Bachelorarbeit, 2015
42 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Zentrale Begriffe und deren Bedeutung
2.1.1 Dual tasking, dual tasks und deren Charakteristika
2.1.2 Leistungskosten bei jüngeren und älteren Erwachsenen
2.1.3 Die Psychologische Refraktärperiode und deren (PRP-) Effekt
2.1.4 Das zentrale Engpass-Modell (engl. central bottleneck model)
2.1.5 Stimulus Onset Asynchrony (SOA)
2.2 Mechanismen zur Optimierung von Doppelaufgabenleistung
2.2.1 Zentrale Voraussetzungen
2.2.2 Erhöhen der Trainingsdauer und Simplifizierung der Aufgaben
2.3 Zusammenfassung implementierter Designs
2.4 Hypothesen
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Apparate und Reize
3.3 Verlauf und Design
4 Ergebnisse
4.1 Analyse des Trainings
4.1.1 Visuelle Aufgaben
4.1.2 Auditive Aufgaben
4.1.3 Fazit des Trainings
4.2 Hypothesenprüfung
4.2.1 Visuelle Aufgaben
4.2.2 Auditive Aufgaben
5 Diskussion
Diese Bachelorarbeit untersucht, ob ältere Erwachsene durch ein intensives, aufgabenvereinfachtes Training die Fähigkeit erwerben können, Doppelaufgaben automatisiert zu bearbeiten, anstatt seriell auf einen zentralen Verarbeitungsengpass angewiesen zu sein.
2.1.3 Die Psychologische Refraktärperiode und deren (PRP-) Effekt
Generell beschreibt die Psychologische Refraktärperiode ein Zeitintervall, in dem das Gehirn nur einen Reiz verarbeiten kann. Der PRP-Effekt tritt auf, wenn Probanden auf zwei Stimuli (S1 und S2) bzw. zwei Aufgaben mit unterschiedlichen Reaktionen reagieren müssen, die kurz nacheinander, also zeitlich asynchron (stimulus onset asynchrony, SOA), dargeboten werden. Zum Beispiel kann in Aufgabe 1 eine Aufgabe mit dem S-R-Paar visuell-manuelle Aufgabe (S1) dargeboten werden und nach einem kurzen, aber zeitlich variierbaren Intervall (SOA > 0) die Aufgabe 2 mit dem S-R-Paar auditiv-verbal (S2) folgen oder umgekehrt. In solchen Fällen zeigt sich regelhaft, dass mit kleiner werdendem SOA die Reaktionszeit auf S2 zunimmt und umgekehrt. Welford (1952) und Pashler (1994) erklärten dieses Phänomen mit Hilfe des zentralen Engpassmodells, anhand dessen sich auf der Ebene der Antwortauswahl bei kürzer werdenden SOAs die Wahrscheinlichkeit der Überlappung der beiden Aufgaben erhöht, was zu höheren Reaktionszeiten führt (Hagendorf et al., 2011, S. 205-207).
1 Einleitung: Einführung in die Problematik kognitiver Leistungskosten bei Doppelaufgaben im Alter und Formulierung der Forschungsfrage zur Automatisierbarkeit.
2 Theoretischer Hintergrund: Darlegung der theoretischen Konzepte wie der Psychologischen Refraktärperiode, des zentralen Engpassmodells und der Mechanismen zur Leistungsoptimierung durch Training.
3 Methode: Beschreibung der Stichprobe, der verwendeten Hardware sowie des experimentellen Aufbaus inklusive der Trainingssitzungen und der Testvariation.
4 Ergebnisse: Auswertung der Trainingsdaten sowie Überprüfung der aufgestellten Hypothesen mittels Varianzanalysen und T-Tests zur Feststellung der Automatisierung.
5 Diskussion: Interpretation der Befunde unter Rückbezug auf bestehende Forschung und Schlussfolgerung zur mangelnden Automatisierungsfähigkeit bei älteren Erwachsenen.
Doppelaufgaben, Leistungskosten, Alterung, Training, Automatisierung, Zentrale Engpass-Modell, Psychologische Refraktärperiode, Reaktionszeit, kognitive Geschwindigkeit, SOA-Varianten, visuelle Aufgaben, auditive Aufgaben, kognitive Plastizität, Aufmerksamkeit, Antwortauswahl.
Die Arbeit untersucht, ob ältere Erwachsene nach einem gezielten Training in der Lage sind, zwei Aufgaben simultan zu bearbeiten, ohne dass es zu den typischen kognitiven Leistungskosten (verlängerten Reaktionszeiten) kommt.
Zentrale Themen sind die kognitive Psychologie des Alterns, die exekutiven Funktionen, das Erlernen von Doppelaufgaben und die theoretischen Modelle zur Informationsverarbeitung, speziell das zentrale Engpassmodell.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob ältere Erwachsene durch ein intensives und vereinfachtes Training Doppelaufgaben ähnlich wie jüngere Erwachsene automatisieren können.
Es wurde eine experimentelle Studie mit einer Stichprobe von sechs älteren Probanden durchgeführt, die ein achttägiges Training absolvierten, gefolgt von einer Test-Session mit Variationen der Stimulus Onset Asynchrony (SOA).
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der Trainingsmethode (inklusive monetärer Belohnungsanreize) und die statistische Analyse der Reaktionszeiten aus den Trainings- und Testblöcken.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Doppelaufgabenkosten, Psychologische Refraktärperiode, Engpass-Modell, kognitives Altern und Automatisierung beschreiben.
Die Daten deuten darauf hin, dass auch bei intensiver Übung der zentrale Engpass bei der Antwortauswahl bestehen bleibt, was auf altersspezifische Faktoren oder eine verringerte kognitive Plastizität im Vergleich zu jüngeren Probanden hindeutet.
Die Manipulation des Timings (SOA) verursachte signifikante Unterschiede in den Reaktionszeiten, was beweist, dass die Aufgaben weiterhin seriell und nicht unabhängig voneinander bearbeitet wurden.
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