Bachelorarbeit, 2014
96 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Einführung in die Thematik
1.1. Einwanderung in Deutschland
1.2. Zu den Begriffen „Migration“ und „Integration“
1.3. Entwicklungsverlauf der Sozialen Arbeit in der Einwanderungsgesellschaft
1.4. Interkulturelle Soziale Arbeit
1.4.1.Zum Begriff „Kultur“
1.4.2.Handlungsfelder
1.4.3.Interkulturelle Kompetenz
1.5. Begriffserklärung „bikulturelle Partnerschaft“ und „binationale Partnerschaft“
1.6. Bikulturelle Partnerschaften und Eheschließungen in Deutschland
2. Äußere Rahmenbedingungen bikultureller Paare
2.1. Das Leben in einem anderen Land
2.2. Stigmatisierungen, Diskriminierungen und Rassismus
2.3. Kinder in einer bikulturellen Partnerschaft
3. Pierre Bourdieus Konzept des Habitus
3.1. Kurzbiografie Pierre Bourdieus
3.2. Der Habitus, was ist das?
3.2.1.Kapital, Klasse und der soziale Raum
3.2.2.Klassenhabitus
3.2.3.Hysteresiseffekt
3.2.4.Habitus und Geschlecht
3.3. Symbolische Gewalt und Habitus-Struktur-Konflikte
4. Methoden der qualitativen Sozialforschung – Auswertungsverfahren
4.1. Begriffserklärung „Leitfadeninterview“
4.2. Begriffserklärung „narratives Interview“
4.3. Auswertungsverfahren
5. Die Untersuchung
5.1. Planung und Durchführung der Interviews
5.2. Vorstellung der Interviewpartner
5.3. Auswertung des Interviews – Ehepaar Koch
5.3.1.Inhaltliche Zusammenfassung
5.3.2.Habituelle Abstimmungsprozesse – Ehepaar Koch
5.3.3.Habituelle Abstimmungsprozesse – Ehepaar Accai
5.3.4.Fallvergleich
5.4. Reflexion
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht qualitativ-empirisch habituelle Abstimmungsprozesse in bikulturellen Partnerschaften. Ziel ist es zu analysieren, ob und inwiefern sich Partner in bikulturellen Beziehungen habituell aufeinander abstimmen und welche Rolle herkunftskulturelle Muster dabei spielen.
1.1. Einwanderung in Deutschland
Die Zuwanderung erfolgte in mehreren Wellen, die Menschen kamen aus den verschiedensten Regionen der Welt. Die erste Einwanderungswelle in der Nachkriegszeit der Bundesrepublik Deutschland bezog sich hauptsächlich auf Aussiedler aus dem osteuropäischen Raum. Der Begriff „Aussiedler“ geht auf das Bundesvertriebenengesetz zurück. Deutsche oder deutschstämmige, unabhängig davon, ob sie die deutsche Staatbürgerschaft besitzen gelten, laut Art. 116 des Grundgesetzes, als Deutsche und konnten bzw. können mit ihren Familienangehörigen nach Deutschland zurückkehren. Nach Westdeutschland kamen bis 1987 etwa 1,4 Millionen Aussiedler, die überwiegend aus Polen stammten. Besonders aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion reisten zwischen 1991 und 2006 rund 1,9 Millionen Aussiedler nach Deutschland ein (Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, 2009, S. 14).
Von einem zweiten Einwanderungsabschnitt kann seit den 1950iger Jahren gesprochen werden. Im Jahre 1955 wurde das erste Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Italien geschlossen. Es wurden dringend Arbeitskräfte für das Nachkriegsdeutschland gesucht. Zwischen 1960 und 1986 wurden weitere Abkommen mit Spanien, Griechenland, der Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien geschlossen. Die Gastarbeiter waren im Schnitt zwischen 20 und 40 Jahre alt und alleinstehend. Integration in die Gesellschaft war damals kein Thema, denn wie ihre Bezeichnung deutlich machte, ging man von einem „Gastspiel“ aus (Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, 2009, S. 12). Lediglich Kirchen, Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände bemühten sich durch Beratungsmaßnahmen und Eingliederungshilfen um Begleitung und Unterstützung der Gastarbeiter. Eine staatliche Integrationspolitik gab es nicht, erst im Jahre 1978 wurde das Amt des Ausländerbeauftragten geschaffen (Meier-Braun, 2013, S. 17).
1. Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe Migration und Integration, den geschichtlichen Einwanderungskontext sowie die Bedeutung interkultureller Sozialer Arbeit.
2. Äußere Rahmenbedingungen bikultureller Paare: Hier werden gesellschaftliche und rechtliche Hürden wie Diskriminierung, Aufenthaltsstatus und die Rolle von Kindern in bikulturellen Partnerschaften beleuchtet.
3. Pierre Bourdieus Konzept des Habitus: Dieses Kapitel liefert die theoretische Grundlage durch die Einführung in Bourdieus Begriffe wie soziales Kapital, Klassenhabitus und symbolische Gewalt.
4. Methoden der qualitativen Sozialforschung – Auswertungsverfahren: Hier werden die methodischen Ansätze der qualitativen Forschung sowie das konkrete Vorgehen bei der Auswertung der Interviews dargestellt.
5. Die Untersuchung: Das Kernstück der Arbeit umfasst die Durchführung der Interviews, die Vorstellung der Partner und die detaillierte Auswertung habitueller Abstimmungsprozesse.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Diese Sektion bündelt die zentralen Erkenntnisse über die habituellen Veränderungsprozesse und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung für die Praxis.
Bikulturelle Partnerschaften, Habitus, Migration, Integration, Qualitative Sozialforschung, Soziale Arbeit, Interkulturelle Kompetenz, Symbolische Gewalt, Klassenhabitus, Hysteresiseffekt, Habitus-Struktur-Konflikte, Abstimmungsprozesse, Binationale Paare, Diskriminierung, Identitätsbildung
Die Arbeit beschäftigt sich mit den habituellen Abstimmungsprozessen von Paaren in bikulturellen Partnerschaften in Deutschland.
Die Arbeit verknüpft soziologische Habitustheorie nach Pierre Bourdieu mit der Lebensrealität binationaler Paare, unter Berücksichtigung von Einwanderungsgeschichte, Diskriminierungserfahrungen und kultureller Identitätsbildung.
Das Ziel ist es, empirisch zu rekonstruieren, wie sich Partner in bikulturellen Beziehungen habituell aufeinander abstimmen und welche Rolle unterschiedliche kulturelle Prägungen dabei spielen.
Es handelt sich um eine qualitativ-empirische Untersuchung, die narrative Interviews mit Paaren führt und diese nach habitustheoretischen Ansätzen auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Bourdieu, die Darstellung der methodischen Vorgehensweise und die konkrete Fallauswertung von zwei ausgewählten Paaren.
Wichtige Begriffe sind Bikulturelle Partnerschaft, Habitus, Symbolische Gewalt, Interkulturelle Soziale Arbeit und Qualitative Sozialforschung.
Das Konzept hilft zu erklären, wie die bisherigen sozialen Erfahrungen der Partner (z.B. Herkunft, Bildung, Klasse) deren Handlungs- und Denkschemata prägen und wie diese Schemata im gemeinsamen Leben aufeinandertreffen.
Der Begriff dient dazu, die Trägheit oder Veränderungsschwierigkeiten des Habitus bei Migranten oder in Konfliktsituationen innerhalb der Beziehung wissenschaftlich zu greifen.
Die Herkunftsfamilie wird als prägende Instanz für die Entwicklung des Habitus identifiziert, wobei Konflikte mit der Herkunftsfamilie oft als "Abnabelungsprozesse" oder Habitus-Struktur-Konflikte interpretiert werden.
Neben persönlichen Beweggründen spielten bei den untersuchten Fällen häufig externe Faktoren wie Aufenthaltsbestimmungen oder familiärer Erwartungsdruck (z.B. "Legalisierung" der Beziehung durch Heirat) eine wesentliche Rolle.
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