Bachelorarbeit, 2010
41 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Werbung
2.1 Definitionen
2.2 Verschiedene Arten von Werbung
3. Medienwirkungs- vs. Mediennutzungstheorien
3.1 Reiz-Reaktion Mechanismen
3.1.1 Klassische Konditionierung
3.1.2 Konditionierung des Menschen durch die Medien
3.2 Kritik an dem Erklärungsansatz des Reiz-Reaktions-Mechanismus’ und alternative Theorien
3.3 Mediennutzungstheorien
4. Geschichte der Mediennutzungsforschung
4.1 Von der Medienmanipulation zu Mediennutzungstheorien
4.2 Neue Ergebnisse der Rezipientenforschung
5. Fazit der Arbeit
Die Arbeit untersucht den Wandel der Werbewirkungsforschung von behavioristischen Reiz-Reaktions-Modellen hin zu modernen, nutzerzentrierten Theorien. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwieweit Werbemaßnahmen den Konsumenten tatsächlich manipulieren können oder ob eine zielgruppenorientierte, aktive Auseinandersetzung der Rezipienten mit medialen Angeboten im Vordergrund steht.
3.1.2 Konditionierung des Menschen durch die Medien
Nach Kroeber-Riel und Meyer-Hentschel gibt es nur wenige Verhaltensweisen, die stark kognitiv kontrolliert und gesteuert werden. Die Menschen nehmen ihre Handlungsalternativen nur sehr begrenzt bewusst wahr und handeln aus einer Selbstverständlichkeit heraus. Gesellschaftliche Tabus, Sitten und Gebräuche usw. führen zu einer Handelsweise, die nach einem bestimmten Schema verläuft, welches nicht in Frage gestellt wird.
Kroebel-Riel und Meyer-Hentschel erkennen dem einzelnen Individuum die Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit also ab und weisen selbst bei der Entscheidung zwischen Konsumgütern dem Einzelnen nur eine geringe kognitive Kontrolle über das Verhalten zu. Der Kunde verhält sich aufgrund seiner spontanen Gefühlsregungen meist impulsiv und nur teilweise überlegt. Sie schätzen den Anteil an kognitiv kontrollierten Kaufentscheidungen auf 15 bis 20 Prozent, der Anteil an teilweise überlegten Kaufentscheidungen auf 30 Prozent und die rein emotionsgesteuerten Kaufentscheidungen liegen nach Kroebel-Riel und Meyer-Hentschel bei mindestens 50 Prozent.
Sie unterstellen dem einzelnen Individuum eine sehr geringe Entscheidungsfreiheit und Entscheidungsrationalität. Sie beschäftigten sich bevorzugt mit reaktivem Verhalten, also unkontrolliertem Verhalten auf dargebotene Reize. Als Beispiel führen sie Impulsivkäufe auf, bei denen der Konsument ein Produkt wählt, weil ihm die Verpackung ins Auge sticht oder er nimmt Informationen auf, ohne auf den sachlichen Inhalt zu achten, sondern weil sie ihn auf emotionaler Ebene ansprechen. Dabei folgt auf einen Reiz regelmäßig eine bestimmte Reaktion. Dem Menschen ist die Reiz-Reaktionsfolge im Allgemeinen nicht bewusst.
1. Einleitung: Die Einleitung diskutiert die Macht der Werbung und die Kontroverse zwischen manipulativer Beeinflussung und der Kritikfähigkeit des Individuums, wobei das Ziel der Arbeit als Untersuchung dieses Wirkungsverhältnisses definiert wird.
2. Werbung: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung durch Definitionen von Werbung und eine Differenzierung zwischen klassischer Above-the-Line-Werbung und versteckter Below-the-Line-Werbung.
3. Medienwirkungs- vs. Mediennutzungstheorien: Der Hauptteil analysiert behavioristische Reiz-Reaktions-Modelle sowie deren Kritik und stellt diese modernen, nutzerzentrierten Mediennutzungstheorien gegenüber.
4. Geschichte der Mediennutzungsforschung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der Vorstellung einer "allmächtigen" Medienmanipulation hin zum Verständnis des Rezipienten als aktivem, zweckorientiertem Nutzer nach.
5. Fazit der Arbeit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Stimulus-Response-Konzept wissenschaftlich nicht haltbar ist und plädiert für eine stärkere Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und der aktiven Rolle des Konsumenten in der Werbeforschung.
Werbewirkungsforschung, Reiz-Reaktion, Stimulus-Response, Mediennutzung, Konsumentenverhalten, Konditionierung, Emotionale Werbung, Uses-and-Gratifications, Medienwirkung, Zielgruppendefinition, Marketing, Rezipientenforschung, Kaufentscheidung, Kognitive Lerntheorien, Massenmedien.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Wirksamkeit von Werbung und hinterfragt, ob der Konsument durch Medienbotschaften manipuliert werden kann oder ob er als aktiver Akteur seine Mediennutzung selbstbestimmt gestaltet.
Zu den Kernbereichen gehören die klassische Konditionierung, Medientheorien, die Entwicklung der Mediennutzungsforschung sowie die moderne Konsumentenpsychologie im Kontext von Marketingstrategien.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass einfache Reiz-Reaktions-Modelle zur Erklärung von Werbewirkung überholt sind und die Werbebranche dazu übergehen muss, die Individualität und die bewussten Entscheidungen der Konsumenten stärker zu berücksichtigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender medienwissenschaftlicher und psychologischer Theorien sowie der Auswertung verschiedener Studien zum Werbewirkungsverhalten.
Der Hauptteil befasst sich intensiv mit dem Stimulus-Response-Modell, der emotionalen Konditionierung und den daran geäußerten kritischen Gegenpositionen, ergänzt durch neuere Ansätze der Rezipientenforschung.
Wichtige Begriffe sind Medieneffekte, Konsumentenorientierung, emotionale Konditionierung, Wirkungsmodelle und die Transformation von passiven Empfängern zu aktiven Nutzern.
Es wird kritisiert, weil es den Menschen als "BlackBox" betrachtet, die ungefiltert auf Reize reagiert, ohne die Komplexität menschlicher Entscheidungsprozesse und individueller Bedürfnisse einzubeziehen.
Die Autorin sieht darin ein Indiz für den Paradigmenwechsel, da Unternehmen nun versuchen, durch die Auswertung persönlicher Daten die Werbung präziser auf individuelle Nutzer abzustimmen, anstatt sich auf pauschale manipulative Wirkungen zu verlassen.
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