Magisterarbeit, 2003
111 Seiten, Note: 1,7
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Einleitung
1.2. Fragestellung und Aufbau
1.2. Quellenlage und Forschungsstand
1. Der historische Hintergrund
1.1. Cánovas und die Politik des Recogimiento
1.2. Die Möglichkeiten der spanischen Außenpolitik ab 1898
2. Auswertung der Memoiren und politischen Schriften
2.1. Möglichkeiten Spaniens als Macht zweiten Ranges
2.1.1. Äußere Handlungsfreiheit
2.1.2. Innere Handlungsfreiheit
2.2. Instrumente der Außenpolitik
2.2.1. Allianzen
2.2.2. Flottenpolitik
2.3. Die Neutralität
2.4. Die Marokkopolitik
2.5. Ergebnisse der Außenpolitik seit 1898
2.6. Wechselwirkung zwischen Innenpolitik und Außenpolitik
2.7. Zusammenfassung und Quellenkritik
3. Auswertung der Kongressakten
3.1. Diskussionen über die Ziele der Außenpolitik in den Cortes
3.1.1. Die Politik des Recogimiento
3.1.2. Allianzen
3.1.3. Die Politik in Marokko
3.1.4. Unterschiede zwischen liberaler und konservativer Außenpolitik
3.2. Diskussionen über Mittel und Möglichkeiten der Außenpolitik in den Cortes
3.2.1. Marine
3.2.2. Erweiterung der diplomatischen Vertretung
3.3. Kapitelzusammenfassung und Quellenkritik
4. Fazit
Die Arbeit untersucht die außenpolitische Rolle Spaniens in der Zeit zwischen 1898 und 1914, wobei der Schwerpunkt nicht auf einer außenpolitischen Bewertung durch Dritte liegt, sondern auf den subjektiven Rollenvorstellungen spanischer Politiker. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie diese Führungseliten die Möglichkeiten Spaniens als Macht zweiten Ranges einschätzten, welche Ziele sie verfolgten und welche außenpolitischen Instrumente sie als sinnvoll erachteten.
1.1. Cánovas und die Politik des Recogimiento
Die sogenannte Politik des Recogimiento findet in dem Zeitraum von Beginn der Restaurationszeit 1875, nach dem Scheitern der spanischen Revolution, bis zum Jahre 1898 und dem Verlust der letzten überseeischen Kolonien statt. „Fue aquella la época de la Restauración,, en el sentido estricto de la terminología histórica, entre 1875 y 1898, durante la cual España vivió pendiente de Ultramar, y en una posición europea definida por el recogimiento canovista en el marco de una Europa presidida por los sistemas bismarckianos y por el equilibrio entre el continente y los mares; entre una Alemania hegemónica en la Europa continental, y una Gran Bretaña hegemónica tanto en el Mediterráneo como en los tres océanos.”
Das Recogimiento bezeichet eine Politik, die sich auf die Lösung der inneren Probleme beschränkt und dafür auf eine aktive Außenpolitik verzichtet, indem sie bemüht ist, mit allen Mächten gute außenpolitische Beziehungen zu unterhalten, ohne sich vertraglich festzulegen. Elizalde formuliert das Prinzip wie folgt: „La fórmula era simple: mantener buenas relaciones con todas las potencias, sin comprometerse con ninguna. El objetivo, la neutralidad y el mantenimiento del statu quo.”
Einleitung: Definition des machtpolitischen Forschungsansatzes und systemtheoretische Verortung Spaniens vor dem Ersten Weltkrieg.
1. Der historische Hintergrund: Analyse der Politik des Recogimiento unter Cánovas und der allgemeinen Bedingungen spanischer Außenpolitik bis 1898.
2. Auswertung der Memoiren und politischen Schriften: Untersuchung individueller Rollenkonzepte spanischer Politiker hinsichtlich Handlungsfreiheit, Bündnissen und Marokkopolitik.
3. Auswertung der Kongressakten: Analyse der Debatten in den Cortes über außenpolitische Ziele und Mittel, insbesondere zur Marine und diplomatischen Ausrichtung.
4. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der drei zentralen Ziele: Abgrenzung vom Recogimiento, Neutralitätswahrung und Einflussicherung in Marokko.
Spanien, Außenpolitik, Restauration, Marokko, Recogimiento, Diplomatie, Bündnispolitik, Neutralität, 1898, Macht zweiten Ranges, Kolonialpolitik, Cortes, Machtpositionen, europäisches Mächtesystem, Rollenvorstellung.
Die Arbeit analysiert die spanische Außenpolitik vor dem Ersten Weltkrieg aus der spezifischen Sicht spanischer Politiker, anstatt sich auf die übliche externe Perspektive europäischer Großmächte zu stützen.
Im Mittelpunkt stehen die Rollenvorstellungen spanischer Führungseliten, der Wandel der Außenpolitik nach dem Verlust der Kolonien 1898 und die diplomatische Einordnung Spaniens als Macht zweiten Ranges.
Das Ziel ist es, die subjektive Wahrnehmung der außenpolitischen Möglichkeiten durch spanische Akteure sowie deren Zielsetzungen und Strategien für die Zeit zwischen 1898 und 1914 herauszuarbeiten.
Die Autorin nutzt den machtpolitischen Ansatz der Außenpolitikforschung und wertet quellenkritisch Memoiren, politische Schriften und offizielle Kongressakten (Cortes) aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auswertung von Politiker-Memoiren und eine Analyse der parlamentarischen Debatten, ergänzt durch historische Hintergründe zur Politik des Recogimiento.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie spanische Außenpolitik, Marokkopolitik, Recogimiento, Neutralität, Macht zweiten Ranges und nationale Rollenvorstellungen definieren.
Die meisten Politiker sehen diese Politik des Rückzugs und der Selbstisolierung nach 1898 als verfehlt und als eine der Ursachen für die nationale Krise (Desastre) an.
Marokko dient als Ersatzschauplatz für verlorene koloniale Ambitionen und als Prestigeobjekt, das Spanien helfen soll, wieder als internationaler Akteur anerkannt zu werden.
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