Magisterarbeit, 2013
98 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1 ZUM WIRTSCHAFTSAUFSCHWUNG IM NATIONALSOZIALISMUS
1.1 DIE WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG DEUTSCHLANDS ANFANG DER 1930ER JAHRE
1.2 FORSCHUNGSKONTROVERSE: DIE THESE VOM „KOMA VOR DER »MACHTERGREIFUNG«“ VERSUS DIE THESE VOM „KRISENWENDEPUNKT IM HERBST 1932“
1.2.1 Über die Wirkung der NS-Konjunkturprogramme des Jahres 1933
1.2.2 Über die Wirkungen des „Neuen Plans“ von 1934
1.2.3 Über die Wirkung des „Vierjahresplans“ von 1936
1.3 ZUSAMMENFASSENDES ZWISCHENFAZIT
2 ZUM KONSUM IM NATIONALSOZIALISMUS
2.1 DEFINITION: KONSUM/KONSUMGESELLSCHAFT (C. KEINSCHMIDT)
2.2 MAßNAHMEN ZUR VEREINBARKEIT VON RÜSTUNGSWIRTSCHAFT & KONSUMAUSWEITUNG AUFGEZEIGT AM BEISPIEL AUGSBURGS
2.2.1 Produktions- & distributionspolitische Maßnahmen
2.2.1.1 Eingriffe in die unternehmerische Freiheit
2.2.1.2 „Hurrah, die Butter ist alle!“ – Zur Verwaltung des Mangels
2.2.1.3 Die Lage auf dem Markt: Ein Zwischenfazit
2.2.2 Lohn- & Preispolitik: Eine Betrachtung im Spiegel der amtlichen Statistik
2.2.2.1 Die Entwicklung der Löhne & Gehälter
2.2.2.2 Die Entwicklung der Preise
2.2.3 Vom Volksempfänger zum Volkswagen – Zur Rolle der „Volksprodukte“
2.2.3.1 „Radio für jeden Stand!“
2.2.3.2 Massentourismus durch »Kraft durch Freude«?
2.2.3.3 Die Technisierung des Haushalts
3 ZUSAMMENFASSENDES FAZIT UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die Konsumwirklichkeit im Nationalsozialismus am Beispiel der Stadt Augsburg zwischen 1933 und 1945. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern der Nationalsozialismus eine gezielte Konsumlenkung betrieb, um das Ziel der Aufrüstung mit einer materiellen Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung zu vereinbaren, und ob hierbei von einer "Konsumgesellschaft" oder einer "Gefälligkeitsdiktatur" gesprochen werden kann.
2.2.1.2 „Hurrah, die Butter ist alle!“ – Zur Verwaltung des Mangels
Dem schon vor Verkündung des Vierjahresplans offenkundig gewordenen Mangel einzelner Lebensmittel und Konsumgüter des täglichen Bedarfs suchten die lokalen Behörden zur Gewährleistung einer gerechten Verteilung schließlich auf sehr unterschiedliche Weise zu begegnen. Nachdem sich auch in Bayern infolge zeitweiliger Versorgungsengpässe bei Butter, Butterschmalz, Milch, Eiern, Kunstspeisefetten, Schweinefleisch, Seife und Textilien im Oktober 1935 neben dem regulären Markthandel eine Art Schleich- und Tauschhandel gebildet und zu dessen Eindämmung Konsum- wie Lebensmittelläden mittels fettkartenähnlicher Zuteilungssysteme in eigener Regie vergebens eine Art Teilrationalisierung vorgenommen hatten, ließ Adolf Wagner, bayerischer Staatsminister des Innern, im Dezember desselben Jahres eine scharfe Bekanntmachung verkünden, in der es – weil „der um sich greifende Handel mit Butter und Schmalz außerhalb des ordentlichen Marktverkehrs […] zu Schwierigkeiten in der Versorgung der Bevölkerung“ führte – hieß, dass auf die Zurückhaltung von Waren durch Erzeuger zum Zwecke der Höchstpreiserzielung sowie auf die Verschiebung eben dieser Waren zu Wucherpreisen durch „raffende“ Händler in Großstädte wie München mit der Androhung von Konzentrationslager und systematischer Überwachung zu reagieren sei.
Mittels dieser Verfügung, die bei der Ergreifung von Maßnahmen zur Behebung eben dieses Übelstandes den „peinlichsten Vollzug“ befahl, ging die Stadt Augsburg, deren Lebensmittelmarkt zu einem Großteil von bäuerlichen Selbsterzeugerbetrieben aus den Bezirken Friedberg, Aichach, Aindling, Schrobenhausen und Pöttmes versorgt wurde, in Absprache mit den Molkereiversorgungsverbänden „Unter-“ und „Oberland“ überdies daran, selbigen zur Eindämmung der Hamstertätigkeit, aber auch zur Eindämmung des unkontrollierbaren Hausier- bzw. Zustellhandels einen Ablieferungszwang aufzuerlegen. Zu Gunsten des Augsburger Buttermarktes etwa, dessen wöchentliche Zufuhr aufgrund oben genannter Ursachen von ehemals 100 bis 120 Zentnern Landbutter auf 40 bis 50 Zentner zurückgegangen war, sollte es den Erzeugern also zur Pflicht gemacht werden, die von ihnen hergestellte Landbutter wie auch die Milch selbst – soweit selbige nicht im eigenem Haushalt oder an ortsansässige Verbraucher abgesetzt wurde – restlos an die nahe gelegenen Molkereien bzw. an die hierfür eigens errichteten Rahmstationen und Buttersammelstellen abzuliefern.
ZUM WIRTSCHAFTSAUFSCHWUNG IM NATIONALSOZIALISMUS: Dieses Kapitel analysiert die wirtschaftliche Entwicklung Anfang der 1930er Jahre und debattiert kontrovers, ob der Aufschwung ein NS-Wirtschaftswunder darstellte oder auf Vorleistungen basierte.
ZUM KONSUM IM NATIONALSOZIALISMUS: Hier wird der Begriff der Konsumgesellschaft definiert und untersucht, wie Maßnahmen wie Produktionslenkung, Lohn- und Preispolitik sowie "Volksprodukte" den Konsum steuerten.
ZUSAMMENFASSENDES FAZIT UND AUSBLICK: Das Kapitel resümiert die Forschungsergebnisse und bewertet die Ambivalenz zwischen wirtschaftlicher Mobilisierung für Kriegszwecke und der Aufrechterhaltung des Anscheins einer "Volksgemeinschaft" durch Konsumlenkung.
Nationalsozialismus, Augsburg, Konsumgesellschaft, Wirtschaftswunder, Rüstungswirtschaft, Konsumlenkung, Lebensmittelknappheit, Autarkie, Lohnpolitik, Preisstopp, Volksempfänger, Kraft durch Freude, Mangelverwaltung, Arbeitsbeschaffung, Gefälligkeitsdiktatur
Die Arbeit analysiert die Konsumwirklichkeit und die staatliche Wirtschaftspolitik im Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Augsburg im Zeitraum von 1933 bis 1945.
Die Untersuchung umfasst die Themenbereiche Wirtschaftswachstum, Konsumlenkung, Lohn- und Preisgestaltung sowie die verschiedenen Maßnahmen des NS-Regimes zur Steuerung des privaten Verbrauchs.
Das Ziel ist es, die Frage zu klären, ob der wirtschaftliche Aufschwung im Nationalsozialismus als spezifisch nationalsozialistisches "Wirtschaftswunder" betrachtet werden kann und ob die Regierung Hitler erfolgreich eine "Konsumgesellschaft" etablierte.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Archivmaterialien, statistischen Daten und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Wirtschaftsaufschwungs sowie eine detaillierte Analyse der Maßnahmen zur Konsumlenkung, einschließlich der Auswirkungen auf die Bevölkerung und der Rolle der städtischen Verwaltung.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Nationalsozialismus, Konsumgesellschaft, Rüstungswirtschaft, Mangelverwaltung, Autarkie, Lohnpolitik und Gefälligkeitsdiktatur.
Die Stadtverwaltung führte verschiedene Instrumente wie Ablieferungszwänge, Kundenlisten für Rationierungen und Sonderkontingente ein, um eine gerechtere Verteilung der knappen Waren zu gewährleisten und Hamsterkäufe einzudämmen.
Volksprodukte wie der Volksempfänger oder Angebote von "Kraft durch Freude" dienten primär der propagandistischen Inszenierung einer klassenlosen Konsumgesellschaft und der Bindung der Bevölkerung an das Regime, obwohl sie ihre wirtschaftlichen Ziele oft nicht erreichten.
Die Autorin relativiert diese These von Götz Aly, da sie die materiellen Entbehrungen der Bevölkerung und die Mechanismen von Terror und Ausschluss betont, die nicht durch symbolische Konsumangebote aufgewogen wurden.
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