Bachelorarbeit, 2015
73 Seiten, Note: 1,7
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Das transaktionale Stressmodell
2.2 Der Coping-Begriff
2.3 Klassifikation von Coping-Strategien
2.4 Messinstrumente
2.4.1 Ways of Coping Questionnaire (WAYS)
2.4.2 Coping Operations Preference Enquiry (COPE)
2.4.3 Coping Inventory for Stressful Situations (CISS)
2.4.4 Stressverarbeitungsfragebogen (SVF)
2.5 Psychologische Operationsvorbereitung
2.6 Rekonvaleszenz und postoperative Komplikationen
2.7 Forschungsfragen
3 Methode und Auswahl der Studien
4 Ergebnisse
4.1 Überblick über die verwendeten Studien
4.2 Befunde zum Einfluss situativen Copings auf die Genesung
4.3 Befunde zum Einfluss dispositionellen Copings auf die Genesung
4.4 Befunde zum Einfluss situativen und dispositionellen Copings auf die Genesung
4.5 Einfluss psychologischer Operationsvorbereitung
4.6 Kurzüberblick über die Ergebnisse
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Einschränkungen der verwendeten Studien
5.3 Einschränkungen der vorliegenden Arbeit
5.4 Implikationen für zukünftige Forschung und Praxis
5.5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss präoperativer Coping-Strategien auf den Genesungsverlauf nach chirurgischen Eingriffen. Das zentrale Ziel ist es, ein systematisches Review der empirischen Forschungsliteratur der letzten zehn Jahre zu erstellen, um die uneinheitliche Befundlage bezüglich situativer, dispositioneller und durch Interventionen beeinflusster Bewältigungsstrategien zu klären und den Forschungsbedarf aufzuzeigen.
2.1 Das transaktionale Stressmodell
In der psychologischen Stressforschung wurden in der Vergangenheit viele unterschiedliche Stressmodelle entwickelt. In diesen wurde beispielsweise auf die stressauslösenden Reize („Stressoren“) fokussiert oder die Stressreaktion des betroffenen Individuums in den Mittelpunkt gestellt (beispielsweise im Modell des Allgemeinen Anpassungssyndroms, AAS; Selye, 1976). Da sich in der Forschungstradition der Gesundheitspsychologie jedoch eine relationale Sichtweise etabliert hat (Schröder, 1997), soll im Rahmen dieser Arbeit nur das transaktionale Stressmodell vertiefend vorgestellt werden.
Dem transakationalen Stressmodell von Lazarus liegt die Annahme zugrunde, dass sich Stress weder in der Umwelt noch in der Person selbst finden lässt, sondern durch das Zusammenspiel dieser beiden Komponenten entsteht. Es handelt sich somit um ein dynamisches, bidirektionales und reziprokes Modell, wobei der Fokus auf der kognitiven Bewertung der Umweltreize durch das Individuum liegt (Lazarus & Folkman, 1984). Stress wird als eine wahrgenommene Imbalance zwischen den Anforderungen der Umwelt und den selbsteingeschätzten Bewältigungsmöglichkeiten definiert (Kaluza & Vögele, 1983).
Ein Umweltreiz bzw. eine Situation wird in einer primären Bewertung zunächst einmal als irrelevant, positiv oder belastend eingeschätzt. Eine positive Bewertung führt zu einer Steigerung des Wohlbefindens, während eine Einschätzung als irrelevant keine weiteren Auswirkungen für die betroffene Person hat (Lazarus, 1966).
Als belastend beurteilte Situationen werden im Zuge der primären Bewertung entweder als Schaden (harm), Bedrohung (threat) oder Herausforderung (challenge) klassifiziert. Während ein Schaden bereits eingetreten ist, liegt eine potenzielle Bedrohung noch in der Zukunft; die Schädigung kann in beiden Fällen sowohl körperlicher als auch psychischer Natur sein. Die Bewertung als Herausforderung ist hingegen positiv konnotiert: Die erfolgreiche Bewältigung der Situation kann zur Steigerung des Selbstwertgefühls beitragen (Kaluza & Vögele, 1983; Lazarus, 1966).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Anzahl chirurgischer Eingriffe und die damit verbundene Stressbelastung für Patienten, wodurch die Notwendigkeit psychologischer Unterstützung zur Förderung der Genesung begründet wird.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert das transaktionale Stressmodell, den Coping-Begriff, verschiedene Klassifikationen von Bewältigungsstrategien, relevante Messinstrumente sowie psychologische Operationsvorbereitungen und Definitionen von Genesung.
3 Methode und Auswahl der Studien: Es wird das methodische Vorgehen bei der systematischen Literaturrecherche in verschiedenen Datenbanken dargelegt, inklusive der Kriterien für die Auswahl der untersuchten Primärstudien.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse der 20 ausgewerteten Studien werden präsentiert, unterteilt in situatives und dispositionelles Coping sowie den Einfluss psychologischer Operationsvorbereitungsprogramme.
5 Diskussion: In der Diskussion werden die Befunde interpretiert, Einschränkungen der Studien sowie der Arbeit selbst reflektiert und Implikationen für die zukünftige Forschung und Praxis abgeleitet.
Coping, Bewältigung, präoperativ, Operation, chirurgischer Eingriff, Genesung, Intervention, Stress, transaktionales Stressmodell, psychologische Operationsvorbereitung, Patienten, postoperative Genesung, Bewältigungsstrategien, Gesundheitspsychologie, Stressbewältigung
Die Arbeit untersucht, wie sich präoperative Bewältigungsstrategien (Coping) von Patienten auf deren Genesungsverlauf nach chirurgischen Eingriffen auswirken und welche Rolle psychologische Vorbereitungsprogramme dabei spielen.
Zentrale Themen sind das transaktionale Stressmodell, die Differenzierung zwischen situativem und dispositionellem Coping, der Einfluss kultureller und individueller Faktoren sowie die Wirksamkeit verschiedener psychologischer Interventionen.
Das Ziel ist es, einen systematischen Überblick über die empirische Forschung der letzten zehn Jahre zu geben, um zu klären, welche Rolle Coping-Strategien bei der Genesung spielen und ob psychologische Vorbereitung die Genesung objektiv oder subjektiv verbessern kann.
Es handelt sich um ein systematisches Review der wissenschaftlichen Literatur. Es wurden 20 Primärstudien aus Datenbanken wie PsycINFO und MEDLINE analysiert, die zwischen 2004 und 2014 veröffentlicht wurden.
Der Hauptteil analysiert, wie Patienten mit der Stresssituation Operation umgehen, welche Instrumente zur Erfassung von Coping genutzt werden und wie verschiedene psychologische Interventionsansätze (wie Informationsvermittlung oder Entspannung) die postoperativen Ergebnisse beeinflussen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Coping, präoperativ, Genesung, psychologische Operationsvorbereitung, Stressbewältigung und chirurgische Eingriffe charakterisiert.
Die Forschung zeigt gemischte Ergebnisse: Während positive religiöse Coping-Stile teilweise zur Senkung der subjektiv empfundenen postoperativen Belastung beitragen können, deuteten einige Studien auch auf einen Zusammenhang mit einem erhöhten Schmerzempfinden hin.
Nicht immer. Die Befundlage ist uneinheitlich. Während die meisten untersuchten Programme positive Effekte zeigen, hängt der Erfolg oft von der Passung der Intervention zu den individuellen Bedürfnissen und Kontrollüberzeugungen des Patienten ab.
Die Arbeit stellt fest, dass subjektive Indikatoren (wie Selbsteinschätzungen) häufiger signifikante Ergebnisse liefern als objektive Maße (wie die Dauer des Krankenhausaufenthalts). Die Differenzierung ist notwendig, da beide Maße unterschiedliche Aspekte der Genesung erfassen und nicht immer miteinander korrelieren.
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