Bachelorarbeit, 2013
60 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundlagen des Erneuerbaren-Energien-Gesetz
2.1 Hintergrund und klimatische Zielsetzungen
2.2 Die Funktionsprinzipien des EEG
2.2.1 Mindestvergütungsmodell
2.2.2 Garantierte Einspeisevergütung
2.2.3 Anschluss- und Abnahmepflicht
2.2.4 Verteilung der Kosten auf den Verbraucher
2.3 Wesentliche Änderungen und Novellierungen des EEG
3. Die Zusammensetzung des Strompreises
3.1 Überblick über die einzelnen Strompreiskomponenten
3.2 Strombeschaffung und Vertrieb
3.3 Regulierte Netzentgelte
3.4 Steuern und Abgaben
3.4.1 Stromsteuer
3.4.2 Konzessionsabgabe
3.4.3 Offshore-Haftungsumlage
3.4.4 KWK-Aufschlag
3.4.5 Umlage gemäß § 19 StromNEV
3.4.6 EEG-Umlage
3.4.6.1 Reine Förderkosten
3.4.6.2 Marktprämie
3.4.6.3 Nachholung
3.4.6.4 Liquiditätsreserve
3.4.6.5 Differenz der Einspeisevergütungen zu den Börsenstrompreisen
3.4.6.6 Industriepreisprivilegierung
4. Die besondere Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen
4.1 Ausgangslage und Ziel der Besonderen Ausgleichsregelung
4.2 Voraussetzungen für die Begrenzung der EEG-Umlage
4.3 Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie
4.4 Entwicklungen im Rahmen der Begrenzung der EEG-Umlage
4.4.1 Zielsetzung und aktueller Diskussionsstand
4.4.2 Veränderungen durch das EEG 2012
4.4.3 Finanzielle Auswirkungen auf nicht privilegierten Letztverbraucher
4.4.4 Definition der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
4.4.5 Anreize zur Erhöhung des Stromverbrauchs
4.5. Reformvorschlag zur zukünftigen Ausgestaltung der BesAR
5. Konklusion
Diese Bachelorarbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf Wirtschaftsunternehmen und Privathaushalte in Deutschland, wobei der Fokus besonders auf der "Besonderen Ausgleichsregelung" (BesAR) für stromintensive Unternehmen liegt und deren kritische Verteilungswirkungen analysiert werden.
3.2 Strombeschaffung und Vertrieb
Mit der Marktöffnung im Jahr 1998 wurde die bis dahin geschlossene Monopolanbietung in den regionalen Versorgunggebieten abgeschafft. Anfangs entstand nach der Liberalisierung des deutschen Strommarktes eine Vielzahl neuer kleiner Stromvermarkter (Thomas, 2006: 53.). Allerdings verschwanden fast alle neuen Anbieter im Laufe der Jahre vom Markt (Thomas, 2006: 53.). Deutschlandweit wird der Strombezug von einer geringen Anzahl bekannter Stromkonzerne dominiert, wie beispielsweise E.ON, RWE, EnBW oder Vattenfall (Thomas, 2006: 53.). Der Stromvertrieb erfolgt auf der Grundlage privatrechtlicher Lieferverträge zwischen Stromlieferanten und ihren Kunden. Die Kosten resultieren überwiegend aus der Stromerzeugung der Anlagen und der Beschaffung von Strom am Markt.
Der Strom wird an der Strombörse in zwei Marktsegmenten gehandelt, dem Spot und dem Terminmarkt. Am Spotmarkt der Strombörse werden kurzfristige Strommengen gehandelt, die am selben bzw. am nächsten Tag geliefert werden. Am Terminmarkt kaufen Stromhändler und Großabnehmer bereits heute zukünftige Stromkontingente für die nächsten Jahre zu festen Preisen ein. In beiden Marktsegmenten sinken die Strompreise. Im Mai 2013 betrug der durchschnittliche Preis am Spotmarkt 3,206 ct/kWh und erreichte somit den tiefsten Stand seit vier Jahren. Auch die Strompreise am Terminmarkt erreichen Rekord-Tiefstände. So ist der Preis der Stromlieferung für das Jahr 2014 im April 2013 erstmals unter die Marke von 4ct/kWh gefallen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Energiepolitik und die Relevanz des EEG für die deutsche Wirtschaft ein, definiert das Ziel der Bachelorarbeit und erläutert den Schwerpunkt auf die "Besondere Ausgleichsregelung".
2. Grundlagen des Erneuerbaren-Energien-Gesetz: Hier werden der historische Kontext, die klimatischen Zielsetzungen und die zentralen Funktionsprinzipien des EEG, wie die Einspeisevergütung und die Abnahmepflicht, detailliert dargelegt.
3. Die Zusammensetzung des Strompreises: Dieses Kapitel analysiert die drei Hauptkomponenten des Strompreises – Beschaffung, Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben – und vergleicht die Belastungen zwischen privaten Haushalten und industriellen Großabnehmern.
4. Die besondere Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen: Dieses Hauptkapitel untersucht kritisch die Befreiungsmöglichkeiten für die Industrie von der EEG-Umlage, beleuchtet die Wettbewerbsaspekte und thematisiert durch eine Fallstudie die Anreizstrukturen zur Stromverbrauchsoptimierung.
5. Konklusion: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, bewertet die Auswirkungen der BesAR auf die Lastenverteilung und gibt einen Ausblick auf notwendige Reformschritte zur Sicherung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit.
EEG, Strompreis, Besondere Ausgleichsregelung, BesAR, Energiewende, EEG-Umlage, Stromkosten, Industriepreisprivilegierung, Merit-Order-Effekt, Erneuerbare Energien, Wettbewerbsfähigkeit, Letztverbraucher, Stromsteuer, Netzentgelte, Marktprämie
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf Unternehmen und private Haushalte, wobei ein besonderer Fokus auf den ökonomischen Folgen der EEG-Umlage und der Sonderregelungen für stromintensive Betriebe liegt.
Zentrale Themenfelder sind die Funktionsweise des EEG, die Zusammensetzung des deutschen Strompreises, die "Besondere Ausgleichsregelung" (BesAR) und deren Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sowie die Verteilung der Kosten auf verschiedene Verbrauchergruppen.
Ziel ist es, die ökonomischen Auswirkungen des EEG darzustellen und insbesondere zu hinterfragen, ob die "Besondere Ausgleichsregelung" ihre ökonomischen Ziele erreicht oder zu einer ungerechten Lastenverteilung zwischen privilegierten und nicht privilegierten Verbrauchern führt.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse, um die gesetzlichen Grundlagen und ökonomischen Auswirkungen darzustellen, ergänzt durch eine Fallstudie, in der fiktive Szenarien für Unternehmen an der Eintrittsschwelle der BesAR berechnet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der EEG-Grundlagen, eine detaillierte Aufschlüsselung der Strompreiskomponenten sowie eine intensive Untersuchung der BesAR, ihrer Kriterien, Auswirkungen und der politischen Kritik daran.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie EEG, Strompreis, BesAR, Industriepreisprivilegierung, Energiewende, Wettbewerbsfähigkeit und EEG-Umlage.
Durch die BesAR können stromintensive Unternehmen ihre EEG-Umlage signifikant reduzieren, was ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken soll, jedoch gleichzeitig die Lasten für andere Verbraucher erhöht.
Die Analyse zeigt, dass die gesetzlichen Schwellenwerte für die EEG-Befreiung kontraproduktive Anreize schaffen können, die Unternehmen dazu bewegen, ihren Stromverbrauch künstlich hochzuhalten, um Privilegien zu erhalten, was dem Ziel der Energieeffizienz entgegensteht.
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