Armenier die Verantwortung tragen und sich ihr Schicksal selbst gewählt haben.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik des Türkei-Beitritts zur EU und stellt die zentralen Forschungsfragen zur geostrategischen Lage sowie zu den politischen Hindernissen auf.
2. Die Beziehungen der Türkei zu Europa: Dieses Kapitel beleuchtet die vielschichtigen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bindungen zwischen der Türkei und Europa sowie die beiderseitigen Interessen an einer Annäherung.
3. Der Weg der Türkei in die EU von 1999 bis 2011: Hier wird der Prozess der Beitrittsverhandlungen analysiert, basierend auf den Kopenhagener Kriterien und den jährlichen Fortschrittsberichten der EU-Kommission.
4. Die Probleme, die eine Vollmitgliedschaft der Türkei erschweren: Dieses Hauptkapitel untersucht kritische Hindernisse, darunter den Konflikt mit Armenien, die Zypern-Frage, Menschenrechtsdefizite und die Rolle des Militärs.
5. Die Meinungen der deutschen Parteien zum Beitritt der Türkei zur EU: Dieses Kapitel stellt die kontroversen Standpunkte der deutschen politischen Parteien dar, insbesondere im Hinblick auf das Modell der „privilegierten Partnerschaft“.
6. Schlussbetrachtung:: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten eines EU-Beitritts der Türkei sowie die möglichen Folgen einer Ablehnung.
Türkei, Europäische Union, Beitrittsverhandlungen, Kopenhagener Kriterien, Vollmitgliedschaft, privilegierte Partnerschaft, Menschenrechte, Demokratie, Zypernfrage, Kurdenproblem, Armenien-Konflikt, deutsch-türkische Beziehungen, Außenpolitik, Religion, Laizismus.
Die Hausarbeit untersucht die Vielschichtigkeit der Debatte um den EU-Beitritt der Türkei, wobei sowohl die politischen Integrationsversuche als auch die damit verbundenen Herausforderungen beleuchtet werden.
Zu den Kernbereichen zählen die historische Entwicklung der Beziehungen, die Erfüllung der EU-Aufnahmekriterien, sowie spezifische politische Konfliktherde wie Menschenrechtsfragen, die Zypern-Problematik und das Kurdenproblem.
Das Ziel ist es, die Schwierigkeiten und Hindernisse zu identifizieren, die einer Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU im Wege stehen, und dabei die unterschiedlichen politischen Positionen, insbesondere in Deutschland, zu analysieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung offizieller Berichte der EU-Kommission sowie der Untersuchung politischer Stellungnahmen und Debatten im Zeitraum 1999 bis 2011.
Der Hauptteil widmet sich detailliert der Analyse der Beitrittskriterien (Kopenhagener Kriterien), der Chronologie der Fortschrittsberichte sowie einer kritischen Untersuchung der politischen Hindernisse, die eine Mitgliedschaft erschweren.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kopenhagener Kriterien, Vollmitgliedschaft, privilegierte Partnerschaft, Menschenrechte, Demokratiedefizite und geopolitische Brückenfunktion charakterisiert.
Die Arbeit stellt dar, wie unterschiedliche deutsche Parteien, etwa die Grünen/SPD im Gegensatz zur Union (CDU/CSU), die Beitrittsfrage bewerten und zeigt auf, dass diese Debatte stark von innenpolitischen Erwägungen und kulturellen Vorbehalten beeinflusst wird.
Die Zypernfrage wird als eines der zentralen Hindernisse identifiziert, da sie sowohl die diplomatischen Beziehungen der Türkei zur EU direkt betrifft als auch als ständiger Zankapfel im Verhandlungsprozess fungiert.
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