Bachelorarbeit, 2012
48 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Über den aktivierenden Sozialstaat
2.1 Über den Begriff „aktivierender Sozialstaat“
2.2 Über die Transformation zum aktivierenden Sozialstaat
2.2.1 Über ökonomische Gründe
2.2.2 Über politische Gründe
2.2.2.1 Über die deutsche Unterschichtsdebatte
2.2.2.2 Über den Neoliberalismus
2.3 Über die Grundzüge des aktivierenden Sozialstaates
2.3.1 Über die Aktivierung des Arbeitsmarktes
2.3.2 Über die Aktivierung der Bürger
2.3.2.1 … zu mehr bürgerschaftlichem Engagement
2.3.2.2 … zur eigenverantwortlichen Integration in den Arbeitsmarkt
2.3.2.3 … zwischen Befähigung und Zwang
2.3.3 Über die Aktivierung der Verwaltung
2.3.4 Über die Aktivierungslogik der aktivierenden Sozialen Arbeit
2.4 Über den Bürger im aktivierenden Sozialstaat
3. Über die Soziale Arbeit im aktivierenden Sozialstaat
3.1 Über die Soziale Arbeit
3.1.1 … und das Ende des „sozialpädagogischen Jahrhunderts“
3.1.2 … als personenbezogene Dienstleistung
3.1.3 … und die Verbreitung der Aktivierungslogik
3.1.4 … und ihre Anerkennung
3.2 Über den Wandel der Funktion
3.3 Über den Wandel der Struktur
3.4 Über den Wandel der Professionalisierung
4. Fazit – Über die Widersprüchlichkeit der Sozialen Arbeit im aktivierenden Sozialstaat
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Sozialen Arbeit im Kontext des aktivierenden Sozialstaates in Deutschland. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wie die Profession mit den damit einhergehenden, innewohnenden Widersprüchen umgeht und ob sie in der Lage ist, adäquate Bewältigungsstrategien zu entwickeln, ohne ihr Selbstverständnis grundlegend zu verändern.
3.1 Über die Soziale Arbeit
Wie schon in der Einleitung erwähnt, ist die Sozialen Arbeit von Widersprüchen durchzogen. Auf der einen Seite sieht sie sich den Menschenrechten, den Traditionen christlicher Liebestätigkeit und humanistischer und sozialistischer Ideale verpflichtet (vgl. Kappeler 2007, S. 83), doch zugleich ist sie an der „Aufrechterhaltung von Herrschaft“ (ebd.) und an einer Geschichte der Profession beteiligt, welche von „klassifizierende[m] und sozial-rassistische[m] Denken und Handeln“ (ebd.) durchzogen ist. Die Soziale Arbeit kann dementsprechend als janusköpfig bezeichnet werden: sie hat sich auf der einen Seite Helfen und Unterstützen als Ziel gesetzt, nimmt jedoch gleichzeitig sozialdisziplinierende und verwaltende Funktionen ein, die letztlich selbst zum Problem werden können.
Da die Soziale Arbeit jedoch stets unter dem guten Vorwand der Hilfe agiert, wird „alles Handeln als 'Helfen' schon im Voraus, dann im Vollzug und schließlich im Nachhinein legitimiert“ (ebd.). Es scheint also das Motiv zu gelten: „Hauptsache helfen, egal wie“. Die Kategorie „Hilfe“ verhilft der Sozialen Arbeit darüber hinaus zu einer Identitätspolitik, welche für die Professionellen „jenseits der Widersprüche und Ambivalenzen in Theorie und Praxis […] eine stabile berufliche Identität“ (ebd.) ermöglicht.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Widersprüchlichkeit der Sozialen Arbeit im Zuge der Transformation zum aktivierenden Sozialstaat ein und umreißt das methodische Vorgehen.
2. Über den aktivierenden Sozialstaat: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen und politischen Hintergründe der Transformation und beschreibt die Grundzüge der Aktivierung des Arbeitsmarktes, der Verwaltung und der Bürger.
3. Über die Soziale Arbeit im aktivierenden Sozialstaat: Hier wird der Wandel der Profession in ihrer Funktion, Struktur und Professionalisierung detailliert betrachtet und die Diskrepanz zwischen fachlichen Anforderungen und aktivierungspolitischen Vorgaben analysiert.
4. Fazit – Über die Widersprüchlichkeit der Sozialen Arbeit im aktivierenden Sozialstaat: Das Fazit resümiert die Ergebnisse und stellt die Herausforderung für die Soziale Arbeit heraus, ihr Mandat trotz des ökonomischen Drucks und der Verschiebung hin zu Kontrollfunktionen zu wahren.
Aktivierender Sozialstaat, Soziale Arbeit, Transformation, Ökonomisierung, Neoliberalismus, Widersprüchlichkeit, Sozialinvestition, Aktivierungslogik, Professionalisierung, Arbeitsmarkt, Kontrollfunktion, Sozialdisziplinierung, Wohlfahrtsstaat, Selbstverantwortung, Dienstleistung.
Die Arbeit analysiert kritisch, wie der aktivierende Sozialstaat in Deutschland die Soziale Arbeit transformiert und welche neuen Widersprüche für die Profession dadurch entstehen.
Zu den zentralen Themen gehören die ökonomischen und politischen Transformationsgründe zum aktivierenden Staat, die veränderten Anforderungen an Bürger und Verwaltung sowie die Folgen für das berufliche Selbstverständnis der Sozialen Arbeit.
Die Forschungsfrage ist, ob die Soziale Arbeit in der Lage bleibt, ihre soziomoralische Basis zu bewahren und adäquate Strategien zur Bewältigung der auftretenden Widersprüche zu finden, ohne ihr Wesen als Hilfeleistende zu verlieren.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch orientierte Analyse unter Einbezug zahlreicher fachwissenschaftlicher Literatur und zeitgeschichtlicher Diagnosen, um die gesellschaftlichen und professionsinternen Entwicklungen zu untersuchen.
Im Hauptteil werden zunächst die Transformation zum aktivierenden Sozialstaat und der Neoliberalismus beleuchtet, gefolgt von einer detaillierten Analyse, wie sich die Soziale Arbeit in ihrer Funktion, Struktur und Professionalisierung unter diesem neuen Paradigma verändert hat.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Aktivierender Sozialstaat, Ökonomisierung, Widersprüchlichkeit, Aktivierungslogik und Professionalisierung gekennzeichnet.
Es führt zu einer Verschiebung der Sozialen Arbeit hin zu einer "Aktivierungsagentur", die statt auf emanzipatorische Hilfe primär auf die Mobilisierung und ökonomische Verwertbarkeit von Klienten ausgerichtet ist.
Die Unterschichtsdebatte dient als legitimatorische Folie für den Umbau des Sozialstaates, indem sie Armut als individuelles, kulturell begründetes Versagen umdeutet und somit den Druck auf Adressaten rechtfertigt.
Weil es die professionelle Beziehung durch Standardisierung, Kontraktmanagement und eine ökonomische Logik ersetzt, was zu einer Deprofessionalisierung und zum Verlust pädagogischer Freiräume führt.
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