Wissenschaftlicher Aufsatz, 2001
31 Seiten
1. Einleitung
2. Vorgeschichte
3. Gründe für die Raketenstationierung
4. Die Raketenstationierung
5. Die Krise: Entdeckung der Raketen
6. Die Blockade: Tage zwischen Krieg und Frieden
7. Der Schwarze Samstag: Die Welt am Abgrund
8. Lösung der Krise
9. Resümee
Die vorliegende Arbeit analysiert die Eskalationsdynamik der Kubakrise von 1962, untersucht die zugrunde liegenden politischen, militärischen und psychologischen Faktoren und beleuchtet die entscheidende Rolle der Kommunikation sowie des Krisenmanagements im unmittelbaren Vorfeld eines drohenden Atomkrieges.
Die Blockade: Tage zwischen Krieg und Frieden
Wie geplant startete der Propaganda-Countdown am Montag vormittag, dem 22.Oktober: Um 10 Uhr bat die US-Regierung Großbritannien und Kanada, gegenüber Flugzeugen mit dem Ziel Kuba die Überflugrechte zu stornieren. Eine Stunde später ergingen Warnungen an die Innenministerien von Staaten Lateinamerikas und an die Phillipinen, es könnte in wenigen Stunden zu Volksaufständen kommen. Rechten Diktatoren wurde seitens der US-Botschaften und der CIA Hilfe zugesichert (besonders in Bolivien, Chile und der Dominikanischen Republik). In Italien, in der Türkei und auf anderen US-Stützpunkten wurden verschiedene Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet. Um 12 Uhr wurde eine Fernsehansprache des US-Präsidenten für 19 Uhr angekündigt. Eine halbe Stunde später erging der Befehl, zusätzliche Truppen an den Atlantik zu verlegen. Das taktische Luftkommando in Florida begann damit, Warteschleifen zu fliegen.
Angehörige von US-Soldaten wurden aus dem Stützpunkt Guantanamo in Kuba (das letzte verbliebene US-Hoheitsgebiet auf der Insel) ausgeflogen. Für das Strategische Luftkommando, das sind die Atombomber und Atomraketen, wurde die Alarmstufe DEFCON II (Defense Condition 2) ausgerufen, zum ersten Mal seit 1945 (DefCon 1 bedeutet Krieg). Jeder achte B-52-Bomber startete voll bestückt mit Atom- und Wasserstoffbomben, um in großer Höhe fliegend auf den Einsatzbefehl zu warten. Die Logbücher für die Startvorbereitung der Interkontinentalraketen der Typen Atlas und Titan wurden ausgegeben (46). Um 14 Uhr startete der sowjetische Außenminister Gromyko von New York aus zu seinem Rückflug nach Moskau. Bei den Beratern im ExComm herrschte Nervosität. Hat er etwas gemerkt ? Wird er den USA zuvor kommen, die Stationierung selber bekannt geben, vor Gegenreaktionen warnen ? Das würde den Fahrplan durcheinander bringen. Um 15 Uhr traf sich das ExComm zu einer Beratung über die richtige Argumentation.
1. Einleitung: Einführung in die Kubakrise als kritischer Höhepunkt des Kalten Krieges und Vorstellung der Relevanz der Tonbandprotokolle des ExComm.
2. Vorgeschichte: Darstellung der kubanischen Revolution und der wachsenden Entfremdung zwischen den USA und Kuba sowie der Annäherung an die Sowjetunion.
3. Gründe für die Raketenstationierung: Analyse der strategischen, politischen und wirtschaftlichen Motive Chrustschows für die Stationierung sowjetischer Nuklearwaffen.
4. Die Raketenstationierung: Schilderung der geheimen Planung, des Transports und des Aufbaus der Raketenbasen auf Kuba unter KGB-Aufsicht.
5. Die Krise: Entdeckung der Raketen: Bericht über die Entdeckung durch Aufklärungsfotos und die Formierung des Krisenstabs ExComm zur Prüfung von Gegenmaßnahmen.
6. Die Blockade: Tage zwischen Krieg und Frieden: Detaillierte Schilderung der US-Mobilmachung, der Fernsehansprache Kennedys und des Beginns der Seeblockade.
7. Der Schwarze Samstag: Die Welt am Abgrund: Beschreibung der dramatischen Zuspitzung durch Zwischenfälle, den Abschuss eines U-2-Flugzeugs und den Druck der US-Militärs.
8. Lösung der Krise: Darstellung der diplomatischen Einigung durch das Versprechen des Nichtangriffs gegen den Abzug der Raketen sowie den geheimen Tauschhandel.
9. Resümee: Reflexion über die Eskalationsdynamik durch gegenseitiges Misstrauen und die Bedeutung der Kommunikation zur Krisenvermeidung.
Kubakrise, John F. Kennedy, Nikita Chrustschow, Kalter Krieg, ExComm, Seeblockade, Raketenstationierung, Atomkrieg, Krisenmanagement, Sowjetunion, USA, Eskalation, Diplomatie, Schweinebucht, Schwarzer Samstag.
Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Ablauf und den Hintergründen der Kubakrise von 1962, die als gefährlichste Phase des Kalten Krieges gilt.
Die zentralen Felder umfassen die sowjetisch-kubanische Annäherung, die US-amerikanische Sicherheitspolitik, die Entscheidungsprozesse innerhalb des ExComm und die diplomatischen Bemühungen zur Abwendung eines globalen Nuklearkriegs.
Das Ziel ist es, die Eskalationsmechanismen der Krise zu analysieren und zu verstehen, wie durch politisches Handeln und trotz militärischer Spannungen eine atomare Katastrophe verhindert wurde.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und der Auswertung freigegebener Primärquellen, wie Tonbandprotokollen des US-Krisenstabs (ExComm) und Dokumenten aus sowjetischen Archiven.
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Aufarbeitung der Vorgeschichte, der verdeckten Raketenstationierung, der Entdeckung durch die USA, der Blockadephase und der kritischen Zuspitzung am "Schwarzen Samstag".
Die wichtigsten Schlagworte sind Kubakrise, Supermächte, Atomare Abschreckung, Krisenkommunikation und strategische Unterlegenheit.
Robert F. Kennedy agierte als Schlüsselvermittler, der in geheimen Treffen mit dem sowjetischen Botschafter Dobrynin das entscheidende Angebot für den Abzug der US-Raketen aus der Türkei machte, um die Krise diplomatisch zu lösen.
An diesem Tag eskalierte die Situation durch den Abschuss eines US-Aufklärungsflugzeugs, den zunehmenden Druck der US-Militärs auf den Präsidenten und eine Reihe von technischen Zwischenfällen, die fast fälschlicherweise den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten.
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